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Mittwoch, 30. Januar 2013

Gute Nachricht des Tages (3)

Abteilung: 'Scheibenwischer' war vorgestern

Der Duderich ist immer auf der Suche nach guten Nachrichten, die in der Masse der Horrormeldungen meist untergehen.

Hildebrand hat Startkapital für seinen Störsender zusammen (Süddeutsche.de)

Wer mehr über Hildebrands Störsender erfahren will - einfach auf Werbebanner oben rechts auf meiner Seite klicken!

Wie auch die Nachdenkseiten wünsche ich diesem Projekt viel Glück und Durchhaltevermögen. Denn wir brauchen jede Gegenöffentlichkeit, die wir kriegen können!

Dienstag, 29. Januar 2013

Brüderle und Schwesterle

Abteilung: Anti-feministischer Bullshit

Endlich ist Brüderle zu was gut!
Nicht nur, um wie zuvor, die negativen Langzeitwirkungen von überbordenden Weinkonsum zu demonstrieren.

Nein, viel wichtiger:
Selbst die dümmste Anmache, die wir (Männer) selbst mal im Suff als geistreich hielten (hier spricht ein Sündiger), wirken im Vergleich zu Brüderle wie romantische Feingeistigkeiten.
Durch die eigene Sozialisation wurde einem früh gewahr, dass die amtliche Bescheinigung einer begehrenswerten Frau gegenüber, dass sie einen hohen zu verfeuernden Brennwert vor dem Blockhaus - kurz: 'Viel Holz vor der Hütt'n hat' eher kontraproduktiv ist.
Mag man den Busen der Verehrten auch noch so attraktiv finden, man beschränkt sich dann doch lieber auf die Augen, auf die Anmut, auf das Wesen der Angebeteten.
Und das ist auch verdammt gut so!
Niveau ist schließlich keine Hautcreme (haha!) und es macht ja den Reiz des Flirtens aus, dass man sexuelles Begehren nicht plump verpackt, sondern versucht, dieses in schöne Worte zu verkleiden.
Dies gehört zum 'Spiel' und dieses Spiel ist sehr reizvoll. Beiderseitig!

Andererseits habe ich bislang keinen Mann getroffen, der sich als Sexualobjekt missbraucht fühlte, wenn man ihm von weiblicher Seite einen 'Knackarsch' bescheinigt hätte...

Und es ist ja auch nicht so, dass Macht, Einfluss und Vermögen keinen Einfluss auf die Partnerwahl des weiblichen Geschlechts ausüben würde.

Heute bspw. kolportierte unsere Lieblingspostille des 'kleinen Mannes' dass Desiree Nosbusch in Dieter Zetsche ihre 'neue Liebe' gefunden hätte.
Wie romantisch: Geldadel trifft Schönheit!
Mir persönlich drängt sich da doch die Frage auf, ob sie diesen uncharismatischen Kerl mit Seehund-Bart auch erwählt hätte, wenn er bspw. Gas-Wasser-(Scheiße)-Installateur (nichts gegen diesen ehrenwerten Berufsstand!) wäre. Oder gar - Gott bewahre - Hartz IV-Empfänger?
Nein, die romantische Liebe findet, medial begleitet, in Königshäusern statt - unter Reichen und Vermögenden!
Keine Love-Story unter Sozialleistungsempfängern wird medial aufbereitet. Wen interessiert es auch, eine Liebesbeziehung, die sich keinen gemeinsamen Kino-Besuch leisten kann?
Egal welche Gefühle sich da entgegenschlagen:
Medial nicht verwertwertbar: Gemeinsames Mittag-Essen bei der Tafel? Muahaha.
Dann lieber Zesche und Nosbuch. Hat ja so ein bisschen den Sissi-Faktor. Wahre Gefühle interessieren nicht - solange sie nicht mit Kaufkraft unterspeist sind.
Selbst die Romantik, die Liebe wird mittlerweile kapitalistischen Kriterien unterworfen:
Reichtum, Adel und Einfluss ist romantisch - ohne dass dies Jemand kritisch hinterfragt.
Eure Romantk - ihr Gleichgeschalteten - bedeutet mir nichts!

Ihr könnt diese Romantik ausleben, auf Seidenbettwäsche.
Ich könnt von Romantik und Liebe träumen und dafür bezahlt ihr Eure Mätressen.
Und genau hier beginnt die weibliche Verantwortung an den bestehenden Zuständen:
Wo kein Bedarf, dort auch keine Nachfrage.

Wird da nicht einem gut gefüllten Bankkonto nicht einem gut gefüllten Trachtenkleid (Dirndl) gleichgesetzt?
Ist das nicht auch(!) ein Stück Sexismus?
Wenn 'nein', warum dann trotzdem 'ja'???
Diese Gedanken sind selbstverständlich frauenfeindlich - zum Glück habe ich wenig weibliches Publikum...

Kommen wir (endlich) auf die politische Dimension zurück:
Ich hoffehoffehoffe, dass die FDP endlich den Status erhält, den sie verdient hat. Dass sie in der Bundestagswahl die 5%-Hürde nicht überspringen kann. Es gibt unzählige Argumente, die man dieser menschen-verachtenden Partei entgegensetzen kann.
Wer da einen angesäuselten Brüderle braucht, der in seinem Gebaren in den 70ern stehen geblieben ist, der denkt nicht politisch, sondern will das Stammtisch-Niveau bedienen.

Sicherlich ist unter- und oberschwelliger Sexismus ein gesellschaftliches Thema.
Ich aber, werde das Gefühl nicht los, dass die Auseinandersetzung damit nicht wirklich ernsthaft betrieben wird.
Der Sexismus Frauen gegenüber wird auch weiterhin bestehen - eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung damit sehe ich nicht.
Gerade diese, medial gespeisten und kolportierten Aufhänger, lenken die Auseinandersetzung von den gesellschaftlichen Wurzeln des Sexismus ab.
Sexistische Unterdrückung der Frauen wird auch lange nach Brüderle und der FDP weiterbestehen.

Keine Frauen- (neudeutsch: Gender-) Quote wird dies verändern.
Sexismus hat ihren Ursprung in der angelernten, sozialisierten Rollenverteilung der Geschlechter.
Ein wichtiger Schritt wäre hier aber auch, dass die weibliche Seite - auch wenn sie die meinungsmachende Minorität darstellt - eine Mitverantwortung einräumt.

Ich will hier wirklich (ganz ernst gemeint) keine Opfer zu Tätern machen!
Ich weiß, dass es eine 'Men's-World' ist, in der wir leben.
Aber auch Frauen verfestigen bestehende Zustände und können sollten die Verantwortung für den bestehenden Sexismus nicht alleine männliche Schultern tragen lassen.

Es wäre der Sache förderlicher, wenn von weiblicher Seite nicht nur der Zeigefinger entgegengestreckt würde - sondern die ganze offene Hand.

Der Weg in eine gemeinsame und gerechte Zukunft kann nur in Einklang geschehen.
Kein Mann würde die 'Weiblichkeit' als überflüssig betrachten.

Ich selbst bin bereit, eine wirkliche Gleichberechtigung anzustreben.
Aber dazu gehört auch, Sexismus als nicht ausschließlich männliche Attitüde zu betrachten...



Grüße vom Duderich
der sich, sich selbst überraschend, auf das Minenfeld der Gender-Frage begeben hat.
Seid gnädig in den Reaktionen!

War ein Scherz!
Tretet mir in den (Knack-)Arsch!!! :-P
Tut aber nur weh, wenn argumentativ begründet!

Eure Duderine

Fliegende Bretter (Inspiration für diesen Post): 'Seltener Troll'
Telepolis: 'Ist das peinlich!'
Satirische Ausführungen vom Postillion dazu

Abschließend die Verlinkung zu einem Text von Birgit Kelle (danke, Ano12), der sicherlich vielen Männern aus der Seele sprechen wird. So war es zumindest bei mir...


Mittwoch, 23. Januar 2013

Forum für die Ausgestaltung einer Alternative zu diesem 'Scheiß-Sytem'


Abteilung: Eine andere Welt ist möglich - ... aber welche?

Heute habe ich im Kollegen-Kreis die Meinung vertreten, dass Niemand Grund besitzen sollte. Wälder, Berge, Seen, Meere, ..., existieren seit Tausenden/Millionen von Jahren und NIEMAND sollte sie besitzen können und über diese Verfügungsgewalt ausüben dürfen - diese Verfügungsgewalt sogar an Nachkommen vererben können!

Ich erntete Gelächter und Unverständnis.
Der Zeitgeist lebt, fühlt und denkt heutzutage anders.

Damit habe ich grundsätzlich kein Problem, denn meine Überzeugungen speisen sich nicht aus dem Verständnis Anderer.

Die linken, oppositionellen Kräfte (gerade auch in ihrer Zerstrittenheit) dürsten nach eine kommunizierbaren Alternative zu diesem System, welches sie kritisieren und überwinden wollen.

Zunächst einmal möchte ich (aus meiner individuellen und subjektiven Warte heraus) folgende Widersprüche am Bestehenden aufzählen:

  • Unser System basiert auf Wachstum. Wachstum ist aber immer endlich, zumal in einem begrenzten System (Erde). Qualitatives Wachstum mag ein Teil der Lösung sein, es kann aber nicht DIE Lösung sein.
  • Dem Planeten Erde werden Ressourcen abgetrotzt (den kapitalistischen Marktgesetzen entsprechend) in einem Tempo in der diese sie nicht regenerieren kann. 
  • Es gibt dafür unzählige Beispiele: Verwüstung (im doppelten und mehrfachen Sinne) durch Abholzung von Wäldern um diese urbar zu machen. Überfischung. Stetig wachsende (und damit ressourcenverschlingende) Bevölkerung dieses Planeten. Emmisionen, die in diesem Maße von 'Mutter Natur' nicht mehr kompensiert werden können, usw. .
  • Wachsendes Auseinandertriften von Armut und Reichtum - und damit (nötiger?) Gefährdung des 'sozialen Friedens'. Innerhalb von Volkswirtschaften, aber auch im Konkurrieren von Volkswirtschaften auf Kosten des allgemeinen Wohlstandes.
  • Obsoletes und überholtes Vertrauen und die Ausrichtung und Unterwerfung auf Marktkräfte, die ihr Scheitern mehrfach und umfassend demonstriert haben.
  • Kampf um fossile Ressourcen mit militärischer Macht, die nur wachstumsbasierende Industrienationen in dafür ausreichendem Maße besitzen.

(Diese Aufzählung ist selbstverständlich unvollständig und kann/soll gerne durch Kommentare ergänzt werden...)

Daraus ergeben sich folgende Fragestellungen, deren Beantwortung zu einer Entwicklung einer Alternative unumgänglich sind:

  • Wie sind Besitzverhältnisse zu regeln? Kann dies ohne Geld und ohne Zins und Zinseszins gestaltet werden? Wenn ja, wie?
  • Wie ist eine Symbiose mit den natürliche Ressourcen dieses Planeten zu gestalten? 
  • Stichwort: Nachhaltigkeit
  • Wie ist die Überwindung aktueller Macht- und Besitzverhältnisse gewaltlos möglich?
  • Was ist dem Konsumerismus entgegenzusetzen? Wie können Menschen davon überzeugt werden, dass Besitz und Konsum nicht glücklich machen kann; dass dieser nicht der Sinn unserer Existenz ist? Wie kann eine (entschleunigte) Alternative schmackhaft und erstrebenswert gestaltet werden, deren Perspektive über die eigene Lebensspanne hinausgeht? 
  • Anders ausgedrückt: Wie kann eine kritische Masse davon überzeugt werden, Konsumverzicht auszuüben (bspw. reduzierter Fleischverzehr) und den momentanen (konsumbasierten) Status Quo einzuschränken?
Der Versuch einer Beantwortung dieser (und unzähliger anderen) Fragen, die die Kommentatoren bitte hinzufügen mögen, ist der erste Schritt zur Ausgestaltung eines alternativen Gesellschaftsentwurfes.

Ich hoffe, dieser Post ist der Anstoß zu einem Prozess, Ansätze einer Alternative zu Bestehendem zu entwickeln, welcher ja von uns allen Oppositionellen zu recht kritisiert wird.

Ich selbst kann und will keine abschließend Antworten und Lösungen bieten. Meine Intension ist es, einen regen Gedankenaustausch anzustoßen und dafür hier einen Platz zu bieten.

Freue mich auf Eure Gedanken, Ideen und Visionen dazu!

Leserkommentar des Tages (1)

Abteilung: Wahlanalyse aus der Kommentarspalte


"Fazit ----Lebensarmut, Prekäre Lebensumstände,Sklaven Arbeitsverhältnisse, Perspektivlosigkeit alles kein Problem für die Vollpfosten, man vertraut weiter dem Bündnis zur Wahrung der Interessen aus Kapital und Wirtschaft und fühlt sich so gut regiert, das man die Einzigen die etwas für die Bürger tun wollen, abstinken lässt ....


da freut sich der Michel sich wie Bolle ...Hauptsache LINKS verhindert !1!!"

*Ahhhgehmerfort*

Sonntag, 20. Januar 2013

Der Schrecken in Zahlen

Abteilung: Zahlen für die wir zahlen werden

Ergebnisse Landtagswahlen Niedersachsen:

Nichtwähler: 40,6%
CDU: 36,3%
SPD: 32,6%
FDP: 9,8% (!)
Die GRÜNEN: 13,6%
Die LINKE: 3,3% (!)
Die PIRATEN: 1,9% (!)
Sonstige: 2,5%

Ein Trauerspiel!
Die FDP bekommt ziemlich genau 3x so viele Stimmen wie die LINKE!
Die PIRATEN sind ebefalls abgesoffen.
Breites Entsetzen und  Verzweiflung in den Kommentarspalten der Blogger-Szene - zumindest bei den Seiten, die ich lese.
Wie dort schon mehrfach geäußert, hat dieses Wahlergebnis nur einen möglichen positiven Aspekt:
Rösler bleibt wohl Parteivorsitzender und wird (so die letzte Hoffnung) die FDP zur Bundestagswahl an die Wand fahren (obwohl dieses Wahlergebnis meine Hoffnung diesbezüglich relativiert).

"Denk ich an Deutschland in der Nacht..."

Dieses Ergebnis macht mich ziemlich sprachlos. Nicht so Roberto Laputente, dessen Text zu diesem Wahlergebnis ich meinen Lesern empfehlen möchte. Mehr gibt es dazu wohl  nicht zu sagen...

Mittwoch, 16. Januar 2013

Wir haben Sommer

...  als Bundesvorsitzenden der größten Dachorganisation von Einzelgewerkschaften, namentlich des DGB.

Eine ziemlich wichtige Figur, für sozialdemokratische (upps, warum hört sich dieser Terminus so negativ-belastet an?) Opposition. Man sollte meinen, dass es aus dieser Warte viel zu kritisieren gäbe, an der momentanen schwarz-gelben Regierung, die für Wirtschaftswachstum auf Kosten von Arbeitnehmerinteressen, die für Arbeitsrechte-Abbau (genannt 'Reformen') steht, und die sich eisern gegen den gesetzlichen Mindestlohn stellt. Dies hindert Sommer jedoch nicht daran auf Kuschelkurs mit der Kanzlerin zu fahren, bzw. deren Kuscheln zu erwidern. Abgesehen davon, dass kuscheln mit das Merkel keine schönen Assoziationen weckt, sollte man meinen, dass ein Gewerkschaftsfunktionär, dessen originäre Aufgabe ja die Interessenvertretung der Arbeitnehmer ist, sich nicht mit einer Politikerin gemein macht, die diese nie im Sinn hat(te), sondern für eine 'marktkonforme Demokratie' eintritt.
So verkommen und vom Neoliberalismus unsere Gesellschaft flächen- deckend durchdrungen ist, mag es aber niemanden wirklich wundern, wenn Sommer mit Merkel schmust und auf deren Klaviatur spielt.
Doppelverglast und wärmeisoliert wie dessen Büro im Glasturm und sein Bonzen-Funktionärsschlitten ausgestattet ist - wie kann er da noch die soziale Kälte wahrnehmen, die die momentanen Außentemperaturen limboartig locker unterbietet?
So ist es kaum verwunderlich, dass Merkel und Steinbrück zur Klausurtagung des DGB eingeladen sind, nicht aber Vertreter der LINKEN, die fast deckungsgleich die Positionen vertritt, die der DGB sich offiziell auf seine Fahnen schreibt.
Die selbe Korruption, die unser parlamentarisches System und die 'Vierte Gewalt' durchdringt ist schon längst auch in außerparlamentarischen Organisationen, wie beispielsweise den Gewerkschaften angekommen.

Aber selbstverständlich wird der deutsche Michel weiterhin brav seine Gewerkschaftsbeiträge bezahlen, Merkel die Treue halten, oder wahlweise auf die Abziehfigur Steinbrück reinfallen. Ist doch letztendlich auch egal, welche kommende Regierungskoalition unseren Sozialstaat weiter sturmreif schießt.
Die letzten verbliebenen FDP-Wähler sind wenigsten nicht so abgrundtief blöde sich von linksblinkenden Parolen verarschen zu lassen, sondern wählen konsequent diese Partei um sich der Solidarität der Gesellschaft zu entziehen - Gewinnmaximierung nennt man das heute. Diese Kälber wählen nicht ihren Metzger selber, sondern den steuerbegünstigten Fleischverwertungskonzern.

Öffentliches Eigentum ist für die Begüterten sowieso verzichtbar, wenn die Privatisierung alle Leistungen käuflich macht. Wer mehr Steuern zahlt, als er verfolgungsfrei hinterziehen kann, ist selber Schuld. Und wer als politischer Vertreter der Bevölkerung nicht ein paar Leckerlis von Lobbyorganisationen mitnimmt macht sich bereits ob seines Gutmenschentums und seiner Naivität sowieso untauglich für öffentliche Ämter.

Dieses System nennt sich (immer noch) Demokratie. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Nichtwähler ihre Stimme verkaufen können.
Der Markt regelt alles. Auch politische Einflussnahme.
Und Reichtum verpflichtet - nämlich zum Vermehren des eigenen Reichtums auf Kosten Unterprivilegierter.

So ist das System nun mal.
Solange wir es nicht bekämpfen (nicht die Demokratie in ihrem eigentlichen Sinne), festigen wir es, ja, sind Teil dieses Systems und verantworten somit weitere zukünftige soziale Verwerfungen, die sich bereits in Rest-Europa und auch hier ihre Bahn brechen.

BILD-Leser und andere Medienkonsumenten werden späteren Generationen, wie schon in der früheren deutschen Geschichte, gegenüber behaupten, sie hätten von all diesem nichts gewusst.
Das wird sogar meistens stimmen, aber sie wollten es auch nicht wissen.

Es geht schließlich nur noch um die Erhaltung des eigenen Status Quo. Wir sind alle zu Individuen zugerichtet worden, nicht mehr Teil einer Gesellschaft/Gemeinschaft. Dies wird uns verkauft als persönliche Freiheit und individuelles Glückschmiedetum.
Alle, die unsere Solidarität benötigen, sind nur noch Kostenfaktoren, die uns finanziell nach unten ziehen und somit unseren Marktwert bedrohen.
Menschlichkeit und Humanität stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Alles muss sich rechnen. Jeder ist Einzelunternehmer seiner eigenen ICH-AG und steht in Konkurrenz zu seinen Mitmenschen.

Der Großbildfernseher soll das Fenster nach draußen auf die Realität ersetzen.

Und genauso wenig, wie noch  so hochauflösende Bildschirme die Realität abbilden, stehen Funktionäre wie Sommer für Arbeitnehmerinteressen ein.

Hannah Arendt postulierte mal, dass niemand das Recht hat zu gehorchen.
In der Illusion, dass dieses System dem eigenen Nutzen dient, wird dieses Recht tagtäglich gebrochen.

Auch in der Werbepause...


Sonntag, 6. Januar 2013

'Wieviel Arbeit braucht der Mensch?'

Abteilung: Beruf und Berufung

Habe mich in letzter Zeit ein wenig rar gemacht, was Gründe hat, die in meiner 'analogen Welt' liegen...

Trotzdem bin ich über diesen Text gestolpert, der den Blickwinkel der Meta-Ebene auf unsere 'Leistungsgesellschaft' einnimmt, den ich so oft (auch bei mir selbst) in der Blogger-Szene vermisse.

Auszug:
"....Was ist geschehen, dass die Arbeit von einem notwendigen Übel zu einem hochrangigen Lebensziel, dem alle in scharfer Konkurrenz nachjagen, mutieren konnte? Die Antwort ist bestürzend einfach: Es geht in der Frage gar nicht um Arbeit und Arbeit ist auch nicht erstrebenswert. Es geht um Geld. Die Frage: „Wieviel Arbeit braucht der Mensch?" und jene andere: „Wieviel Geld braucht der Mensch?" sind gleichbedeutend. Arbeit haben heißt Geld haben. (Mehr oder weniger, versteht sich, aber das lassen wir jetzt einmal beiseite.)

Mit der Gleichsetzung von Arbeit und Geld erfährt die Arbeit eine unerhörte Entwertung, obwohl sie scheinbar so begehrenswert ist wie nie zuvor in der Geschichte. Von den unendlich vielen Weisen, sein Dasein zu sichern durch verschiedenste, an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasste Unterhaltstätigkeiten und von den verschiedensten Weisen, das gesellschaftliche Miteinander zu gestalten, ist nur die Arbeit für Geld übrig geblieben. Überhaupt sind die Menschen in der industriellen Gesellschaft auf drei Tätigkeitsformen festgelegt, die alle drei verheerende Folgen haben für die Menschen, die radikal entfähigt werden, und für ihre Lebensgrundlagen, die radikal geplündert werden..."


Kein Kleinklein, sondern wirklich fundamentale Gedanken über die Zusammenhänge unserer Gesellschaftsstruktur, die den Slogan "Wir wollen Arbeit!' ad absurdum führt.

Absoluter Lesebefehl für die treuen Leser meiner Seite!
Ein Text, den ich selbst gerne geschrieben hätte...

Werde mich in Kürze mit eigenen Gedanken zurückmelden.

Bis dahin
Euer Duderich