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Freitag, 29. Juni 2012

Schön, dass wir verloren haben!

Nun sind wir also rausgeflogen. 

Das Ende teutonischer Sieges- und Allmachtsphantasien und schwarz-rot-goldener Glückseligkeit. 

Immerhin bleiben uns so Bilder erspart, von unserer Kanzlerin, in gespielter Spontanität und medial verwertbarer Volksnähe. Hände, die wohl nie eine Bratwurst zwischen die herabhängenden Mundwinkel geführt haben, verzückt gegeneinander geschlagen oder ungelenk in den Himmel gestoßen. Bilder, die sich einbrennen, unliebsam und doch so nachhaltig - ob ihrer schmierig gespielten und Zustimmungswerten generierenden Volksnähe - mit der Authentizität  einer Schüler-Theateraufführung, oder schlimmer noch, einer gescripteten Reality(sic!)-Soap.

Sicher, es ist bitter für die euphorietisierte Masse, die Deutschlandfarben aus dem Gesicht, von Fensterbänken und dem eigenen Pkw entfernen zu müssen und zum eigenen belanglosen Leben zurückzukehren. Zurück zum unterbezahlten, perspektivlosen Job, der doch so viel besser ertragbar war, solange am Feierabend das nächste Deutschlandspiel wartete. WIR, die wir betrogen wurden um das Finale, WIR, der potenteste Wirtschaftsstandort in der EU, WIR, die mit unseren mühsam erwirtschafteten Steuermitteln südeuropäischen Schlendrian finanzieren. WIR, die wir unsere Heroen in keinen Werbespots mehr sehen dürfen, für Produkte bei deren Erwerb wir hoffen durften, dass der deutsche Erfolg auf uns abfärbt.

Ist das etwa fair?

Aber ja!


Keine Spiele mehr - nur noch Brot!

Donnerstag, 21. Juni 2012

Die omnipräsenten Märkte und deren Befindlichkeiten

Die nervösen Märkte...
Keiner sieht sie, aber jeder hat sie im Auge. So auch die  Verfassungsrichter.

Zumindest laut Spiegel:
"Die Hütte brennt", sagt ein führender Oppositionspolitiker der Grünen mit Blick auf Spanien und bringt damit das Dilemma zum Ausdruck, mit dem sich auch ein Verfassungsgericht bei seiner Abwägung von Klagen konfrontiert sieht: Die Richter werden ebenfalls die nervösen Märkte im Auge haben.

Nennt mich naiv, aber ich dachte bislang, dass die Verfassungsrichter dem Grundgesetz verpflichtet sind, und nicht den Märkten.

Vielleicht sollte man das Grundgesetz entsprechend umschreiben. Schwarzrotgelbgrün würden sicherlich eine 2/3 Mehrheit zusammenbringen. 

Dann hätten wir sie endlich offiziell und amtlich: Die marktkonforme Demokratie

Dies würde die Märkte (die nervösen) sicherlich für ne Woche beruhigen...

Montag, 18. Juni 2012

Heiko Schrang: Der 29.06.2012 wird das Leben aller Deutschen grundlegend verändern.


„Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit lauter guten Absichten.“(William Shakespeare)
Während die Euphorie der Mehrheit der Deutschen aufgrund der Erfolge der Fußballnationalmannschaft von Tag zu Tag zunimmt, tritt ein Ereignis mit essentieller Bedeutung für das deutsche Volk immer weiter in den Hintergrund.
Am 29. Juni, kurz vor dem Endspiel der Fußball-Europameisterschaft, findet die Abstimmung im Bundestag zum Fiskalpakt statt, der den Weg zur Fiskalunion ebnet. Dieser Fiskalpakt bedeutet einen beträchtlichen Transfer der staatlichen Souveränität, da das Haushaltsrecht -einer der Eckpfeiler der Demokratie - an eine überstaatliche Einrichtung übergeht. Mit dem Fiskalpakt wird eine europäische Föderation gegründet, die unser Grundgesetz nicht erlaubt, wie bereits das Bundesverfassungsgericht in seiner Lissabon-Entscheidung festgestellt hat. Nur wenige wissen, dass der Fiskalpakt eine Art Ewigkeitsklausel beinhaltet, da er nur mit Zustimmung aller 27 Mitglieder geändert werden kann. Diese besonderen Entscheidungen beträfen laut Art. 79 GG Grundrechte und Souveränität des Regierungssystems und laut Art. 146 GG erfordere dies eine Volksabstimmung.
Die Machtverhältnisse, die sich durch diese Fiskalunion ergeben würden, kämen einer Revolution gleich. Aus der Geschichte kennen wir in der Regel eine Revolution, die von unten nach oben geführt wird. Wenn jedoch, wie in diesem Fall, sich eine Revolution von oben nach unten vollzieht, dann nennt man das einen Staatsstreich oder Putsch.

Montag, 11. Juni 2012

Gott sei Bank!

Vorgestern 40 Milliarden (40.000.000.000)

Gestern 100 Milliarden (100.000.000.000)

Heute ist das längst nicht mehr genug.

'Systemrelevante' Banken.

Unser höchstes Gut...
... an der Zuweisung öffentlicher finanzieller Mittel gemessen.

"Na, wenn's dem Weltfrieden dient..."

[Schuldenuhr Deutschland: (schätzt mal, bevor ihr anklickt!)]

Sonntag, 10. Juni 2012

Freiwillig Frei! Denken hilft.

Vielleicht ist es dem ein oder anderen Leser aufgefallen, dass sich ein neuer Link in meiner Blog-Roll befindet.

Ich, der ich dachte, mich in der Blogger-Szene einigermaßen aus zu kennen, bin über ein wahres Schätzen gestolpert:

http://www.freiwilligfrei.info/

Für Alle, die phillosophisch interessiert sind und gerne außerhalb gängiger Konventionen denken, wird sich hier eine wahre Fundgrube auftun!

Hier ein Beispiel:


Schaut mal rein! :-)

P.S.: Nicht alles was dort vertreten wird, hat meine 100%ige Zustimmung. Also, hinterfragt die Inhalte und zieht Euch das heraus, was Euch gefällt. Die Seitenbetreiber, so habe ich den Kommentaren entnommen, antworten auch gerne auf kritisches Hinterfragen...

Update:
Ich muss mein urspüngliches Lob relativieren. In den Kommentaren hier und auch in den Kommentaren auf der Freiwilligfrei-Seite wird klar warum...

Nachtrag:
Aus wohl nachvollziehbaren Gründen wurde der entsprechende Link aus meiner Blog-Roll gelöscht. Sorry, dass ich so voreilig diese Seite empfohlen habe. Im Nachhinein schäme ich mich ein wenig...

Samstag, 9. Juni 2012

Der Abgrund innerhalb des Tellerrandes

Nach neoliberaler Leseart funktioniert der 'Markt' am besten, wenn dieser ohne Einmischung des Staates, agieren kann. Wenn aber Banken aus diesem Spiel der freien Kräfte erneut drohen hinausgeworfen zu werden, dann, ja dann, hat bitte der Staat/die Staaten helfend einzugreifen!
Schließlich gilt es, das "Vertrauen der Märkte" zu erhalten.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise wurde so gut wie nichts getan, um die Finanzmarktspekulationen zu regulieren. Wenn sich die altbekannten Verwerfungen aber in der Bedrohung von Gläubigerinteressen manifestieren, dann werden Milliardenbeträge öffentlicher Mittel zur Erhaltung dieses Vabanquespiels bereitgestellt.

Wenn dies geschieht, wird in den betroffenen Ländern ein strikter Austeritätskurs oktruiert, der - wenn mag es verwundern - zum größten Teil auf Kosten der Bevölkerung geht (Privatisierung öffentlichen Eigentums, Abbau und Reduzierung der Sozialleistungen und öffentlicher Leistungen, Senkung der Löhne und Gehälter, Abbau von Arbeitnehmerrechten, usw.). So wird der Steuerzahler gleich doppelt in Haft genommen für die Perversionen eines unkontrollierten Finanzsystems.