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Montag, 14. April 2014

Fan Man

Abteilung: Lesetipp

Bester Film, ever: The Big Lebowsiki
Beste Gruppe, ever: Motörhead
So sah die erste deutsche Ausgabe aus. Hatte ich mal; jetzt nicht mehr - verschenkt oder verliehen - ich weiß es nicht....
... und das verdammteste, schrägste, lustigste Buch, was ich jemals gelesen habe, ist 'Fan Man', von William Kotzwinkle. Horse Badortie, Mann, ist der Held, den wir meiden und bemitleiden würden. Er ist der, der aus Kindern wird, die in der Kirche furzen. Einer, der eine Gummischlange als Krawatte trägt - nicht mit Stolz, sondern einfach so. Er hat so viele Pläne, dass er keinen verwirklichen kann, weil immer irgendetwas total wichtiger ist, als das, was er gerade tut.
Horse Badortie lebt den Moment. Es gibt kein gestern und kein morgen. Und selbst das Jetzt ist ein unübersehbares Bündel an Möglichkeiten, die man jeweils nicht wählen kann, weil man die anderen nicht auslassen will. Der 'Fan Man' ist eine aberwitzige Figur, die unvernünftiger nicht sein könnte.
Andererseits ist er ein Phänomen der Gesellschaft, die maßlosen Müll produziert. Er liebt den Müll, ja, er LEBT ihn!
Stapelt in meterhoch auf, in seinem Apartment Eins und Nummer Zwei.


In der verbreiteten Wahrnehmung einer, der therapiert werden, geläutert werden müsste.

In Deutschland jemand, der als Sozialschmarotzer verfolgt gehört.

Für all Jene, die sich nicht um Konventionen scheren, sich nicht den Dogmen unterwerfen, sondern einfach ihr Leben leben, egal wie andere darüber denken.

Wenn ihr die Bibel der Unvernunft lesen wollt, dann versucht Euch dieses Buch zu besorgen!

Donnerstag, 10. April 2014

F.R.E.E.D.O.M.

Abteilung: Texträtsel

Nachfolgend ein Auszug eines Songtextes, der vor längerer Zeit verfasst wurde, aber an Aktualität nichts eingebüßt hat. Halte die Quelle dieses Textes erstmal zurück, falls jemand raten möchte, von wem diese Lyrics stammen. Werde dann gegebenenfalls diesen Post mit Quellenangabe in ein paar Tagen updaten.

(...)
Rewrites every story, every poem that ever was.
Eleminates incompetence, and those who break the laws.
Follow the instructions of the New Ways' Evil Book of Rules.
Replacing rights with wrongs, the files with records in the schools.

You say, you've got the answers, well who ask you anyway?
Ever think maybe it was meant to be this way?
Don't try to fool us, we know the worst is yet to come.
I believe my kingdome will come.

Chorus:
F, is for fighting, R, is for red.
Ancestors' blood in battles they've shed.
E, we elect them, E, we eject them.
In the land of the free, and the home of the brave
D, for your dying, O, your overture.
M, they will cover your grave with manure.
(M, is for money, you know what that cures.)
This speels out freedom, it means nothing to me.
As long as there's is a P.M.R.C.
(...)
[Hervorhebungen vom Duderich]

Update:
Rätsel gelöst.
Die Lyrics stammen von Megadeth 'Hook in Mouth' (1988)



Montag, 7. April 2014

Die CDU und die Gewaltenteilung

Abteilung: Verfassungsschutz gehört dem Verfassungsschutz!

Ist aber auch wirklich eine Frechheit:
Das Bundesverfassungsgericht - oberstes Organ der Judikative - maßt sich doch tatsächlich an, sich nicht als Erfüllungsgehilfe und Durchwinker des Legislative zu sehen. Skandal!

Sogar Verfassungsrichter mit CDU-Parteibuch (Peter Huber) verstehen sich mehr als Interpreten des Grundgesetzes als Vertreter von Parteipolitik!

Glücklicherweise wurde dieser offensichtliche Missstand nicht nur erkannt und angeprangert, sondern auch mit Lösungsvorschlägen flankiert:

  • Kontrolliertere Auswahl der Kandidaten für die Richterposten
  • Die Zuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts beschneiden
  • Die Amtszeit der Bundesverfassungsrichter verringern um unliebsame Richter schneller austauschen zu können.

Wer also wie Volker Kauder und Gleichgesinnte in diesem Sinne unterstützen will, der sollte auch in Zukunft die CDU wählen. Denn das lästige Grundgesetz sollte schließlich spätestens dann seine Wirkung verlieren, wenn es das Wirtschaftswachstum, respektive die allumfassenden Weisheit der Christlich-Demokratischen-Union und deren Allmachtsphantasien behindert.

Wer derweil auf eine Stellungnahme von unserer Kanzlerin und Bundesvorsitzende der CDU wartet, sollte nicht enttäuscht sein, wenn diese ausbleibt. Schließlich sprechen die Argumente für sich...

Nachzulesen hier (Quelle SPIEGEL)
Aus Unmut über die jüngsten Urteile des Bundesverfassungsgerichts will die Führung der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag künftig stärker auf die Auswahl von Kandidaten für die Richterposten achten. Entsprechende Überlegungen stellten konservative Unionsabgeordnete um Fraktionschef Volker Kauder (CDU) am vergangenen Donnerstag bei einem Treffen des "Xantener Kreises" an. Die Unionsabgeordneten beklagten, dass Karlsruhe mit seinen Urteilen eine Liberalisierung der Gesellschaft vorantreibe und dabei die eigenen Zuständigkeiten überschreite. Das Gericht mache Gesellschaftspolitik, sagte der ehemalige Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler Rupert Scholz. Die Verfassungsrichter hatten zuletzt das Ehegattensplitting auf homosexuelle Paare ausgeweitet und deren Adoptionsrechte gestärkt. Die Richter werden mit Zweidrittelmehrheit von Bundestags-Wahlausschuss und Bundesrat gewählt. Den bestimmenden Einfluss haben daher bislang stets Union und SPD. Besonders verärgert waren einige Teilnehmer der Runde über den amtierenden Richter Peter Huber, zuvor CDU-Innenminister in Thüringen. Huber ist Mitglied des Senats, der die Dreiprozenthürde zur Europawahl gekippt hatte, was in der Union auf Empörung gestoßen war. Huber tue so, als hätte er nie etwas mit der Union zu tun gehabt, hieß es. In der Runde der konservativen Unionspolitiker sitzen unter anderem der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) sowie Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU). Zuvor hatte sich schon Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) Rat von Verfassungsrechtlern eingeholt, wie man die Zuständigkeit des Gerichts beschneiden könnte. Es wurde auch darüber gesprochen, die zwölfjährige Amtszeit der Richter zu verkürzen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht die Debatte über das Gericht mit Unbehagen. "Die Kritik ist überzogen und unangemessen", sagte Maas. "Mit mir wird es keine Änderung der Struktur und der Kompetenzen des Bundesverfassungsgerichts geben. Die Politik sollte sich vielmehr selbstkritisch fragen, was sie dazu beigetragen hat, dass so viele grundsätzliche politische Fragen in Karlsruhe geklärt werden müssen."
(Hervorhebungen vom Duderiich)

Glücklicherweise funktioniert wenigstens der Verfassungsschutz im Sinne der CDU!

Samstag, 5. April 2014

Bestehendes erhalten oder Neues wagen?

Abteilung: Unpatriotische Gedanken

Es spricht in der Gefühlslage der Majorität der Bevölkerung vieles für ein 'weiter so!' Man hat sich im Kapitalismus eingewöhnt, sich arrangiert. Man kennt das bestehende System. Man weiß, was man hat.
Sicher, den meisten ist aufgefallen, dass es immense Ungleichgewichte gibt. Widersprüche.
Es wird gerne so vorgegeben (und auch gerne geglaubt), dass die Außenpolitik westlicher Staaten der Demokratie und dem Humanismus geschuldet ist. Wer aber ein wenig hinter die propagandistischen Vorhänge schaut, wird schnell feststellen, dass militärische Interventionen letztendlich wirtschaftlichen Interessen dienen. Es geht um Zugang zu wirtschaftlich verwertbaren Ressourcen, es geht um Reichtumsvermehrung der Besitzenden.
Nie, nie, nie, geht es um die Interessen der jeweiligen Bevölkerung. Nicht in Afghanistan, nicht im Irak, nicht auf der Krim, noch irgendwo sonst.

Wie steht es mit den Menschenrechten in Saudi Arabien?
Frauen werden gesteinigt, weil sie es wagten sich vergewaltigen zu lassen. Schwamm drüber - die westliche Welt braucht schließlich deren Öl.

Welche militärische Intervention hat denn jemals für die nicht-privilegierte Bevölkerung irgend etwas Gutes bewirkt?
Humanistische Intension?

Eine Farce, die leicht durchschaubar ist, wenn man sie denn durchschauen will, und sich nicht als Konsument propagierter Hegemonien zufrieden gibt.

Die intervenierenden Staaten treten nicht mal für die eigene Bevölkerung  der Armen, Abgehängten und Entrechtenden ein.
Wer mag da glauben, dass sie ein Interesse an den Armen und Abgehängten in fernen Regionen haben und dafür immense Summen für militärische Interventionen ausgeben?

Jeder Krieg vermehrt den Reichtum der Besitzenden und löst Leid und Tod bei denen aus, die eh schon gebeutelt sind.

Drohnen töten Menschen, die nie vor Gericht verurteilt wurden (Kollateralschäden inklusive). Andere werden im rechtsfreien Raum in Guantanamo gefoltert.

Soll das die ethische Instanz sein, deren wir uns vertrauensvoll unsere Zukunft anvertrauen? Die das Weltgefüge bestimmen soll?

Gibt es noch elementare Rechte, die auch vor Geheimdiensten gelten?

Wenn ich nicht so unbedeutend wäre, müsste ich wohl Angst haben, verfolgt zu werden.

So ganz weit sind wir wohl nicht mehr entfernt von dem, was die Deutschen so gern überwunden hätten.

Alles mündet in diese elementare Frage:
Hat ein sog. 'Terrorismusverdächtiger' (es entscheiden keine unabhängigen Gerichte, wer das ist) mehr einklagbare Rechte, als damals ein verfolgter Jude?

Vielleicht schlage ich den falschen Ton an. Vielleicht auch nicht. Jeder möge das für sich entscheiden.
Die Rechtsstaatlichkeit könnte ich als 'Terrorismusverdächtiger' nicht für mich beanspruchen.

Noch sind wir in der BRD rechtsstaatlich weiter, als in der USA. Hoffentlich bleibt das so - ich bin da nicht sonderlich optimistisch.

Scheint so, als wäre ich ein Systemfeind.

Ich will Friede und Gerechtigkeit.

Vielleicht reicht das schon.

Ist die Freiheit, die Freiheit des Andersdenkenden, oder ist das mittlerweile obsolet?



Mittwoch, 2. April 2014

Sendetitel des Tages bei Anne Will: 'Sozialstaat XXL - Ist der Mindestlohn erst der Anfang?'

Abteilung: Mindestlohn als Bedrohung unserer Gesellschaft

Der Mindestlohn, wie ihn unsere Regierung nun beschlossen hat, greift für die, die ihn nicht brauchen. Mindestlohn für die, die mehr als 8,49€ verdienen. Sozialstaat XXL eben.

Langzeitarbeitslose haben natürlich kein Recht auf dieses 'Privileg'. Dies gilt wohl nur für 'vollwertige Mitglieder' dieser Gesellschaft.

Aber selbst das, so suggeriert der Titel, ist schon eine Bedrohung unserer Volkswirtschaft.
Die Bedrohung des gesellschaftlichen Gefüges und dem stetigen Auseinandertriften von Armut und Reichtum ist, so mag uns der Titel nahelegen, nicht das Problem.

Solange wir Wachstum, Wachstum, Wachstum haben.

Nun sitzt gerade die feiste Nahles bei Anne Will und gibt sich sozialdemokratisch. Redet von gerechten Löhnen. Diese haben Langzeitarbeitslose wohl eher nicht verdient. 'Brücken schlagen' nennt sie das.
Eine Verhöhnung der Abgehängten dieses barbarischen Systems sondergleichen!
Und wird beklatscht dafür.

Danke, SPD!

Bin mal gespannt, wann dieses Gesetz vor dem Verfassungsgericht landet. Gleichheitsgrundsatz, und so.

Freitag, 28. März 2014

Für alle die, die es noch nicht gesehen haben

Abteilung:  Must see

Ich habe dieses Video bereits vorgestellt, aber ich befürchte, dass es zu viele meiner Leser noch nicht genossen haben.

Es wäre schade um jeden Einzelnen, finde ich.




Montag, 17. März 2014

Eine Staatsanwaltschaft, die enttäuscht

Abteilung: Feiste Ärsche und feine Roben
Oder: Eine 'ziemlich größere Sache'

Es geht mir hier - wie der Titel wohl andeuten mag, nicht vordergründig um Hoeneß.
Aber das muss ich doch mal dazu loswerden:

Es ist doch wirklich total lächerlich, eigentlich völlig absurd, Hoeneß zu einem Helden zu stilisieren, weil er einen richterlichen Spruch akzeptiert! Das ist normalerweise Standard, aber dass die Lichtgestalt Hoeneß, aber wirklich selbst(!), bereit ist für seine Verfehlungen einzusitzen, gilt ja mittlerweile schon fast als Bundesverdienstkreuz-würdig!
Auch Merkel (immerhin unsere Kanzlerin) ist sich nicht zu schade, einem überführten Steuerbetrüger ihren 'Respekt' zu zollen. Weil er seine Strafe akzeptiert..?

"Die Bundeskanzlerin hat Respekt vor der Entscheidung, die Herr Hoeneß heute in seiner persönlichen Erklärung ausgedrückt hat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. 
(Quelle: SPIEGEL online)

Eine ähnliche Solidarisierung unseres Staatsoberhauptes mit den Unterprivilegierten, mit den Abgehängten dieses Systems, würde man sich dann doch einmal (in einer Illusion gelebter Demokratie) wünschen!

Es wäre eines eigenen Textes würdig, warum Hoeneß auf eine Revision verzichtet.
Gelebte Reue wird für diese Entscheidung sicherlich nicht das leitende Motiv gewesen sein.

Der Verzicht auf die Revision war strategisch eigentlich zwingend - wenn man wie ich (als Verschwörungstheoretiker - und Gutmensch) davon ausgeht, dass sich noch viel mehr hinter dieser Geschichte verbirgt. Möglicherweise andere illegale Geschäfte namhafter Persönlichkeiten, die im Rahmen erweiterter Ermittlungsarbeiten in das Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden könnten...

Das Gerichtsverfahren fühlte sich an, wie durchgewunken.

Die hinterzogenen Millionenbeträge überschlugen sich, 70.000(!)-seitige Dokumente wurden lange nach Fristsetzung und kurz vor Gerichtsverfahren der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt.
Wie lange dauerte das Gerichtsverfahren noch mal?

Es geht mir hier nicht um Hoeneß. Wenn dem mal für ein paar Monate jemand sagt, wann er seinen Kaffee trinken darf, dann bin ich schon zu frieden.

Aber:
Sehe ich das falsch, dass es ein öffentliches Interesse zur Weiterverfolgung dieser Spekulationsgeschäfte über die Schweiz (insbesondere im Umfeld von Hoeneß) gibt?

"Wie schaffte es Hoeneß, bis zu 30 Börsentransaktionen täglich abzuwickeln? Reichte dazu ein Pager oder hätte er nicht eher tagtäglich vor mindestens zwei Monitoren sitzen müssen, um den Überblick über Kurs- und Chartverläufe, Transaktionen und Hebelprodukte zum Devisenhandel bewahren zu können? Wie passt das zu einem Uli Hoeneß, der stets damit kokettierte, keinen Computer im Büro stehen zu haben und nichts anfangen zu können mit moderner Technik?

Wurden wirklich alle Hoeneß-Konten in der Schweiz durchforstet, denn er soll nicht nur bei Vontobel Kunde gewesen sein, sondern möglicherweise auch bei der Graubündner Kantonalbank? Was hat er im Mai vergangenen Jahres eine Stunde lang in einer Filiale dieser Bank gemacht? Wieso klagte der Staatsanwalt nur 3,5 Millionen Euro hinterzogene Steuern an und nicht jene 28,5 Millionen, die dann im Prozessverlauf genannt wurden? Hing das mit den verspätet eingereichten Dokumenten der Hoeneß-Seite zusammen oder gab es doch so etwas wie einen Deal zwischen Staatsanwaltschaft und dem Angeklagten?"

Wäre es dann, möge die Staatsanwaltschaft meine Einschätzung teilen, nicht ihre Aufgabe gewesen, in Revision zu gehen?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier eine 'ziemlich größere Sache' unter den Teppich gekehrt werden soll...

Übrigens: Die Staatsanwaltschaft ist weisungsgebunden...

Alles in Allem:
Zumindest für mich ein weiterer Verlust in dem Glauben an die Rechtsstaatlichkeit (insbesondere an deren Unabhängigkeit).

An 'Gerechtigkeit' glaube ich übrigens schon lange nicht mehr...


Euer Verschwörungstheoretiker und Gutmensch
Duderich