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Samstag, 28. März 2015

Der Duderich hat technische Probleme (2) / Nachtrag zu '150 Menschenleben'

Abteilung: Verflixte Technik

Mein alter Rechner hat den Geist aufgegeben. Frieden seiner Platinen.
Ich habe nun einen neuen.
Seltsamerweise stellt dieser meine Seite vollkommen anders dar. Alles ist anders angeordnet.
Und, noch seltsamer, kann ich über meinen neuen PC nicht mehr kommentieren.
Ich kann nach wie vor Texte in diesen Blog reinstellen, aber wenn ich kommentieren will, weigert sich mein Cursor von seinem Pfeil-Dasein in den Eingabemodus (I) zu wechseln.
Es ist mir schier unbegreiflich und ich vermutete zu erst, dass mein alter Monitor nicht mehr mitkommt.
Also habe ich mir einen neuen Monitor gekauft (war eh überfällig).
An der Symptomatik änderte sich nichts - der selbe Scheiß, nun aber auf einem Monitor mit einer Diagonalen von 60 Zentimeter.

Mir bleibt es unbegreiflich, dass ein neuer PC diese Probleme verursachen kann. Mit anderen Seiten habe ich keine Probleme - nur eben mit meiner.

Wer mir diesbezüglich helfen kann, oder ähnliche Probleme hat, möge sich bitte bei mir melden.
Meine Leser mögen es bitte deshalb entschuldigen, dass ich bis zur Behebung dieser Problems, seltener kommentieren kann (da dies momentan nur von anderen Rechnern möglich ist).


P.S. (Nachtrag zu '150 Menschenleben'):

Bei dieser Gelegenheit möchte ich gerne 'Anonymus' antworten (bitte in Zukunft Nickname eingeben).
"Wie schon letztens beim Thema "Wo sind die Positionen der EZB-Gegner in der Presse?" - Warum beschäftigst du dich nicht selber mit einer Antwort auf deine Frage? Man hat in den letzten Tagen  nicht viel lesen oder TV sehen müssen, um auf diese Info hier (aktive Verriegelungsmöglichkeit) zu stoßen."

Beim Verfassen des Textes hatte ich durchaus Kenntnis über den Verriegelungsmechanismus. Auch war und ist mir bewusst, dass für diesen Sinkflug ein Regler um 360° gedreht werden musste.
Das alles sind Indizien, die für diesen 'erweiterten Suizid' sprechen. Deshalb schrieb ich ja auch, dass ich zu 98% der offiziellen Version folge.

Trotzdem bleiben für mich Restzweifel, die ich versucht habe im Text zu begründen.

Wenn man das Prinzip der Unschuldsvermutung akzeptiert, so muss diese auch hier gelten.
Denn, wie ich bereits erwähnte, ist besagter Co-Pilot noch von keinem Gericht verurteilt worden.
Man mag diese Person aufgrund einer Wahrscheinlichkeitsabwägung der momentan bekannten Tatsachen für schuldig halten.
Immer noch ist er aber ein 'mutmaßlicher'(!) Täter. Zumal der Flugschreiber mit den technischen Daten bislang noch nicht gefunden wurde (dort ist doch eigentlich ein Peilsender eingebaut?) "Stattdessen ist der Flugschreiber mit einem Peilsender ausgestattet..."

Grüße, Dude

150 Menschenleben

Abteilung: Medialer Sinkflug

Das alles verstört. Man begreift es nicht.
Und, wenn es wirklich so war, wie überall kolportiert wird, selbst dann wäre es möglicherweise zu einfach, jenen Menschen einfach nur für ein gewissenloses Arschloch zu halten.

Das ganze Szenario, so gebe ich zu Bedenken, wäre ja auch möglich, wenn Jener in einem (zugegebenermaßen) kleinen Zeitfenster in Bewusstlosigkeit gefallen wäre. Das würde erklären, warum er nicht mehr auf Impulse von Außen reagiert hätte.

Das Szenario, des Selbstmordattentäters ist das wahrscheinlichste - das empfinde ich genauso.
Aber, es bleiben - zumindest für mich - noch marginale Restzweifel, und solange sollte die Unschuldsvermutung greifen.

Es geht mir, für meinen Geschmack, zu schnell, dass die Möglichkeitsform in der Berichtserstattung immer mehr ausgeklammert wird. Aufgrund der Interpretation der Staatsanwaltschaft gerinnen immer mehr Mutmaßungen zur Faktenlage.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich so zugetragen hat, wie es in den Medien zu lesen ist, schätze ich zu 98% als zutreffend an. Aber es bleiben doch Restzweifel.

Exemplarisch möge man sich den Klassiker 'Die zwölf Geschworenen' (noch) einmal anschauen.

Für mich persönlich (ich spreche ja schließlich nur für mich) ist die Beweislage erdrückend, aber nicht zwingend.
Es gibt unzählige Beispiele, wo sich, bei ähnlicher Beweislage, ein Verurteilter im Nachhinein als unschuldig erwiesen hatte.

Eine Bewusstlosigkeit im relevanten Zeitfenster ist zwar unwahrscheinlich, aber immerhin möglich.
Atemgeräusche gäbe es da auch.

Mein Restzweifel speist sich daraus, dass ich nicht glauben kann, dass man nicht willentlich (bei vollem Bewusstsein)  in den Tod rasen kann, ohne ein einziges Wort zu verlieren. Sich diese Schuld aufladen kann, ohne ein letztes Wort an die Eltern, oder an andere nahestehende Menschen zu verlieren.

Nicht mal ein finales 'Fuck!', oder 'Shit!'

Oder ein muttersprachliches 'Leckt mich doch alle!'
... bevor man in den Berg rast.

Acht Minuten ohne Worte - während man die Schuld von 149 anderen Menschenleben auf sich lädt?
Selbst bei einer spontanen Impulshandlung klingt das für mich unwahrscheinlich.

Ich selbst glaube aufgrund der mir vorliegenden Indizien, dass es so war, wie überall beschrieben.
Aber ich WEISS es nicht!

Und solange (es Restzweifel gibt) sollte die Unschuldsvermutung gelten - ein rechtsstaatliches, aber auch ethisches Prinzip, welches wir ohne Not nicht preisgeben sollten.
Auch nicht durch die Medien, die sich maßgeblich nur auf die Aussagen der Staatsanwaltschaft gründen.
Denen offensichtlich ein Bedienen des Voyeurismus wichtiger ist, als die Einhaltung rechtstaatlicher Prinzipien.
Noch hat kein Gericht diesen Menschen für schuldig befunden.
Auch posthum gilt dieser also solange als unschuldig, sofern wir noch an das Prinzip der Unschuldsvermutung glauben..
Da wird sich jeder, unabhängig der eigenen Fassungslosigkeit und Empörung, entscheiden müssen.

Das mag unbequem sein, und den eigenen Bedürfnissen widersprechen. Ist aber so.
Mir fällt das auch nicht leicht.

Unabhängig davon, gilt meine Anteilnahme den Hinterbliebenen.
Auch den Eltern, jenes mutmaßlichen(!) Gestörten, die nicht nur die Trauer über den Verlust ihres Kindes verarbeiten müssen, sondern auch die Anfeindungen derer, deren Wut ein Ziel braucht.

Donnerstag, 26. März 2015

Verheizung auf beiden Fronten

Abteilung: Die Opfer sind Täter, sind Opfer, sind Täter ...

Ja, ich habe die Wallraff-Sendung auch gesehen. Dort wurde deutlich gemacht, dass nicht nur Leistungsempfänger unter großem Druck stehen, sondern auch die ARGE-Mitarbeiter.

Es mag nicht überraschen, dass von deren Vorgesetzten eine gewisse Sanktionsquote erwartet wird. Leistungssperrungen sparen Geld - und egal ob sie gerechtfertigt sind, oder nicht - sie treffen ja schließlich eh die Richtigen: Die Sozialschmarotzer, die auf unsere Kosten leben.
Die sind nämlich Schuld, dass man sich den Arsch abarbeitet, und man sich trotzdem keinen Urlaub leisten kann.
Die, und die faulen Griechen, die in der sozialen Hängematte dahinschlenzen, finanziert durch unsere Hände Arbeit.

Ich will ja auch gar nicht leugnen, dass auch die Jobcenter-Mitarbeiter arme Säue sind - sofern sie denn noch ein Gewissen besitzen.

Mich würde es auch fertig machen, müsste ich Sperrungen an Bedürftigen verhängen, für Gründe, die vorgeschoben sind.

Mich würde es auch fertig machen, wenn ich (unter anderem) daran gemessen würde, ob ich auch genug Leistungen Bedürftigen vorenthalte.

Mich würde es aus auch fertig machen, wenn ich aus Überlastungsgründen Anträge dem Shredder übergeben muss.

Aber, wer mag überrascht sein, über das eigene Tun im Jobcenter, der die durch die SPD verabschiedete Agenda 2010 kennt?

Mir persönlich drängt sich der Vergleich auf, dass man sich als Soldat beschwert, dass man auf politische Feinde schießen muss. Sogar, und tatsächlich, ohne Gerichtsverfahren!
Ein Skandal!

Wie naiv und uninformiert muss man denn sein, um diesen Job anzunehmen und sich dann darüber zu entrüsten, ungerechte Handlungen vornehmen zu müssen?

Keine Frage: Auch die Jobcenter-Mitarbeiter sind arme Säue. Je mehr Gewissen sie sich erhalten haben mögen, um so mehr werden sie leiden.

Auch sie gehören zu den Opfern, auch sie sind nur Sklaven, die die Reichtumsverteilung von Unten nach Oben organisieren.
Geschenkt.

Sich aber dann zu beklagen, dass das irgendwie nicht gerecht zu geht und man irgendwie ein Problem damit hat..?
Ist für mich genau so blöd und unbedarft wie die Aussage:
"Warum muss ich als Soldat auf jemanden schießen, denn ich gar nicht kenne, und dessen Schuld gerichtlich gar nicht bewiesen ist?"

Für mich ist die Kritik an die Arbeitsverhältnisse, die in diesem SPON-Artikel beschrieben werden, einfach nur naiv.

Wer in der Lage ist Gesetzestexte zu lesen - und bereit ist, das auch zu tun (zumal man diese auch umsetzen soll), der kann nicht überrascht sein, Bedürftige als Schuldige des systemimmanenten Problems bekämpfen zu sollen.

Mann, heul doch, Du armer Jobcenter-Mitarbeiter!

Oder besser:
Such Dir nen Job, den Du mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst!
Und wenn Du den nicht findest:
Dann bist Du genau so ein Opfer, den Du gerade glaubst, aus Zwängen verfolgungsbetreuen zu müssen.

Wenn das auch nicht geht - stell vielleicht mal das System in Frage, dessen Du dienst!

Aber, was gar nicht geht:
Wähle weiterhin die SPD und beklag Dich!

Heul doch, über Dein eigenes Schicksal, während Du Dein Geld damit verdienst, Leidensgenossen verfolgen zu müssen!

Freitag, 20. März 2015

Medienkompetenz

Abteilung: Internetrallye

Unter Medienkompetenz versteht man im allgemeinen die Fähigkeit, sich der verfügbaren Medien zu bedienen, um sich als mündiger Bürger anhand verschiedener Quellen eine fundierte Meinung bilden zu können.
Denn eine fundierte Meinung kann man nicht anhand einer einzigen Quelle bilden.

'Medienkompetenz' ist ein relativ junger Begriff. Als ich noch während meines Studiums im Besitz eines Bibliotheksausweises war, hatte ich diesen Begriff noch nie gehört.
Hätte man mich damals gefragt, was ich unter 'Medienkompetenz' verstehe, so hätte ich sicher geantwortet: "Medienkompetenz, ... hm, damit wird wohl die Kompetenz der Medien gemeint sein."

Nun, in der Jetztzeit hat dieser Begriff eine andere Bedeutung:
Nicht die Kompetenz der Medien wird (außerhalb der Blogsphäre) hinterfragt, sondern die Kompetenz der Konsumenten der Medien.

Wie ich schon anführte, meint der Begriff im heutigen Sprachgebrauch letzteres.
Wenn man diese Deutung aber zu Grunde nimmt, so muss man dann doch konsequenterweise die Kompetenz der Medien hinterfragen. Der Kreis schließt sich...

Bei allem linken Pessimismus hoffte man doch, auf die Verheißung des Internets:
Wissen musste nicht mehr mühsam in Bibliotheken zusammengetragen werden - eine Eingabe in Suchmaschinen reicht, um zeitgleich Informationen zu erhalten.
Man mag sich exemplarisch versuchen vorzustellen, was bspw. Einstein noch alles herausgehauen haben könnte, wenn ihm damals das Internet zur Verfügung gestanden hätte.

Selbstverständlich hätten nicht nur die Naturwissenschaften davon profitiert, sondern auch die Geisteswissenschaften.

Einschub:
Ich lese gerade "Eine kurze Geschichte von fast allem" von Bill Bryson - und das mit Begeisterung!
Dieses Buch beschäftigt sich mit den Errungenschaften der Naturwissenschaften; nein, vielmehr mit den Hindernissen, die dafür überwunden werden mussten und den charakterlichen Schwächen der Menschen, denen wir so unendlich viel an Wissen/und Erkenntnis zu verdanken haben.
Wer sich nur ansatzweise für Naturwissenschaften interessiert - und auch für die Menschen dahinter, sollte dieses Buch unbedingt gelesen haben!
Ein Pageturner, der mich jüngst vergessen ließ, an der richtigen Haltestelle auszusteigen...


Aber das Internet wird leider (so meine Alltagserfahrung) viel zu wenig zur Aneignung von Wissen und der Vernetzung mit Gleichgesinnten gebraucht, sondern vielmehr dazu, sich die neusten Filme herunterzuladen, oder zum Austausch belangloser Eitelkeiten - inklusive narzisstischer Selfies.

Zurück zum Tagesgeschehen:

Kann mir irgend jemand einen Link posten, in dem sich in den 'Qualitätsmedien' nicht nur mit den negativen Auswirkungen (brennende Polizeiwagen) der Blockupy-Bewegung in Frankfurt auseinandergesetzt wird, sondern mit den GRÜNDEN des Protestes?

Ist es naiv, überhaupt danach zu fragen?

Mittwoch, 18. März 2015

Doppelmoral

Abteilung: Deutsche und griechische Zahlungsmoral

Schulden müssen zurückgezahlt werden, Zinsen bedient. Dies sei sozusagen ein moralisches Gebot, welches auch zum Preis des volkswirtschaftlichen Niedergangs und der damit einhergehenden humanitären Katastrophe einzulösen sei.
Erst am Montag hat Griechenland 588 Millionen Euro an den IWF überwiesen. 650 Millionen Euro wurden im März bereits zuvor zurückgezahlt, am Freitag sind weitere 360 Millionen fällig. Laut Spiegel sind im laufenden Monat aber noch weitere, lumpige 5850 Millionen zu begleichen.
Wie das geschehen soll - man weiß es nicht.

Szenenwechsel:
Im Jahr 1942 presste Nazi-Deutschland den Griechen einen Zwangskredit von 476 Millionen Reichsmark ab. Dies entspricht einem heutigen Wert von ca. 11 Milliarden Euro. Die Rückzahlung wurde damals zwar vertraglich geregelt. Beglichen wurden diese Schulden aber nie.
1952 wurde beim Londoner Schuldenabkommen beschlossen, die Verbindlichkeiten der BRD gegenüber Griechenland zurückzustellen, bis ein 'Friedensvertrag', nach der aus damaligen Sicht eher unwahrscheinlichen Wiedervereinigung, ratifiziert werden sollte.

"Die mir nicht unwillkommene Debatte nutzte ich dazu, das stillschweigende Einverständnis der Vier, es werde keinen Friedensvertrag und keine friedensvertragsähnliche Regelung mehr geben, offenkundig zu machen: 'Die Bundesregierung schließt sich der Erklärung der vier Mächte an und stellt dazu fest, daß die in der Erklärung der vier Mächte erwähnten Ereignisse und Umstände nicht eintreten werden, nämlich daß ein Friedensvertrag oder eine friedensvertragsähnliche Regelung nicht beabsichtigt sind.'Für das Protokoll erklärte der französische Außenminister, der den Vorsitz führte: 'Ich stelle Konsens fest.' Damit war einvernehmlich niedergelegt, daß weder das Potsdamer Abkommen noch die Pariser Verträge der alten Bundesrepublik mit den drei Westmächten in Zukunft als Grundlage für die Forderung nach einem Friedensvertrag dienen konnten. Die Forderung nach einem Friedensvertrag konnte also definitiv nicht mehr erhoben werden - damit war uns auch die Sorge vor unübersehbaren Reparationsforderungen von den Schultern genommen."
aus: Genscher, Erinnerungen (1995) S. 846

Auf eine Anfrage der Linken (von wem sonst?) zu der (jetzigen) Haltung der Bundesregierung zu den Reparationszahlungen:

"Das Bundesfinanzministerium hält diese Zwangsanleihe über 476 Millionen Reichsmark der griechischen Zentralbank an Nazi-Deutschland im Rahmen des Reparationsvertrages von 1960 für abgegolten, berichtet die "Bild"-Zeitung aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

"Infolge des historischen und sachlichen Zusammenhangs der Zwangsanleihe . . . ist diese formal ohne Weiteres als Reparationsforderung . . . zu klassifizieren", zitiert das Blatt. Damit fällt sie nach Lesart der Bundesregierung unter den Wiedergutmachungsvertrag, den Deutschland und Griechenland 1960 abgeschlossen haben und in dem sich Deutschland damals zur Zahlung von 115 Millionen Mark verpflichtet hatte. In diesem Vertrag sei die Frage der Wiedergutmachung von NS-Unrecht "abschließend geregelt", heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter."

(Quelle: RP-online)

Eine Forderung Griechenlands gegenüber der BRD in Höhe von etwa 11 Milliarden Euro ist also mit 115 Millionen Mark (!) abgegolten. Soso.

Soviel zur Haltung der amtierenden Regierung zu Schuld(!) und Schulden.
Dann doch lieber in Rüstung investieren.
Ja, so ticken halt die Christen.

Ob die Forderungen Griechenlands justiziabel sind, kann ich nicht beurteilen. Rechtsexperten kommen bei der Beantwortung dieser Frage zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dass die Forderungen moralisch berechtigt sind, steht für mich aber außer Frage. Stattdessen aber fordert unser Finanzminister die Zahlungsmoral anderer ein. Ausgerechnet bei Jenen, die verzweifelt versuchen eine Staatsinsolvenz abzuwenden. Ohne Gnade, ohne Kompromisse.
Die europäische Wertegemeinschaft (sic) unter Finanzierungsvorbehalt.

Und Schäuble, der damals einen Koffer mit 100.000 Mark Spendengeld vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber 'vergessen' hat, meint selbstgerecht mit dem Finger in Richtung Griechenland zeigen zu müssen.
(Merkel genervt, weil Journalist seinen Job macht)
 
"Sie werden auch die griechischen Schulden nicht durch wie immer zu konstruierende (!!!) deutsche Verpflichtungen aus dem Zweiten Weltkrieg bezahlt bekommen", sagte Schäuble. "Wer sowas seiner Bevölkerung verspricht, verschweigt ihr die Wahrheit. Das ist ganz schlecht."(Quelle: SPON-online)


Ein erbärmliches Schauspiel, aber ein schönes Beispiel für das doppelmoralinsaure Deutschherrentum.

Es ist mal wieder einer dieser Momente, in dem ich mich schäme, Deutscher zu sein.

Update:
Dazu auch:
Schäbiges Spiel (Deutschlandfunk)

Dienstag, 10. März 2015

Die erste Ableitung des Wahnsinns: Ein echter Fleischhauer!

Abteilung: Getrennte Zwillinge

Schlagt mich, aber Fleischhauer ist Kult! Was der an satirischen Spitzen draufhat, davon kann sich ein Herr Schramm aber eine Scheibe abschneiden!
In seinem jüngsten Artikel wird der Wahnsinn Jenen attestiert, die dessen fette Beute sind!
Ein satirisch überhöhter Coup!

"Es ist erstaunlich, dass die seltsamen Helden von Syriza noch immer Bewunderung auf sich ziehen, aber der sentimentale Blick auf den Wahn hat links der Mitte Tradition. Von dem marxistischen Psychiater David Cooper stammt die Idee, dass Schizophrenie ein gesellschaftliches Produkt sei, das nur durch eine Revolution geheilt werden könne. So ähnlich argumentieren auch Tsipras und sein Finanzminister: Nicht Syriza ist verrückt, sondern der Kapitalismus, der sie umgibt."

Das hätte selbst ein Hildebrandt (R.I.P.) nicht besser formulieren können!
Und DER hatte es schon übelst drauf, mit im Halse steckengebliebenem Lachen.


Nicht mal, das Fleischhauer als Satiriker auftritt; er überlässt es dem Leser, die gesellschaftskritische Satire in seinen Texten zu erkennen!
Das bedeutet Mut: Man könnte ja durchaus seine Worte als ernst gemeint interpretieren.

Nichts könnte schöner die Absurdität, die Propaganda der Unvernunft, und den Wahnsinn dieser Welt dokumentieren, als dieser Text.

Danke, Herr Fleischhauer!

P.S.: Jaja, ich hab Sie durchschaut! ... Harold Lloyd-Brille, und so...



"Ist der Matrosenanzug in der Wäsche, Jan?"

Mittwoch, 4. März 2015

'Ungeduld' - eine frei erfundene Geschichte

Abteilung: Die Entdeckung der Langsamkeit

Ich habe Hunger, und ich habe es eilig.
Ich betrete die 'Backwerk'-Filiale und treffe auf eine etwa vier Meter breite Anrichte mit unzähligen Variationen industrieller Backkunst.
Ein einzelner Kunde steht davor. Ich betrachte die Backwaren vor dem Kunden.
Sieht lecker aus! Ich visiere das einzig verbleibende Strammer-Max-Panini vor ihm an.
Der Typ steht weiter da, und betrachtet die vor im präsentierten Backwaren.
"Mann, mach!" denke ich, "Andere Leute wollen auch mal dran."
Der Typ nimmt sich eine Backwaren-Gabel und führt diese in provozierender Langsamkeit unbestimmt über ein Arrangement verschiedener Backwaren, unter dem sich das Objekt meiner Begierde verbirgt..
Dann verharrt er kurz und greift sich das letzte Strammer-Max-Panini.
"Arschloch!" denke ich mir. Ich verfluche ihn in Gedanken zum lebenslangem Genuss von Puddingteilchen (einen Meter weiter rechts).
Ungeschickt mit der Backwaren-Gabel hantierend, legt er seine Beute auf dem Tablett vor ihm ab.
Behäbigkeit, gepaart mit Ungeschicklichkeit ist eine Kombination, die ich besonders gerne in Zeitnot genieße.
Ein Blick auf die Uhr: Bin spät dran!
Warum füllen die denn eigentlich die Strammer-Max-Panini nicht nach?
"Hallo?" rufe ich Richtung eines Hinterraums, in dem die Backwaren mit Liebe und Sorgfalt angerichtet werden. Von hübschen, attraktiven Frauen.
Eine miesgelaunte, ältere Frau schlürft in meine Richtung, auf der anderen Seite der Verkaufsanrichte.
"Wie lange würde denn so ein Strammer-Max-Panini dauern?"
Die ältere Dame zuckt mit den Schultern.
"So drei Minuten, etwa."
Unter ihrem Mundwinkel befindet sich eine Warze.
Auf der Warze befindet sich ein Haar.
Das Haar hat Spliss.
"Gut, ich nehme eins. Aber bitte beeilen sie sich!"
"Jaja" sagt sie, und schlürft in das Hinterzimmer zurück.
Dafür braucht sie etwa eine Minute.
Zum wartenden Objekt reduziert, nutze ich die Zeit um mir Ausreden für meinen verspäteten Arbeitsantritt zu überlegen.
Ein ungeduldiger Kunde bittet mich zur Seite zu treten, um an sein Tomaten-Mozzarella-Panini zu kommen.
Tomaten-Mozzarella-Panini? Wer isst denn sowas?
Genau: Scheiß-Vegetarier! Wären sicher nicht so ungeduldig, wenn sie ab und zu mal ein anständiges Stück Fleisch essen würden!
Mit einer übertrieben ausladenden Geste mache ich einen Schritt nach rechts.
Direkt vor mir fällt mein Blick auf die Puddingteilchen.
"Wer will mich denn noch alles nerven?" denke ich mir.
"Und verdammt, wo bleibt eigentlich mein Strammer-Max-Panini?"



Das Strammer-Max-Panini kam drei Minuten zu spät, weshalb ich ohne eigene Schuld selbst siebzehn Minuten zu spät zur Arbeit kam.

Es schmeckte eigentlich ganz lecker...
Ein Stück Schinken fällt auf meine Tastatur...

MANN, KÖNNEN DIE DAS SCHEISS PANINI NICHT SORGFÄLTIGER BELEGEN???