Follow by Email

Mittwoch, 8. April 2015

Diamanten des Internets (3)

Abteilung: Arbeitskult(ur)

Bin über diesen wunderbaren Text gestolpert, den ich mit meinen treuen Lesern teilen möchte.
Er beschäftigt sich mit dem Fetisch Arbeit und dessen Einbindung in unsere kapitalistische Gesellschaftsstruktur, die bis in unsere eigenen Synapsen vordringt.
Anschaulich und mit einfachen, klaren Worten, werden hier Zusammenhänge aufgezeigt, die man zwar kennt - oder zumindest ahnt. Aber die Lektüre des Textes sensibilisiert dafür, den Wahnsinn zu erkennen, der sich in allgegenwertiger 'Normalität' verbirgt.

Die, denen dieser Text ebenso gefällt wie mir, möchte ich bitten, ihn weiter zu verbreiten.

Montag, 6. April 2015

Neues von der Kanzlerin

Abteilung: Frittierte Sardellen

Hier ein kleines Osterei zu den Feiertagen.
Habe selten solch eine substanzlose Aneinanderreihung von Wörtern gelesen.
Merke: Auch der 'Qualitätsjournalismus' kann Boulevard!
Zugegeben ein überflüssiger Erkenntnisgewinn, aber ich hoffe als Anekdote zum Schmunzeln durchaus zu gebrauchen.

Freitag, 3. April 2015

Die Medien, die Recht behielten, aber nie im Recht waren

Abteilung: Die Sicherung des Flugverkehrs und andere mögliche Konsequenzen

Meiner (nachzulesenden) Meinung nach, wurde seitens der fränzösischen Staatsanwaltschaft und deren unkritscher Auswertung durch die Medien, allzu früh von Schuld gesprochen.
Das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung wurde in den öffentlichen Medien allzu selten bemüht.

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse, bin auch ich aber nun mittlerweile davon überzeugt, dass sich die kolportierte Schuldzuweisung im nachhinein als 'Treffer' erwies.

Trotz alldem sollten wir uns folgendes vergegenwärtigen:
  • Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen ihn. Noch sind nicht alle Daten/Beweise ausgewertet. Obwohl nach publizierter Faktenlage alles gegen ihn spricht, ist er immer noch ein mutmaßlicher(!) Täter. Diese rhetorische Genauigkeit sollte uns die Unschuldsvermutung wert sein.
  •  Dass die übereilte mediale Schuldzuweisung sich wohl letztendlich bewahrheitet, ändert NICHTS daran, dass dies wider dem Pressekodex geschah. Es legitimiert in keinster Weise begangenes, journalistisches Fehlverhalten.

Aus der rückblickenden Betrachtung genannter Vorfälle ergeben sich mehr Erkenntnisse, als durch Änderung von Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen sind.

Mindestens eben so wichtig ist die Auseinandersetzung damit, wie unantastbar Menschenrechte sein sollten, aber im publizistischen Spiegel unserer Gesellschaft offensichtlich nicht sind (Anspruch und Wirklichkeit).

Eine Auseinandersetzung mit den zurückliegenden Ereignissen muss auch eine Medienkritik beinhalten!



Dienstag, 31. März 2015

Schuld, bei Vermutung

Abteilung: Die mediale Personifizierung einer nicht bewiesenen Sachlage
"Nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft war Lubitz bereits vor Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, noch ehe er seine Fluglizenz erhielt. Damals wurde auch eine Selbstmordgefährdung festgestellt." (SPON)
Passt wieder mal schön ins BILD. Noch gibt es keine Quellen, keinen Namen, auf den diese Aussage zurückzuführen ist. Möglicherweise mag diese Aussage jemand getroffen haben (der auch namentlich dazu steht und diese auch belegen kann), und auch das würde mich nicht überraschen.
Mehr überrascht, wäre ich aber, wenn dies tatsächlich geschehen möge, anstatt in der Kakophonie der täglichen Berichterstattung unter zu gehen.

Wenn überhaupt, mag das ein Indiz für die vermutete Tat sein, aber kein Beweis.
Nicht jeder, der Suizid als Lösung für seine Probleme in Erwägung zieht, ist willens, Unschuldige in seinen Freitod reinzureissen.
Der in der Presse kommunizierte Verdict gründet lediglich auf der Interpretation der französischen Staatsanwaltschaft des Voice-Recorders.

Niemand konnte bislang plausibel erklären, warum Jemand, der so narzistisch gestört ist, um seinen Selbstmord durch das Leben unschuldiger Anderer überhöhen zu müssen, acht Minuten lang schweigt.

Ich bin kein Psychologe, aber ich denke, dass ein narzistisch Gestörter sein Handeln (auch posthum) als 'richtig' interpretiert wissen will.
Schweigt ein narzistisch Gestörter acht Minuten lang; ignoriert schweigsam die Interventionen des Piloten und der Flugsicherung?
Kein Statement zur Partnerin oder anderen Hinterbliebenen, wie z.B. den Eltern, im Angesicht des nahenden, selbst herbeigeführten Todes?
Kein Abschiedsbrief?

Wie passt das ins Bild?

Welche sogenannten Experten, die eine narzistische Störung als Beweggrund vermuteten, setzten sich mit dieser Diskrepanz auseinander?
Exemplarisch hier: Isabella Heuser (ab ca. 28. Minute) in einer sehenswerten Phönix-Runde.


Ich meine nicht, dass der Co-Pilot als unschuldig betrachtet werden soll.
Ebenso wenig aber, meine ich das Gegenteil, bis seine Schuld wirklich bewiesen ist. Dies ist, meiner unrelevanten Meinung nach, bislang noch nicht geschehen.

Die 'Qualitätsmedien' relativieren nicht, sondern folgen der vorgegebenen Meinung. Eine Unschuldsvermutung (bis das Gegenteil schlüssig bewiesen ist) auf die unser Rechtsstaat aufbaut, ist offenbar obsolet.
Als Medienkonsumenten sollten wir uns fragen, ob wir diese Sprechweise akzeptieren:
Wer mag dieser Vorgehensweise (auch noch) zustimmen, wenn er selbst betroffen ist?

Man möge sich fragen, bei welchem Piloten (die ja auch nur fehlbare Menschen sind) nicht etwas zu finden wäre.
Je forcierter man sucht, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas findet, was die eigene Theorie untermauert.

Wie die Medien mit diesem Vorfall umgehen, enttäuscht, bestätigt aber das Bild, welches ich von jenen habe.
Besonders, wenn man so was liest.


Nicht dass ich falsch verstanden werde:
Ein 'erweiterter Suizid' klingt auch für mich am wahrscheinlichsten.

Aber, WISSEN (und damit 'schuldig sprechen') ist etwas vollkommen anderes...!


Nachtrag (Meta-Ebene):
Abschließend sollten wir uns selbstkritisch (hinter-)fragen, ob wir nicht genau das bekommen, was wir wollen:
Einen Schuldigen, dem wir das Unfassbare anlasten können.

Vergessen (oder besser: übergangen) wird dabei die Frage, wie aus unserer Gesellschaft solche Menschen entstehen können.
Was wäre beruflich und gesellschaftlich mit ihm geschehen, wenn er bspw. Depressionen geäußert hätte?

Hätte sich ein beliebter deutscher Fußballtorwart in einem Umfeld umgebracht, in dem er auf Verständnis hoffen könnte?

Bequemer ist es allemal, solche Symtome als pathologisch abzutun.
Die 'Krankheit', die wir Jenen andichten, unbegreifliches zu tun, entsteht nun mal innerhalb eines sozialisierenden Wertegefüges.
Innerhalb dieses Gefüges, fällt man um so tiefer, um so höher man steht.
Die Angst zu versagen oder (in vielfältiger Interpretation) zu fallen, braucht gesellschaftliche Hintergründe.
Wir selbst sind ein Teil dieser >Krankheit<!


Ja, ich weiß, dass manche diese Zeilen gerne so interpretieren möchten, ich wolle unmenschliches Wesen und Handeln relativieren.
Nein, dass möchte ich ausdrücklich nicht:
Weder, bei dem Co-Piloten, sollte er denn das Flugzeug bei klarem Bewußtsein auf den Berg gelenkt haben,
noch, bspw. bei der täglich praktizierten Folter in Guantanamo.

Denn, trotz gelebter Unschuldsvermutung, habe ich leider den Verdacht, dass Trauer und Empörung davon abhängig sind, in welcher Nähe sie entstehen.
Was, wenn der Pilot Afrikaner gewesen wäre? Den Flieger in den Kilimandscharo gelenkt hätte? Keine Europäer an Bord.
Wäre unser (und damit auch das mediale) Interesse dann auch so groß?


Alle Kritik, die wir äußern, findet in einem Wertekontext statt, der diesen letztendlich legitimiert.
Wir prangern nicht das System an, welche eine Symptomatik hervorruft, sondern deren Opfer.

Opfer, die selbstverständlich auch Täter sind (im aktuellen Fall: mutmaßliche Täter).

Und, ja (Shitstorm sei willkommen!) auch Hitler hätte sich vermutlich nicht zu einem dermaßenen Psychophaten entwickelt, wenn er nicht auf ein Volk getroffen wäre, welche seine kranken Phantasien unterstützen.
Bei 'Hitlers Helfer' taucht bezeichnenderweise das deutsche Volk nie auf.

Abschließend sei angemerkt, dass es immer leicht ist, einen Schuldigen für das Unfassbare zu finden.
Vergessen sollten wir dabei aber nicht, dass wir Teil des Umfeldes sind, in dem dieses >Unfassbare< geschieht.

Nachdenkliche Grüße
Dude

UPDATE:
Lesenswert hierzu ein Text bei Carta von Richard Meng.

Samstag, 28. März 2015

Der Duderich hat technische Probleme (2) / Nachtrag zu '150 Menschenleben'

Abteilung: Verflixte Technik

Mein alter Rechner hat den Geist aufgegeben. Frieden seiner Platinen.
Ich habe nun einen neuen.
Seltsamerweise stellt dieser meine Seite vollkommen anders dar. Alles ist anders angeordnet.
Und, noch seltsamer, kann ich über meinen neuen PC nicht mehr kommentieren.
Ich kann nach wie vor Texte in diesen Blog reinstellen, aber wenn ich kommentieren will, weigert sich mein Cursor von seinem Pfeil-Dasein in den Eingabemodus (I) zu wechseln.
Es ist mir schier unbegreiflich und ich vermutete zu erst, dass mein alter Monitor nicht mehr mitkommt.
Also habe ich mir einen neuen Monitor gekauft (war eh überfällig).
An der Symptomatik änderte sich nichts - der selbe Scheiß, nun aber auf einem Monitor mit einer Diagonalen von 60 Zentimeter.

Mir bleibt es unbegreiflich, dass ein neuer PC diese Probleme verursachen kann. Mit anderen Seiten habe ich keine Probleme - nur eben mit meiner.

Wer mir diesbezüglich helfen kann, oder ähnliche Probleme hat, möge sich bitte bei mir melden.
Meine Leser mögen es bitte deshalb entschuldigen, dass ich bis zur Behebung dieser Problems, seltener kommentieren kann (da dies momentan nur von anderen Rechnern möglich ist).

UPDATE:
Die oben genannten >technischen Probleme< sind mittlerweile beseitigt.


P.S. (Nachtrag zu '150 Menschenleben'):

Bei dieser Gelegenheit möchte ich gerne 'Anonymus' antworten (bitte in Zukunft Nickname eingeben).
"Wie schon letztens beim Thema "Wo sind die Positionen der EZB-Gegner in der Presse?" - Warum beschäftigst du dich nicht selber mit einer Antwort auf deine Frage? Man hat in den letzten Tagen  nicht viel lesen oder TV sehen müssen, um auf diese Info hier (aktive Verriegelungsmöglichkeit) zu stoßen."

Beim Verfassen des Textes hatte ich durchaus Kenntnis über den Verriegelungsmechanismus. Auch war und ist mir bewusst, dass für diesen Sinkflug ein Regler um 360° gedreht werden musste.
Das alles sind Indizien, die für diesen 'erweiterten Suizid' sprechen. Deshalb schrieb ich ja auch, dass ich zu 98% der offiziellen Version folge.

Trotzdem bleiben für mich Restzweifel, die ich versucht habe im Text zu begründen.

Wenn man das Prinzip der Unschuldsvermutung akzeptiert, so muss diese auch hier gelten.
Denn, wie ich bereits erwähnte, ist besagter Co-Pilot noch von keinem Gericht verurteilt worden.
Man mag diese Person aufgrund einer Wahrscheinlichkeitsabwägung der momentan bekannten Tatsachen für schuldig halten.
Immer noch ist er aber ein 'mutmaßlicher'(!) Täter. Zumal der Flugschreiber mit den technischen Daten bislang noch nicht gefunden wurde (dort ist doch eigentlich ein Peilsender eingebaut?) "Stattdessen ist der Flugschreiber mit einem Peilsender ausgestattet..."

Grüße, Dude

150 Menschenleben

Abteilung: Medialer Sinkflug

Das alles verstört. Man begreift es nicht.
Und, wenn es wirklich so war, wie überall kolportiert wird, selbst dann wäre es möglicherweise zu einfach, jenen Menschen einfach nur für ein gewissenloses Arschloch zu halten.

Das ganze Szenario, so gebe ich zu Bedenken, wäre ja auch möglich, wenn Jener in einem (zugegebenermaßen) kleinen Zeitfenster in Bewusstlosigkeit gefallen wäre. Das würde erklären, warum er nicht mehr auf Impulse von Außen reagiert hätte.

Das Szenario, des Selbstmordattentäters ist das wahrscheinlichste - das empfinde ich genauso.
Aber, es bleiben - zumindest für mich - noch marginale Restzweifel, und solange sollte die Unschuldsvermutung greifen.

Es geht mir, für meinen Geschmack, zu schnell, dass die Möglichkeitsform in der Berichtserstattung immer mehr ausgeklammert wird. Aufgrund der Interpretation der Staatsanwaltschaft gerinnen immer mehr Mutmaßungen zur Faktenlage.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich so zugetragen hat, wie es in den Medien zu lesen ist, schätze ich zu 98% als zutreffend an. Aber es bleiben doch Restzweifel.

Exemplarisch möge man sich den Klassiker 'Die zwölf Geschworenen' (noch) einmal anschauen.

Für mich persönlich (ich spreche ja schließlich nur für mich) ist die Beweislage erdrückend, aber nicht zwingend.
Es gibt unzählige Beispiele, wo sich, bei ähnlicher Beweislage, ein Verurteilter im Nachhinein als unschuldig erwiesen hatte.

Eine Bewusstlosigkeit im relevanten Zeitfenster ist zwar unwahrscheinlich, aber immerhin möglich.
Atemgeräusche gäbe es da auch.

Mein Restzweifel speist sich daraus, dass ich nicht glauben kann, dass man nicht willentlich (bei vollem Bewusstsein)  in den Tod rasen kann, ohne ein einziges Wort zu verlieren. Sich diese Schuld aufladen kann, ohne ein letztes Wort an die Eltern, oder an andere nahestehende Menschen zu verlieren.

Nicht mal ein finales 'Fuck!', oder 'Shit!'

Oder ein muttersprachliches 'Leckt mich doch alle!'
... bevor man in den Berg rast.

Acht Minuten ohne Worte - während man die Schuld von 149 anderen Menschenleben auf sich lädt?
Selbst bei einer spontanen Impulshandlung klingt das für mich unwahrscheinlich.

Ich selbst glaube aufgrund der mir vorliegenden Indizien, dass es so war, wie überall beschrieben.
Aber ich WEISS es nicht!

Und solange (es Restzweifel gibt) sollte die Unschuldsvermutung gelten - ein rechtsstaatliches, aber auch ethisches Prinzip, welches wir ohne Not nicht preisgeben sollten.
Auch nicht durch die Medien, die sich maßgeblich nur auf die Aussagen der Staatsanwaltschaft gründen.
Denen offensichtlich ein Bedienen des Voyeurismus wichtiger ist, als die Einhaltung rechtstaatlicher Prinzipien.
Noch hat kein Gericht diesen Menschen für schuldig befunden.
Auch posthum gilt dieser also solange als unschuldig, sofern wir noch an das Prinzip der Unschuldsvermutung glauben..
Da wird sich jeder, unabhängig der eigenen Fassungslosigkeit und Empörung, entscheiden müssen.

Das mag unbequem sein, und den eigenen Bedürfnissen widersprechen. Ist aber so.
Mir fällt das auch nicht leicht.

Unabhängig davon, gilt meine Anteilnahme den Hinterbliebenen.
Auch den Eltern, jenes mutmaßlichen(!) Gestörten, die nicht nur die Trauer über den Verlust ihres Kindes verarbeiten müssen, sondern auch die Anfeindungen derer, deren Wut ein Ziel braucht.

Donnerstag, 26. März 2015

Verheizung auf beiden Fronten

Abteilung: Die Opfer sind Täter, sind Opfer, sind Täter ...

Ja, ich habe die Wallraff-Sendung auch gesehen. Dort wurde deutlich gemacht, dass nicht nur Leistungsempfänger unter großem Druck stehen, sondern auch die ARGE-Mitarbeiter.

Es mag nicht überraschen, dass von deren Vorgesetzten eine gewisse Sanktionsquote erwartet wird. Leistungssperrungen sparen Geld - und egal ob sie gerechtfertigt sind, oder nicht - sie treffen ja schließlich eh die Richtigen: Die Sozialschmarotzer, die auf unsere Kosten leben.
Die sind nämlich Schuld, dass man sich den Arsch abarbeitet, und man sich trotzdem keinen Urlaub leisten kann.
Die, und die faulen Griechen, die in der sozialen Hängematte dahinschlenzen, finanziert durch unsere Hände Arbeit.

Ich will ja auch gar nicht leugnen, dass auch die Jobcenter-Mitarbeiter arme Säue sind - sofern sie denn noch ein Gewissen besitzen.

Mich würde es auch fertig machen, müsste ich Sperrungen an Bedürftigen verhängen, für Gründe, die vorgeschoben sind.

Mich würde es auch fertig machen, wenn ich (unter anderem) daran gemessen würde, ob ich auch genug Leistungen Bedürftigen vorenthalte.

Mich würde es aus auch fertig machen, wenn ich aus Überlastungsgründen Anträge dem Shredder übergeben muss.

Aber, wer mag überrascht sein, über das eigene Tun im Jobcenter, der die durch die SPD verabschiedete Agenda 2010 kennt?

Mir persönlich drängt sich der Vergleich auf, dass man sich als Soldat beschwert, dass man auf politische Feinde schießen muss. Sogar, und tatsächlich, ohne Gerichtsverfahren!
Ein Skandal!

Wie naiv und uninformiert muss man denn sein, um diesen Job anzunehmen und sich dann darüber zu entrüsten, ungerechte Handlungen vornehmen zu müssen?

Keine Frage: Auch die Jobcenter-Mitarbeiter sind arme Säue. Je mehr Gewissen sie sich erhalten haben mögen, um so mehr werden sie leiden.

Auch sie gehören zu den Opfern, auch sie sind nur Sklaven, die die Reichtumsverteilung von Unten nach Oben organisieren.
Geschenkt.

Sich aber dann zu beklagen, dass das irgendwie nicht gerecht zu geht und man irgendwie ein Problem damit hat..?
Ist für mich genau so blöd und unbedarft wie die Aussage:
"Warum muss ich als Soldat auf jemanden schießen, denn ich gar nicht kenne, und dessen Schuld gerichtlich gar nicht bewiesen ist?"

Für mich ist die Kritik an die Arbeitsverhältnisse, die in diesem SPON-Artikel beschrieben werden, einfach nur naiv.

Wer in der Lage ist Gesetzestexte zu lesen - und bereit ist, das auch zu tun (zumal man diese auch umsetzen soll), der kann nicht überrascht sein, Bedürftige als Schuldige des systemimmanenten Problems bekämpfen zu sollen.

Mann, heul doch, Du armer Jobcenter-Mitarbeiter!

Oder besser:
Such Dir nen Job, den Du mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst!
Und wenn Du den nicht findest:
Dann bist Du genau so ein Opfer, den Du gerade glaubst, aus Zwängen verfolgungsbetreuen zu müssen.

Wenn das auch nicht geht - stell vielleicht mal das System in Frage, dessen Du dienst!

Aber, was gar nicht geht:
Wähle weiterhin die SPD und beklag Dich!

Heul doch, über Dein eigenes Schicksal, während Du Dein Geld damit verdienst, Leidensgenossen verfolgen zu müssen!