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Sonntag, 3. Mai 2015

Nasenschatten als Hitler-Bärtchen

Abteilung: "Wer weiß das? Wieder keiner!"


Hier ein kleines Bonbon, um die Wartezeit bis zu meinem nächsten Text zu überbrücken.

Es ist befreiend mal so richtig über Rechtsradikale ablachen zu können. Denn normalerweise regt man sich über diese ja eher maßlos auf. Dieser aber ist echt lustig! Versprochen!

Hier werden Verschwörungstheorien in einem Stakkato gezündet wie Sylvesterkracher zum Jahreswechsel.
300 km/h schnelle russische Panzer, Doitsche auf dem Mond, eine hohle Erde und eine kalte Sonne, und vieles mehr...
Axel Stoll erklärt die Welt und versucht sich dabei mit eine hitleresken Aura zu umgeben.
Man beachte hierzu Gestus, Haartracht, Sprechmelodie und Nasenschatten (Special-Effekt?)

Es darf gelacht werden!

Vorhang auf für Dr. Axel Stoll!


Eigentlich ist es ja nicht wirklich witzig, diese rechtsradikale Verblendung. Ich weiß es ja...
Aber komische Züge hat es schon, sozusagen als Parodie seiner selbst.

Was ich übrigens nicht verstehe, warum die geschlossene psychiatrische Abteilung keine Gitter vor dem Fenster hat.

Über das Phänomen Stoll wurde übrigens auch ein Buch verfasst.

Hier ein Interview mit den Autoren.

Dienstag, 28. April 2015

Ausgebrannt

Abteilung: Die allgegenwärtige Verarsche

Hey, liebe noch verbleibende Leser.

Habe lange nichts mehr gepostet.
Selbst zahllose, verreckende Flüchtlinge über's Mittelmeer konnten mich nicht zur Tastatur rufen.
Es gibt so viel zu schreiben.
Aber in Zeiten, in denen sämtliche Menschenrechte relativiert werden, fühle ich mich paralysiert.
Das elementarste Recht, nämlich das Recht auf Leben; darauf wird täglich geschissen.
Nicht nur in den 3. Welt-Ländern, nein auch hier in Europa verhungern Menschen oder werden in den Suizid getrieben.
Politsch Verfolgten müssen wir nach unserer Gesetzeslage Asyl gewähren. Wer dem Hungertod entfliehen will, der ist Wirtschaftsflüchtling. Wir weigern uns, die Konsequenzen der Armut zu übernehmen, die wir produzieren.
Wir werden vom BND verraten, von der Regierung, ja vom Wahlverhalten unseres eigenen Volkes.
Humanität drückt sich tendenziell nur noch in der Spendenbereitschaft zur Weihnachtszeit aus.
Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber zuerst mal geht es um den Wirtschaftsstandort Deutschland, dann um die Europäische Union, und ferner läuft der Rest der Welt.
Politik wird von DAX-Unternehmen bestimmt.
Wenn der demokratische Wille dem nicht mehr folgen will (Beispiel: Griechenland) dann werden sie in Zwangshaft genommen und diskriminiert. Unter Begleitschutz der deutschen 'Qualitätspresse'.

Ich bin einfach müde, auf das Offensichtliche aufmerksam zu machen.

Wer die tägliche Verarsche nicht durchschaut, der brauch auch mich nicht.
Wer sie durchschaut, braucht mich ebenfalls nicht.

Immer mehr tendiere ich zu folgenden, zugegebenermaßen fatalistischen Worten von Charles Bukowski:

"Ein Grabstein für den
ganzen Schlamassel, und darauf
gehört die Inschrift:
Menschheit, du hattest
von Anfang an nicht
das Zeug dazu."


All das, was ich täglich erfahre, hat mir den Schneid abgekauft.
Ich möchte nicht niederknien, aber meine Beine geben nach.

Ich brauch ne Pause um Kraft zu sammeln...
... oder um zu erkennen, dass mein ganzes Handeln und Schreiben sinnlos ist.

Vielleicht bin ich einfach nur zu schwach.
Ich bin Zeitzeuge davon, dass Vernunft und Humanität obsolete Werte sind, die von der Marktgläubigkeit vereinamt wurden.
Die Hoffnung darauf, dass ich einen relevanten Beitrag leisten kann, dem entgegenzusetzen, tendiert gleich null.
Ich will nicht bemitleidet werden. Denn jeder, der das tut, muss sich gleichzeitig selbst bemitleiden.
Ich bin das Opfer, der selben Umstände, unter denen jeder andere leidet, der nicht selbt Systemprofiteur ist.

Ich brauch ne Pause.

Kann sein, dass ich mich in einer Woche wieder melde, in einem Monat, einem Jahr, oder nie.

Wäre aber trotzdem schön, wenn ihr mich nicht aus eurer Blog-Roll löscht.

Liebe Grüße
Euer Dude


Mittwoch, 8. April 2015

Diamanten des Internets (3)

Abteilung: Arbeitskult(ur)

Bin über diesen wunderbaren Text gestolpert, den ich mit meinen treuen Lesern teilen möchte.
Er beschäftigt sich mit dem Fetisch Arbeit und dessen Einbindung in unsere kapitalistische Gesellschaftsstruktur, die bis in unsere eigenen Synapsen vordringt.
Anschaulich und mit einfachen, klaren Worten, werden hier Zusammenhänge aufgezeigt, die man zwar kennt - oder zumindest ahnt. Aber die Lektüre des Textes sensibilisiert dafür, den Wahnsinn zu erkennen, der sich in allgegenwertiger 'Normalität' verbirgt.

Die, denen dieser Text ebenso gefällt wie mir, möchte ich bitten, ihn weiter zu verbreiten.

Montag, 6. April 2015

Neues von der Kanzlerin

Abteilung: Frittierte Sardellen

Hier ein kleines Osterei zu den Feiertagen.
Habe selten solch eine substanzlose Aneinanderreihung von Wörtern gelesen.
Merke: Auch der 'Qualitätsjournalismus' kann Boulevard!
Zugegeben ein überflüssiger Erkenntnisgewinn, aber ich hoffe als Anekdote zum Schmunzeln durchaus zu gebrauchen.

Freitag, 3. April 2015

Die Medien, die Recht behielten, aber nie im Recht waren

Abteilung: Die Sicherung des Flugverkehrs und andere mögliche Konsequenzen

Meiner (nachzulesenden) Meinung nach, wurde seitens der fränzösischen Staatsanwaltschaft und deren unkritscher Auswertung durch die Medien, allzu früh von Schuld gesprochen.
Das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung wurde in den öffentlichen Medien allzu selten bemüht.

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse, bin auch ich aber nun mittlerweile davon überzeugt, dass sich die kolportierte Schuldzuweisung im nachhinein als 'Treffer' erwies.

Trotz alldem sollten wir uns folgendes vergegenwärtigen:
  • Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen ihn. Noch sind nicht alle Daten/Beweise ausgewertet. Obwohl nach publizierter Faktenlage alles gegen ihn spricht, ist er immer noch ein mutmaßlicher(!) Täter. Diese rhetorische Genauigkeit sollte uns die Unschuldsvermutung wert sein.
  •  Dass die übereilte mediale Schuldzuweisung sich wohl letztendlich bewahrheitet, ändert NICHTS daran, dass dies wider dem Pressekodex geschah. Es legitimiert in keinster Weise begangenes, journalistisches Fehlverhalten.

Aus der rückblickenden Betrachtung genannter Vorfälle ergeben sich mehr Erkenntnisse, als durch Änderung von Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen sind.

Mindestens eben so wichtig ist die Auseinandersetzung damit, wie unantastbar Menschenrechte sein sollten, aber im publizistischen Spiegel unserer Gesellschaft offensichtlich nicht sind (Anspruch und Wirklichkeit).

Eine Auseinandersetzung mit den zurückliegenden Ereignissen muss auch eine Medienkritik beinhalten!



Dienstag, 31. März 2015

Schuld, bei Vermutung

Abteilung: Die mediale Personifizierung einer nicht bewiesenen Sachlage
"Nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft war Lubitz bereits vor Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, noch ehe er seine Fluglizenz erhielt. Damals wurde auch eine Selbstmordgefährdung festgestellt." (SPON)
Passt wieder mal schön ins BILD. Noch gibt es keine Quellen, keinen Namen, auf den diese Aussage zurückzuführen ist. Möglicherweise mag diese Aussage jemand getroffen haben (der auch namentlich dazu steht und diese auch belegen kann), und auch das würde mich nicht überraschen.
Mehr überrascht, wäre ich aber, wenn dies tatsächlich geschehen möge, anstatt in der Kakophonie der täglichen Berichterstattung unter zu gehen.

Wenn überhaupt, mag das ein Indiz für die vermutete Tat sein, aber kein Beweis.
Nicht jeder, der Suizid als Lösung für seine Probleme in Erwägung zieht, ist willens, Unschuldige in seinen Freitod reinzureissen.
Der in der Presse kommunizierte Verdict gründet lediglich auf der Interpretation der französischen Staatsanwaltschaft des Voice-Recorders.

Niemand konnte bislang plausibel erklären, warum Jemand, der so narzistisch gestört ist, um seinen Selbstmord durch das Leben unschuldiger Anderer überhöhen zu müssen, acht Minuten lang schweigt.

Ich bin kein Psychologe, aber ich denke, dass ein narzistisch Gestörter sein Handeln (auch posthum) als 'richtig' interpretiert wissen will.
Schweigt ein narzistisch Gestörter acht Minuten lang; ignoriert schweigsam die Interventionen des Piloten und der Flugsicherung?
Kein Statement zur Partnerin oder anderen Hinterbliebenen, wie z.B. den Eltern, im Angesicht des nahenden, selbst herbeigeführten Todes?
Kein Abschiedsbrief?

Wie passt das ins Bild?

Welche sogenannten Experten, die eine narzistische Störung als Beweggrund vermuteten, setzten sich mit dieser Diskrepanz auseinander?
Exemplarisch hier: Isabella Heuser (ab ca. 28. Minute) in einer sehenswerten Phönix-Runde.


Ich meine nicht, dass der Co-Pilot als unschuldig betrachtet werden soll.
Ebenso wenig aber, meine ich das Gegenteil, bis seine Schuld wirklich bewiesen ist. Dies ist, meiner unrelevanten Meinung nach, bislang noch nicht geschehen.

Die 'Qualitätsmedien' relativieren nicht, sondern folgen der vorgegebenen Meinung. Eine Unschuldsvermutung (bis das Gegenteil schlüssig bewiesen ist) auf die unser Rechtsstaat aufbaut, ist offenbar obsolet.
Als Medienkonsumenten sollten wir uns fragen, ob wir diese Sprechweise akzeptieren:
Wer mag dieser Vorgehensweise (auch noch) zustimmen, wenn er selbst betroffen ist?

Man möge sich fragen, bei welchem Piloten (die ja auch nur fehlbare Menschen sind) nicht etwas zu finden wäre.
Je forcierter man sucht, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas findet, was die eigene Theorie untermauert.

Wie die Medien mit diesem Vorfall umgehen, enttäuscht, bestätigt aber das Bild, welches ich von jenen habe.
Besonders, wenn man so was liest.


Nicht dass ich falsch verstanden werde:
Ein 'erweiterter Suizid' klingt auch für mich am wahrscheinlichsten.

Aber, WISSEN (und damit 'schuldig sprechen') ist etwas vollkommen anderes...!


Nachtrag (Meta-Ebene):
Abschließend sollten wir uns selbstkritisch (hinter-)fragen, ob wir nicht genau das bekommen, was wir wollen:
Einen Schuldigen, dem wir das Unfassbare anlasten können.

Vergessen (oder besser: übergangen) wird dabei die Frage, wie aus unserer Gesellschaft solche Menschen entstehen können.
Was wäre beruflich und gesellschaftlich mit ihm geschehen, wenn er bspw. Depressionen geäußert hätte?

Hätte sich ein beliebter deutscher Fußballtorwart in einem Umfeld umgebracht, in dem er auf Verständnis hoffen könnte?

Bequemer ist es allemal, solche Symtome als pathologisch abzutun.
Die 'Krankheit', die wir Jenen andichten, unbegreifliches zu tun, entsteht nun mal innerhalb eines sozialisierenden Wertegefüges.
Innerhalb dieses Gefüges, fällt man um so tiefer, um so höher man steht.
Die Angst zu versagen oder (in vielfältiger Interpretation) zu fallen, braucht gesellschaftliche Hintergründe.
Wir selbst sind ein Teil dieser >Krankheit<!


Ja, ich weiß, dass manche diese Zeilen gerne so interpretieren möchten, ich wolle unmenschliches Wesen und Handeln relativieren.
Nein, dass möchte ich ausdrücklich nicht:
Weder, bei dem Co-Piloten, sollte er denn das Flugzeug bei klarem Bewußtsein auf den Berg gelenkt haben,
noch, bspw. bei der täglich praktizierten Folter in Guantanamo.

Denn, trotz gelebter Unschuldsvermutung, habe ich leider den Verdacht, dass Trauer und Empörung davon abhängig sind, in welcher Nähe sie entstehen.
Was, wenn der Pilot Afrikaner gewesen wäre? Den Flieger in den Kilimandscharo gelenkt hätte? Keine Europäer an Bord.
Wäre unser (und damit auch das mediale) Interesse dann auch so groß?


Alle Kritik, die wir äußern, findet in einem Wertekontext statt, der diesen letztendlich legitimiert.
Wir prangern nicht das System an, welche eine Symptomatik hervorruft, sondern deren Opfer.

Opfer, die selbstverständlich auch Täter sind (im aktuellen Fall: mutmaßliche Täter).

Und, ja (Shitstorm sei willkommen!) auch Hitler hätte sich vermutlich nicht zu einem dermaßenen Psychophaten entwickelt, wenn er nicht auf ein Volk getroffen wäre, welche seine kranken Phantasien unterstützen.
Bei 'Hitlers Helfer' taucht bezeichnenderweise das deutsche Volk nie auf.

Abschließend sei angemerkt, dass es immer leicht ist, einen Schuldigen für das Unfassbare zu finden.
Vergessen sollten wir dabei aber nicht, dass wir Teil des Umfeldes sind, in dem dieses >Unfassbare< geschieht.

Nachdenkliche Grüße
Dude

UPDATE:
Lesenswert hierzu ein Text bei Carta von Richard Meng.

Samstag, 28. März 2015

Der Duderich hat technische Probleme (2) / Nachtrag zu '150 Menschenleben'

Abteilung: Verflixte Technik

Mein alter Rechner hat den Geist aufgegeben. Frieden seiner Platinen.
Ich habe nun einen neuen.
Seltsamerweise stellt dieser meine Seite vollkommen anders dar. Alles ist anders angeordnet.
Und, noch seltsamer, kann ich über meinen neuen PC nicht mehr kommentieren.
Ich kann nach wie vor Texte in diesen Blog reinstellen, aber wenn ich kommentieren will, weigert sich mein Cursor von seinem Pfeil-Dasein in den Eingabemodus (I) zu wechseln.
Es ist mir schier unbegreiflich und ich vermutete zu erst, dass mein alter Monitor nicht mehr mitkommt.
Also habe ich mir einen neuen Monitor gekauft (war eh überfällig).
An der Symptomatik änderte sich nichts - der selbe Scheiß, nun aber auf einem Monitor mit einer Diagonalen von 60 Zentimeter.

Mir bleibt es unbegreiflich, dass ein neuer PC diese Probleme verursachen kann. Mit anderen Seiten habe ich keine Probleme - nur eben mit meiner.

Wer mir diesbezüglich helfen kann, oder ähnliche Probleme hat, möge sich bitte bei mir melden.
Meine Leser mögen es bitte deshalb entschuldigen, dass ich bis zur Behebung dieser Problems, seltener kommentieren kann (da dies momentan nur von anderen Rechnern möglich ist).

UPDATE:
Die oben genannten >technischen Probleme< sind mittlerweile beseitigt.


P.S. (Nachtrag zu '150 Menschenleben'):

Bei dieser Gelegenheit möchte ich gerne 'Anonymus' antworten (bitte in Zukunft Nickname eingeben).
"Wie schon letztens beim Thema "Wo sind die Positionen der EZB-Gegner in der Presse?" - Warum beschäftigst du dich nicht selber mit einer Antwort auf deine Frage? Man hat in den letzten Tagen  nicht viel lesen oder TV sehen müssen, um auf diese Info hier (aktive Verriegelungsmöglichkeit) zu stoßen."

Beim Verfassen des Textes hatte ich durchaus Kenntnis über den Verriegelungsmechanismus. Auch war und ist mir bewusst, dass für diesen Sinkflug ein Regler um 360° gedreht werden musste.
Das alles sind Indizien, die für diesen 'erweiterten Suizid' sprechen. Deshalb schrieb ich ja auch, dass ich zu 98% der offiziellen Version folge.

Trotzdem bleiben für mich Restzweifel, die ich versucht habe im Text zu begründen.

Wenn man das Prinzip der Unschuldsvermutung akzeptiert, so muss diese auch hier gelten.
Denn, wie ich bereits erwähnte, ist besagter Co-Pilot noch von keinem Gericht verurteilt worden.
Man mag diese Person aufgrund einer Wahrscheinlichkeitsabwägung der momentan bekannten Tatsachen für schuldig halten.
Immer noch ist er aber ein 'mutmaßlicher'(!) Täter. Zumal der Flugschreiber mit den technischen Daten bislang noch nicht gefunden wurde (dort ist doch eigentlich ein Peilsender eingebaut?) "Stattdessen ist der Flugschreiber mit einem Peilsender ausgestattet..."

Grüße, Dude