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Dienstag, 29. Juli 2014

Das einzig Richtige: Sanktionen gegen Putin!

Abteilung: Die vierte Gewalt als Propaganda-Organ

Gerade sah ich einen Bericht des heute-journals zu den Sanktionen gegen Russland. (Erster Beitrag)
Reinstes Propaganda-Fernsehen: Die medialen Lenkraketen, werden gegen Russland in Stellung gebracht. In der Moderation wird Putin mit einem 'schwer erziehbaren Kind' verglichen, bei dem man nicht weiß, ob man strafen oder gut zureden soll. (04:25) Es wird nicht einer einzigen kritischen Meinungen zu den Sanktionen Raum gegeben. Dass die Sanktionen ganz toll und zielführend sind, dafür gab es aber genug stellvertretende Meinungsäußerungen. Eine sicherlich repräsentative Unternehmerin, die selbst Umsatzeinbußen lächelnd in Kauf nimmt, wenn es denn dem Frieden nütze. Geschäfte nicht um jeden Preis! (6:50)
Geht es noch ein wenig polemischer?
Sehr schön auch diese journalistische Stilblüte: "Viele Deutsche aber, so Umfragen, sind für die Handelsbeschränkung." (6:20)
'Viele Deutsche'? 'Umfragen'? Aha!?
Ich würde auch mal gerne ne Umfrage machen:
Möchten Sie diesen Schund weiterhin durch Zwangs-Beiträge mitfinanzieren? Ja? Nein?

Und der SPIEGEL meint noch sich beim Aufschrei der  Reaktionen auf die Cover-Gestaltung falsch verstanden zu wissen. Nee, klar, Fotos von Ünglücksopfern zu missbrauchen und diese um eine Parole zu drapieren, die an Diskursunfähigkeit nicht mehr zu unterbieten ist. "Stoppt. Putin. Jetzt!"
Jawoll!!!
Und dann meint, sich nicht entschuldigen zu müssen, sonder gegenzuhalten (inkl.."Begründung für die Titelzeile")

Hierbei werden folgende Zeilen angeführt (Textauszug aus des dazugehörigen Print-Artikels):
"Hier, in der ostukrainischen Einöde, hat sich Putins wahres Gesicht gezeigt. Der russische Präsident steht enttarnt da, nicht mehr als Staatsmann, sondern als Paria der Weltgemeinschaft. Die Toten von Flug MH17 sind auch seine Toten, er ist für den Abschuss mitverantwortlich, und es ist nun der Moment gekommen, ihn zum Einlenken zu zwingen - und zwar mit harten wirtschaftlichen Sanktionen."
Danke, Spiegel. Wir haben begriffen und sind ausgerüstet für den nächsten Stammtisch.

Es kann einem wirklich Angst und Bange werden:
Fakt ist: Der Abschuss der Passagiermaschine ist nicht restlos aufgeklärt. 'Indizienketten' (SPIEGEL) werden angeführt.Das war's.

Sind wir schon so weit, dass Sanktionen gegen Staaten verhängt werden, bevor ein offizieller Untersuchungsbericht vorliegt? 
Wie viel Propaganda brauchen wir um 'den Feind' zu erkennen? Wie viel davon sind wir bereit zu ertragen?

Sehr passend dazu: Ein mittlerweile in der Mediathek gelöschtes Video


Sonntag, 27. Juli 2014

Die Schlinge zieht sich zu...

Abteilung: Auftragsarbeit für Troptard: "... etwas mit Humor"

Es war ja nur eine Frage der Zeit! Die Überwachung wird immer enger. Kritisch mahnende Zeitgeister, investigative Blogger: All jene sind im Fokus der Überwachung. Darunter natürlich auch ich!
Es wunderte mich also nicht wirklich, dass ich aus dem Bürofenster schauend, einer Überwachungsapparatur ins rotierende Auge blickte.

Dem Qualitätsbloggertum verschrieben, nutze ich natürlich kompetent und routiniert die seit neuestem zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten:


video

Nachfolgend ein Video-Tagebucheintrag, der vielleicht mein letztes Lebenszeichen sein könnte.
Tauche jetzt unter.
Kontaktaufnahme nur über toten Briefkasten oder Chiffre-Meldungen in der Morgenpost.

Meine nächste Nachricht (falls ich nicht vorher gefasst werde) kommt dann aus irgendeinem Internetcafe aus einem Staat ohne Auslieferungsabkommen.

Ihr müsst mir nicht danken, für meine Aufopferungsbereitschaft. Der Duderich nimmt das gerne in Kauf um Euch hinter den 'Vorhang' zu führen.

Hier also mein bisher letzter (und einziger) Video-Tagebucheintrag.
Es wird mein Vermächtnis sein, falls sie mich kriegen.
Schaut dies also mit dem nötigen Respekt!


video

P.S.: Ich bitte die schlechte Tonqualität zu entschuldigen: 
In Wirklichkeit habe ich eine viel coolere Stimme.



Freitag, 25. Juli 2014

Das 'Schutzinteresse der Bevölkerung'

Abteilung: Eine Politik, die nüchtern nicht zu ertragen ist

Es ging durch sämtliche Medien: Das Verwaltungsgericht Köln hat den Selbstanbau von Cannabis für chronische Patienten unter folgenden Auflagen erlaubt:
  • alle anderen Therapien müssen zuvor erfolglos verlaufen sein
  • die Wohnsituation soll den Zugang Dritter zu den Cannabis-Pflanzen verhindern
  • Sicherheitsauflagen müssen erfüllt sein (Einbruchsicherung)
Diese Bedingungen erfüllten drei von fünf Patienten, die geklagt haben. 
Interessant ist hier die Tatsache, dass dieses verbotene und verteufelte Kraut tatsächlich für manche wohl die einzige wirksame Therapie für unterschiedliche Krankheitsbilder darstellt.
Die Leber muss aber tatsächlich zuvor durch >legale< Pharmaka malträtiert werden, bevor Vernunft vernünftig wird, und zu 'Recht' gerinnt. Meiner Interpretation dieses Urteils nach, müsste ein Patient weiterhin Pharmaprodukte konsumieren, die teurer wären und mehr Nebenwirkungen und Gegenanzeigen aufweisen, wenn diese ihm AUCH helfen würden. Weitergedacht ist man als Patient also gezwungen chemische Nachahmungen natürlicher Wirkstoffe einzunehmen, wenn diese AUCH helfen.
Eine Logik, die sich mir nicht erschließen mag.

Helfen kann hier unser Gesundheitsministerium:
Das Interesse des Patienten "an einer Versorgung und Behandlung mit selbst angebautem Cannabis in seiner Privatwohnung" müsse zurückstehen gegenüber "dem Schutzinteresse der Bevölkerung." Quelle: SPIEGEL

Wer aber definiert dieses 'Schutzinteresse'? Die Bevölkerung selbst, oder Jene, die sich anmaßen unsere (Schutz-)Interessen zu definieren? Jene, die ungeachtet der Mortalitätsrate, Alkohol und Zigaretten erlauben und dabei kräftig mitverdienen? Jene, die es tolerieren, dass ihre Bevölkerung verdachtsfrei und massenhaft ausgespäht wird?
In wie fern gilt hier das "Schutzinteresse der Bevölkerung"?
Was wird hier getan, um dieses 'Schutzinteresse' zu gewährleisten?

Dieses Schutzinteresse anzuführen ist meiner Meinung nach mehr als heuchlerisch! 'Schutz' da, wo legislativ gegängelt und erzogen wird, aber nicht da, wo Freiheitsrechte (wie das informationelle Selbstbestimmungsrecht) ad absurdum geführt werden.

Der Staat maßt sich an, mir die Entscheidung, ob ich mich besaufen oder bekiffen will, abzunehmen. Ungeachtet der Tatsache, das Alkohol weitaus suchtgefährdender und schädlicher ist als Cannabis. Und das wird dann (ich wiederhole mich) mit dem 'Schutzbedürfnis der Bevölkerung' begründet!

  • Das alles in dem Wissen, dass Prohibition immer kontraproduktiv in der Bekämpfung von Drogen war.
  • Das alles in dem Wissen, das Prohibition den Nährboden für kriminelle Strukturen bildet.
  • Das alles in dem Wissen, dass die Legalisierung den Konsum von Drogen nie signifikant hat ansteigen lassen.

Das Argument, von Cannabis als Einstiegsdroge ist ebenfalls absurd: Gerade durch die Kriminalisierung von C. werden Konsumenten an jene herangeführt, die evtl. noch andere, gefährlichere Drogen im Angebot haben. Ein kontrollierter Zugang mit Altersbeschränkung in Drogerien oder zertifizierten Abgabestellen würde dies verhindern. Ebenso wie die (sehr gesundheitsschädliche) Zugabe von Blei, um das Gewicht und somit den Verkaufspreis zu erhöhen.

Ich bin nicht für die Legalisierung aller Drogen. Mich ärgert aber diese antiquierte Drogenpolitik, die ungeachtet von Erfahrungen, Studien und gesundem Menschenverstand, erkenntnisresistent weiche Drogen und harte Drogen in einen Topf wirft, schön umrührt und diesen Brei als Drogenpolitik verkauft.

Was mich aber am meisten ärgert, dass mir das auch noch so verkauft werden soll, dass dies in meinem Interesse geschieht!?

Funktioniert so parlamentarische Demokratie?

Und wo bleibt die 'Vierte Gewalt'?

Wo findet ein offener Austausch von Argumenten diesbezüglich statt?
Bei der sich unsere Drogenbeauftragte mal gegen fundierte Argumente wehren müsste?
Findet dieser nicht statt, weil dies zu wenig oder zu viel von gesellschaftlicher Relevanz ist?
Wofür bezahle ich eigentlich GEZ-Gebühren?


Es gibt also nichts zu feiern, an diesem Urteil.
Dass dieses überhaupt solch eine Sensation war, spricht seine eigene Sprache...

Abschließend noch etwas zum Schmunzeln

Donnerstag, 3. Juli 2014

Lesebefehl für den Bundespräsidenten

Abteilung: Das Kreuz mit dem Bundesverdienst

Ich wünschte wirklich, dass 'Monsieur le Président' diesen Brief (bis zum Ende) gelesen hat.

Erkenntnisresistente Vermeidungsstrategien könnten ihn davon abgehalten haben...

Chapeu, Frau (Dr. phil.) Florence Hervé!

Angela Merkel und Sebastian Hahn

Abteilung: Tor!

Was hat Angela Merkel mit Sebastian Hahn(?) gemeinsam?

Hier die Auflösung

Warning: Don't type 'tales'!!!

Donnerstag, 19. Juni 2014

The Pope vs. the Gauck

Abteilung: Celebrity deathmatch

"Weiter führte der Papst aus, das derzeitige Wirtschaftssystem brauche ähnlich wie alle großen Reiche der Geschichte zum Überleben die Kriege. Da ein Weltkrieg unmöglich sei, führe man regionale Kriege. Durch die Produktion und die Herstellung von Waffen sanierten sich die großen Volkswirtschaften und opferten so Menschenleben zu Füßen des Götzen Geld."(Tagesspiegel)


Unser Bundespfaffe ist da ganz anderer Meinung.
So hört sich das an, wenn man aus 'humanistischen Gründen' zum Krieg ruft:

 "Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen", sagte der Bundespräsident weiter. "So wie wir eine Polizei haben und nicht nur Richter und Lehrer, so brauchen wir international auch Kräfte, die Verbrechen oder Despoten, die gegen andere mörderisch vorgehen, stoppen." Für eine solche aktivere Außenpolitik sei in Deutschland ein Mentalitätswechsel nötig, argumentierte Gauck. "Ich habe das Gefühl, dass unser Land eine Zurückhaltung, die in vergangenen Jahrzehnten geboten war, vielleicht ablegen sollte zugunsten einer größeren Wahrnehmung von Verantwortung." Deutschland könne sich auf eine solche Rolle einlassen, weil es inzwischen eine "verlässliche Demokratie" sei."
(Tagesspiegel)

[Hervorhebungen vom Duderich]

Dienstag, 17. Juni 2014

Der Wert eines Menschenlebens

Abteilung: Moralische Dilemmata

Johannes Westhauser. Eine Name, der für eine Person steht. Unbekannt, auch jetzt, wo täglich Meldungen über seine Bergung gesendet werden.

Die Meldungen setzen sich ausschließlich mit der logistischen Herausforderungen der Bergung auseinander. Der überwundenen und zu überwindenden Hindernissen. Man ahnt, wie viel Planung, Man-/Woman-Power, Material, und - vor allem Einsatzbereitschaft und Mut diese Bergung fordert.
Kurz: Das kostet!
Ich nehme mit Genugtuung war, dass die kapitalistische Logik noch nicht in die Riesending-Höhle eingezogen ist. Es wird nicht aufgerechnet und abgewogen.
Ein ganz normaler Mensch (ohne wie immer gearteten Promi/VIP-Status) wird gerettet, koste es was es wolle.
Ich weiß nicht, wer letztendlich die Zeche bezahlt - und das interessiert mich auch nicht. Gerne von meinen Steuergeldern.

Aber trotzdem bleibe ich verwirrt zurück:
Warum wird sich in den Meldungen ausschließlich auf die Bergung konzentriert, und der Mensch Johannes Westhauser bekommt nicht mal eine Statistenrolle?
Erfahrener Höhlenforscher, beruflicher Status, Schädel-Hirntrauma, ähm...
Wurde jemals mehr über ihn geschrieben?
Hätte man mehr über ihn schreiben sollen? Dem Bergungsopfer ein Gesicht geben?
Hat, oder braucht es mich zu interessieren, welche Person denn da genau gerettet wird?
Ganz ehrlich - ich weiß es nicht!

Und weitere Fragen tuen sich da auf, die ich alle nicht beantworten kann:
Was wäre, wenn er ein Kinderschänder wäre, Mörder, Massenmörder, gar Hedgefont-Manager?
Würde ich diesen Aufwand für ebenso gerechtfertigt halten?

Wie viele Menschenleben, in bspw. Somalia, könnten mit dem Kostenaufwand der Bergung gerettet werden?

Und genau hier kommt die kapitalistische Logik um die Ecke:
Alles einpreisen, vergleichen.
Kosten und Nutzen abwägen.

Die ökonomische Vernunft sagt:
Mit möglichst geringem Einsatz, den höchst möglichen Gewinn erzielen.

Angenommen, der Gewinn wäre, Menschenleben zu retten, dann ist die Bergung Westhausers ökonomisch total unvernünftig.
'Ökonomischer' wäre die Rettung hunderter, vielleicht tausender Menschenleben für den Aufwand der Rettung eines Einzelnen.
Fängt Euer moralischer Kompass jetzt auch an zu rotieren?

Und wer seilt sich im Zweifelsfalle ab, um Johannes Westhauser zu verkünden, dass seine Bergung doch zu teuer wäre - im Verhältnis zu einem einzigen Menschenleben. Dass so viele andere viel preiswerter gerettet werden könnten?

Typische loose-loose Situation.

Die Welt scheint mir viel davon...