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Freitag, 29. März 2013

Merkel und das Hitlerbärtchen

Abteilung: Damenbart














Wir habe in der Vergangenheit gut damit getan, den Ball flach zu halten in Europa.

Der Kniefall Brandt's stand uns gut!
Demut kann eine Zierde sein.

Heuer ist Demut keine kommunizierte Größe mehr, mittlerweile spielt sich Deutschland als Schulmeister auf, der mit mahnendem Zeigefinger anderen Staaten diktiert, wie sie zu wirtschaften haben.

Gerne vergessen wird dabei, dass andere Staaten nach dem verlorenen Weltkrieg, in dem wir unvorstellbares Leid verursachten, uns die Hand reichten und dem deutschen Volk eine zweite Chance zubilligten.

Früher versuchten wir Europa mit militärischer Gewalt unterzujochen.
Heute soll Europa (genauer, die Mitgliedstaaten der EU) sich von uns vorschreiben lassen, wie sie zu handeln haben. Es ist nicht mehr die Gewalt der Waffen, es ist die Gewalt der Politik, die Finanzinteressen dient.

Jene Volkswirtschaften, die durch die Exzesse der Finanzmarktspekultationen in's Trudeln kommen, verschreiben wir den deutschen Weg der Austerität. Bedeutet: Abbau von Errungenschaften der sozialen Sicherheit um taumelnde Finanzimperien zu retten. 

Die Entrechtung der Abgehängten, die sich mangels an Widerstand der deutschen Bevölkerung etablieren konnte (Agenda 2010), wird zur Road-Map in EU-Raum erhoben.

Gewinne von Spekulation fließen ungehindert, solange sie gut gehen. Ansonsten haftet der Staat (/das Volksvermögen).
Das ist der deutsche Weg, den Schröder geebnet hat. Das ist der Weg, den wir anderen Mitgliedern der EU verschreiben!
Wir verschenken kein Geld, wir verleihen es gegen Zinslasten! Wir verdienen daran! Am meisten an denen, die am Boden liegen, weil diese höhere Zinsen zahlen müssen. Sollen sie halt Sozialabbau betreiben, um diese zu bedienen! Sollen sie privatisieren um kurzfristige Bilanzgewinne zu generieren um den Zinshunger zu bedienen. 

Wir wollen uns als generöse Spender sehen, die selbstlos Geld verleihen um andere Volkswirtschaften zu retten. Wir wollen Dankbarkeit für die Bereitstellung von Geldmitteln. 
Aber es ist schlicht und ergreifend ein Geschäft um den Reichtum zu mehren, der nur wenigen Begünstigten zukommt.

Deutschland unterdrückt andere Staaten innerhalb und außerhalb der EU!
Nicht mit Waffengewalt - wie im letzten Jahrhundert. 
Aber die Unterdrückung ist manifest.

Und in so fern mag ich auch die Hitlerbärtchen im Gesicht von Merkel bei Demonstrationen abgehängter EU-Mitglieder nachvollziehen können...  


Mittwoch, 27. März 2013

Die nackte Wahrheit - oder: Des Kaisers neuer Fummel

Abteilung: Es gibt nichts zu sehen! Gehen sie bitte weiter!

Der Duderich möchte seinen geneigten Lesern diesen wundervollen Text empfehlen. Dieser versucht unsere Blindheit gegenüber dem Offensichtlichen zu erklären, während wir ehrfürchtig vor den Weisheiten der 'Experten', 'Machern' und 'Leistungsträgern' demütig auf die Knie fallen und begierig deren Brotkrumen vom Boden lecken.

Hier ein Auszug, der schon mal gehörig die Fontanelle perforiert:

"Merkwürdig ist nur, dass unser System so eingerichtet ist, dass wir, also das Gemeinwesen, nachdem es die Banken gerettet hat, sich von den Banken die Zinsen diktieren lässt, zu denen wir uns nun wieder das Geld leihen, das uns durch die Bankenrettung fehlte."

Hier also der Text aus dem FREITAG: 'Unser täglich' Märchen'

Lesebefehl!

Wer tiefer graben will:
Ebenfalls sehr empfehlenswerter, weiterführender Link auf die ursprüngliche Rede

Update:
hier noch ein Link zu einem Artikel dazu von 'Neues Deutschland'
(Danke, Manfred Peters)

Dienstag, 26. März 2013

Last Exit - oder: Wohin, wenn nicht gegen die Wand?

Abteilung: Der mangelnde Nährwert von Devisen

Die Zukunft der Menschheit wird sich - meiner Einschätzung nach - über drei Aspekte definieren:

  • Ökologie
  • Ökonomie
  • Sozialer Frieden

Aufgrund meiner Beobachtungen konstatiere ich in allen drei Bereichen eine Tendenz, die nicht wirklich zu einer optimistischen Prognose verleiten. Der letzte Punkt, der 'soziale Frieden', leitet sich dabei im großen Maße von den ersten beiden ab, und lässt sich kaum von diesen entkoppeln. Ich möchte gar behaupten, dass es eine gewisse Hirarchie der Bedeutungszusammenhänge gibt, die sich voneinander ableiten lassen:

Die Ökologie bildet unsere Lebensgrundlage. Wir sind nun mal organische Wesen, die bestimmte Stoffwechselprozesse benötigen, um die pure Existenz zu gewährleisten.
Einfaches Beispiel: Sollte aufgrund der industriell herbeigeführten Emissionen die Luft nicht mehr atembar sein, so wird sich keiner während seines Erstickungstodes Gedanken um Ökonomie oder dem sozialen Frieden machen. 
Der Mensch kann sich nicht von der Natur entkoppeln: 
Wir brauchen Luft zum Atmen, Nahrung und gemäßigte klimatische Bedingungen um als Organismus zu existieren. Maslow nannte das die Existenzbedürfnisse, deren alle anderen B. untergeordnet sind.
Anders ausgedrückt: Wir sind alle mit Gedeih und Verderb mit dem Öko-System Erde verbunden. Erst nachrangig stellt sich die Frage nach dem Wirtschaftssystem und des sozialen Wertegefüges.

Die Ökonomie regelt - um es simpel auszudrücken - die Besitzverhältnisse (respektive die Partizipation an Gütern, die das System Erde bereitstellt). 
Die Ökonomie / die Reichtumsverteilung wird durch politische Weichenstellungen definiert.
Gesetze regeln Besitzverhältnisse über die verschiedensten Stellschrauben, deren Liste schier unendlich ist. Letztendlich geht es hier um die Einzäunung der freien Marktkräfte, da die Menschenrechte, zumindest so kommuniziert und ideologisch vertreten, unveräußerlich sind und nicht den freien Marktkräften unterworfen werden dürfen. 
Ideologisch untermauert - so meine steile These - finden sich aber in allen menschenrechtlichen Maximen - politisch motiviert, Gründe diese Hierarchie in 'Ausnahmefällen' zu brechen. 
Eine beliebte und immer mehr herangezogene Begründung ist der Terrorismus und die Erhaltung der 'freiheitlichen Gesellschaftsordnung'. Mit diesen Begründungen werden 'Kollateralschäden' an Menschenleben, aber auch die Beschneidung demokratischer Grundrechte (Niederschlagung von Demonstrationen) legitimiert und somit 'ad absurdum' geführt.

Der soziale Frieden fußt auf o.g. Bereiche. Auch in der sog. 'Ersten Welt' (z.B. Europa) treiben existenzielle Nöte und der Mangel an gesellschaftlich/demokratischer Partizipation die Menschen auf die Straße. 
In vorgegeben 'demokratischen' Gesellschaften will nicht nur der Bauch gefüllt sein - nein, es besteht auch das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Zukunftssicherheit. Wer möchte Kinder in die Welt setzen in einer Wirtschaftsordnung mit ansteigender Arbeitslosigkeit, deren ökonomische Bedrohung nach Ablauf einer Schonfrist existenzielle Bedrohungen beinhaltet? Wo Solidarität immer mehr zum Fremdwort verkommt, wo der Graben zwischen Systemprofiteuren und Abgehängten immer breiter und unüberwindbarer wird? 
Diese Entwicklung (das Auseinanderdriften der gesellschaftlichen Schichten - Stichwort: Armut-/ Reichtumsschere) findet gleichsam innerhalb der BRD, innerhalb der EU und, sowieso, innerhalb der Weltgemeinschaft statt.
Auch innerhalb des 'Wirtschaftsmotors Deutschland', dessen Antriebskraft durch Lohnzurückhaltung und Abbau sozialer Standards gespeist wird, machen sich die existenzielle Ängste im ansteigendem Maße breit.


Die politischen Kräfte und die medial unterfütterte Deutungshegemonie geben in allen der drei aufgeführten Bereichen ein 'weiter so!' vor.
Schweißreich erarbeiteter gesellschaftlicher Reichtum wird umgeschichtet um dieses System trotz immanenter Widersprüche am Laufen zu halten.
Irreversible Schäden unseres Ökosystems werden (im wahrsten Sinne des Wortes) 'in Kauf' genommen. Ansteigende psychische Erkrankungen sind hier ein Indikator für eine beschleunigte Anforderungshaltung gegenüber dem 'Produktionsfaktor Mensch' der immer mehr lediglich als Kostenfaktor wahrgenommen, ja berechnet wird. Eine Entmenschlichung des Arbeitsprozesses, im Sinne des Hungers an Gewinnsteigerung, zehrt immer mehr an der psychischen Gesundheit von Individuen.
Systemübergreifende Denkansätze werden als weltfremd und naiv abgetan.
Wir leben schließlich in einer globalisierten Welt, die, so das Heilsversprechen, nur über Konkurrenz, Wachstum und Abbau humanistischer und sozialer Standarts überlebensfähig ist.
Das Gegenteil, so meine Meinung, ist der Fall.

Es bedarf eines Umdenkens, welches nicht im Konsum Verheißung und Glück sucht. Es bedarf einer allgemeinen Gesinnung, dass der Sonntagsbraten mehr Genuss verheißt als der alltägliche Fleischkonsum. Dass der gemeinsame Waldspaziergang mehr die Sinne kitzelt als der Besuch eines Freizeitparks.
Ich möchte hier nicht dem Mangel das Wort reden. Ich möchte für den Reichtum an sinnlicher Erfahrung eintreten! Die elemantarsten und schönsten Erfahrungen entziehen sich doch - zum Glück! - der kommerziellen  Sphäre! Eine zärtliche Umarmung, das Gefühl verstanden zu werden, rücklings im Gras zu liegen und dem Rauschen der Blätter zu horchen...

Der erste Schritt, ist der, Natur und deren Lebenwesen mehr Respekt gegenüber aufzubringen. Wir sollten anstreben, dass wir die Natur ehren, die uns einen Lebensraum bietet und sie nicht marktwirtschaftlichen Gesetzen unterwerfen, domestizieren und industrialisieren. Ein Schwein, dessen Fleisch wir konsumieren ist immer noch ein Lebewesen! Wenn wir von dessen Fleisch zehren, sollten wir ihm bis zur Schlachtung den Respekt eines lebenswürdigen Lebens erweisen.

Ich plädiere dafür, dass wir unserem Konsumwahn (was kostet die Welt?) mehr Demut entgegensetzen. Dass Glück findet sich nicht in einem noch so hochauflösenden Display unserer Handys, welche zärtlich von uns gestreichelt werden. Das Glück und die Zukunft werden wir nur dann finden, wenn wir unserem Wirt, der Erde, dem ihr zustehenden Respekt gegenüber bringen.

Das wäre, wie gesagt, der erste Schritt. 
Dieser, ins kollektive Bewusstsein vorgedrungen, würde dann auch die Ökonomie, und in der Konsequenz, den sozialen Frieden positiv beeinflussen.

Es hieß mal: 'Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern frage, was Du für Dein Land tun kannst!'

Ich möchte das aufnehmen und umdeuten:
'Frage nicht, was der Planet Erde (/das uns bewirtende Ökosystem) für Dich tun kann, sondern frage Dich was Du für die Erde (unsere Zukunft) tun kannst!'

Dies wäre die erste Weichenstellung, die uns vor dem Kollaps bewahrt. Viele andere müssten dann konsequenterweise folgen.

Dies ist meine Vision, die uns in eine bessere Zukunft führen könnte. Der erste Schritt, dem andere folgen müssten.

Dem Wachstum der Wirtschaft setze ich dem Wachstum der Natur entgegen. Auf dass sie uns auch in Zukunft speisen möge!



Montag, 25. März 2013

Hübsche Ansammlung neoliberaler Propaganda-Argumente

Abteilung: Mietmaul-Rhetorik

Nachfolgend das verlinkte Interview mit DIHK Präsident Eric Schweitzer in dessen Antworten neoliberale Propagandasätzchen wie Perlen auf der Kette gereiht werden.

Sehr schöner Einblick in die Denkstrukturen von 'Leistungsträgern'.

Der Tagesspiegel: "Schweinsteiger würde ins Ausland wechseln"

Auch die Kommentare dazu sind lesenswert...

Samstag, 23. März 2013

Euroland ist abgebrannt

Abteilung: Demokratie unter Finanzierungsvorbehalt

Volkswirtschaftslehre, oder überhaupt dieser ganze Finanzmarktkram, ist nicht die Sache vom Duderich.
Bin ja schon überfordert, mein Konto nicht zu überziehen...
Ich trete hier also als Laie auf, und Jeder der sich besser auskennt, sei hiermit eingeladen mich zu korrigieren.

Nun, dass außerhalb der Steueroasen (Schweiz, Lichtenstein, Cayman-Inseln, ...) und Regionen mit exorbitanten Bodenschätzen (Saudi-Arabien) alle Volkswirtschaften verschuldet sind (ob innerhalb oder außerhalb des Euroraums) ist eine Binse. Dass diese Volkswirtschaften nie wieder schwarze Zahlen schreiben werden, ebenso. Zinszahlungen sind und werden weiterhin eine feste Größe der Belastungen dieser Volkswirtschaften bleiben. Ich denke mal, falls sich versierte Ökonomen unter meinen Lesern befinden, werden diese mir nicht widersprechen, dass auch die BRD da keine Ausnahme bildet. Demnach ist die BRD mit aktuell 2.168.680.740.618 € verschuldet, macht pro Kopf 26.493 € (Tendenz selbstverständlich steigend).
Das sind natürlich Peanuts im Vergleich mit der USA: 16.807.315.770.649 $; 53.261$/Kopf.  Macht 12.941.902.060.452 € und 41.011,82 €/Kopf.
Das allerdings ist ja nun, die meisten mögen es erkannt haben, die eine Seite der Medaille. Denn wir wissen ja alle, das Schulden/Verbindlichkeiten des Einen (auch wenn es Volkswirtschaften sind) die Vermögen/Forderungen des Anderen sind. Selbstverständlich verzinst.
Diese Zinslasten werden zuerst bedient, bevor darüber entschieden wird, welche Sozialkosten getragen werden. Unsummen von Zinszahlungen fließen nur marginal an Kleinsparer sondern im größten Teil an Finanzoligarchien, die diese vom gesellschaftlichen Reichtum auspressen. Milliardäre deren Zinsansprüche von den Staaten (respektive der Steuerzahler) bedient werden.

Kommen wir zurück zur EU:
Immer mehr Volkswirtschaften in diesem Wirtschaftsverbund zerbrechen unter den Lasten, die Zinslasten des pervertiert anwachsenden Reichtums weniger noch zu stemmen. Als Kur wird die Austerität von kaum verschuldeten (?) Wirtschaftsstandorten wie Deutschland verschrieben, die die Bürger noch mehr auspressen, aber auch volkswirtschaftlich aufgrund einbrechender Binnennachfrage die Staatseinnahmen reduzieren.
Sozialleistungsabbau, Stellenabbau und Privatisierung um die Zinslasten bedienen zu können (das ist auch in Deutschland nicht anders). Besitz/Vermögen und der Anspruch der durch Zinsen gebotenen Vermehrung desselben sind der heilige und unantastbare Kral des Kapitalismus. Alles wird dem untergeordnet. Menschen in der EU hungern, oder zünden sich aus Verzweiflung an, weil ihnen die Lebensgrundlage genommen wird. Einzig und alleine aus dem Grunde, damit die Zinsen bedient werden können.

Regulierende Vermögens-, Kapitalertrags- und Erbschaftssteuern gelten als Teufelswerk.
Weder überbordender Reichtum noch existenzielle Armut werden ausreichend in den Medien thematisiert.

Stattdessen wird der Fokus auf die 'Märkte' gerichtet, und wie diese auf politische Entscheidungen reagieren. Falsche Wahlentscheidungen - weil sie die Märkte verunsichern. Demokratie soll bitte marktkonform sein.
Italien und Zypern. Deren Demokratie hat versagt, weil die Ergebnisse demokratischer Wahlen nicht marktkonform waren.

In einer Welt, in der nicht das Wohl der Menschen sondern das Wohl der Märkte politische Entscheidungen dominiert, sollte sich niemand wundern, wenn die Ergebnisse von demokratischen Wahlen systeminkompatibel sind.

Dann lieber konsequenterweise direkt die Demokratie abschaffen, das letzte obsolete Deckmäntelchen der Marktdiktatur.

Freitag, 22. März 2013

Eine versuchte Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft

Abteilung: Wählende Kälber

Manch einer mag ein wenig stolz sein, dass wir in Europa den Ton angegeben. Mag froh sein, dass er kein Spanier, kein Portugiese, und, so Gott bewahre, kein Grieche ist.
Wenn nicht stolz, so ist man wenigsten froh Deutscher zu sein. Froh, nicht zu denen zu gehören, die die Zeche des Finanzmarktkapitalismus mit den Ängsten um ihre Existenz zu bezahlen haben.
Dumm nur, dass diese Existenzängste auch im europäischen Wirtschaftsmotor Deutschland breiten Raum einnehmen.
Ich rede hier nicht nur von den geächteten Sozialleistungsempfängern. Ich meine auch die Leiharbeiter, Niedriglöhner und wie sie alle heißen. Dies sind wahrlich nicht nur Angehörige 'bildungsferner Schichten', gar 'faule Sozialschmarotzer', nein, es sind Leute, wie Du und ich, die sich, wenn überhaupt, mit prekären Arbeitsverhältnissen begnügen müssen.
Aber auch die, die nicht zu den Aufgezählten gehören, haben Angst.
Die, die nicht der Oberschicht angehören, die Lohnabhängigen, machen die Erfahrung, dass die Preissteigerung nicht ansatzweise durch Lohnerhöhungen kompensiert werden.
Mit Einführung des Euros bekamen wir die Hälfte des D.-Mark-Lohnes dafür aber die doppelte Kaufkraft (sic). Mittlerweile übersteigt der Preis (außer bei technischen Geräten) in Euro denen der damaligen D-Mark  Hat sich entsprechend auch der Euro-Lohn verdoppelt?

Der Reichtum steigt - und die Armut auch. Dank der Statistik, die einen Mittelwert errechnet, geht es uns also nicht schlechter.
Und auch die ganzen Reduzierungen von Arbeitnehmerrechten dienen ja letztendlich dem Wirtschaftsstandort Deutschland und damit dem Wohl aller.
Wer ein Problem damit hat, dass die Armen ärmer werden, und die Reichen reicher (was selbst im geschönten Armut-/ Reichtumsbericht unserer geschätzten Regierung nicht zu leugnen ist), der mag sich verwundert die Augen reiben, ob der Wahlergebnisse und der Zustimmungswerte.

Die Verwunderung relativiert sich aber, wenn man, wie ich feststellen muss, dass geschätzte drei von vier Zeitungslesern, die (dreimal darf geraten werden) BILD-Zeitung liest. Wo im Namen des kleinen Mannes dass Interesse des Kapitals indoktriniert wird.
Es fällt schwer zu glauben, dass in der Biedermeier-Zeit die Deutschen weniger aufgeklärt oder politisch weniger interessierter waren (von anderen Epochen der deutschen Geschichte ganz zu schweigen).

Aber es geht mir ausdrücklich nicht nur um Deutschland!

Weder empfinden wir Deutschen Solidarität in der europäischen Währungsunion, noch, viel weniger, mit dem Rest der Welt.

Wir leben gut damit, andere Regionen auszubeuten. Hungertote auf anderen Kontinenten stören uns nicht. Zumindest nicht mehr, als Pferdefleisch in unserer Billig-Lasagne.

Ein Wadenkrampf eines Bundesliga-Stürmers beschäftigt uns mehr, als Armutsflüchtlinge, die im Mittelmeer verrecken.

Auf den Papst 'der Armen' darf man gespannt sein, ob dieser ähnliches thematisiert.
Es würde mich wundern. Ja, ich würde es als Wunder betrachten!
Als ein größeres Wunder als irgendwelche Tränen einer Madonnen-Figur.

Es bleibt festzustellen:
1.) Deutsche gehen (zumeist) nur auf die Straße um für ihre eigenen Bedürfnisse zu  kämpfen.
Ergo
2.) Solidarität mit Anderen - weder in der EU, noch sonstwo - ist im relevanten Maße von Deutschen nicht zu erwarten.
3.) Die deutschen Kälber werden selber ihre Schlächter wählen (CDUSPDGrüneFDP).
4.) Die Deutschen lassen sich lieber  vor'schreiben' (von Springer, Bertellsman, Burda & Co.) was sie zu denken haben, als selbst zu denken (Kant war gestern).
5.) Im Herbst werden wir die Regierung wählen, die uns weiter knechtet und dem Finanzkapital hörig ist.
6.) Wir haben es wohl wirklich nicht besser verdient. Wir werden dankbar sein, für jeden Brotkrumen, den der andere nicht bekommt. Wir scheißen auf Solidarität, auf Humanität, wir scheißen auf alles, in der Hoffnung, dass es uns Deutsche nicht noch schlechter geht.
7.) Die Angst, den Rest zu verlieren, von dem was wir ehemals besaßen, lässt uns weiterhin die Parteien wählen, die den gesellschaftlichen Reichtum nach oben durchwinkt.

Deutsche, Europäer, Menschenbürger:
Ihr habt echt verkackt, wenn ihr dieses Spiel weiterhin willfährig mitspielt!

Donnerstag, 14. März 2013

Die politische Dimension der Wetterlage

Abteilung: Politische Tiefdruckgebiete

Mann, ich hab' den Kaffee durch, Leute!
Wir haben einen Winter ertragen müssen, der aufgrund seiner Sonnenabstinenz mittlerweile historische Dimensionen angenommen hat. Immerhin hat dieser Winter uns solidarisiert! Jeder, wirklich jeder, war und ist angepisst!
Ich, der ich immer das Gute auch im Schlechten sehen will, machte wenigstens die seltene Erfahrung, dass meine eigene Unzufriedenheit, von der Majorität meiner Mitmenschen geteilt wurde und wird.
Nach diesem Winter, der das Gemüt durch, selbst für diese Jahreszeit mistiges Wetter, und konsequente Vorenthaltung natürlicher UV-Strahlung, permanent kasteit hat - nach diesem Winter also, so schreit es in einem, hat man sich doch wirklich mal einen schönen Frühling verdient!

Nach monatelangem Grau-in-Grau schaut man erwartungsvoll aus dem Fenster um die Ernte der erduldeten Trübsal endlich einzufahren:
Und was erblickt man? Schneegestöber mitten im März!

Die Analogie drängt sich auf! Die Hartz IV-Gesetzgebung jährt sich nun mittlerweile zur Dekade. Man war und ist frustriert, liest seit Jahren kritische Kommentare und weiß sich in zahlreicher Gesellschaft derer, die erkannt haben, wie destruktiv und menschenverachtend diese Gesetzgebung ist.
Man ist mehr oder weniger geduldig, und wartet auf die Sonnenstrahlen der Erkenntnis und der Vernunft. Man wartet auf den Frühling der sozialen Gerechtigkeit.
Aber auch hier, Schneegestöber wohin man schaut.
Schröder und seine Weggenossen, die Arbeitgeberverbände und deren Lobbyorganisationen, empfehlen (um in der Metapher zu bleiben) eine Reduzierung der Sonnenstunden und abfallende Temperaturen.
Eine kalte Agenda 2020 wird gefordert. Farblose, graue Perspektiven, um die Winterdepression zu bekämpfen.
Kalt soll es sein, kälter als zuvor. Renteneintrittsalter mit 69, wo wir doch schon bei 67 gefroren haben! Noch mehr Schneeschippen und Eiskratzen um Arbeitnehmerrechte zu 'reformieren'.

Frau Holle hat Hochkunjunktur und schüttet - medial kolportiert - ihr neoliberales Kissen über uns aus. Schneeflocken decken uns ein, wo uns doch nach dem Anblick von Frühlingsglocken dürstet.

Wir können nicht beeinflussen, welche Kapriolen das Wetter schlägt. Zumindest aber, können wir noch (zugegebener Weise sehr marginal) beeinflussen, welches politische Wetter uns in Zukunft erwarten möge.

Die Sonnenstrahlen, die wir uns doch durch diesen sozialen Winter verdient haben, können wir erstreiten. Die politischen Tiefdruckgebiete können wir bekämpfen.

Für das schlechte Wetter gibt es keine politisch Verantwortlichen.

Für die soziale Kälte schon....

Wir sind kein Papst mehr

Abteilung: Viel Rauch um nichts

Muss man über die Nominierung des Papstes schreiben?
Heißt das eigentlich Nominierung?
Erste Frage: Auf keinen Fall - aber mir ist  langweilig.
Zweite Frage: Wahrscheinlich nicht. Da gibt es sicher ein total erhabenes Wort für. Bin zu faul das zu recherchieren. So langweilig ist mir dann doch nicht.

Aber der Papst wird ja auch streng genommen nicht gewählt. Der wird ja irgendwie von Gott berufen. Der, die, das Konklave ist ja nur das ausführende Organ Gottes auf Erden. Steht wohl irgendwo so in der Bibel, oder die heilige Kirche hat sich das halt so ausgedacht.

Die Kirche, also die katholische, die hat aber schon ein Händchen für Theatralik: Das mit dem Rauch hat doch was!
Wenn ich mir vorstelle, dass nach der Bundestagswahl, weißer Rauch aus der Kuppel aufsteigt, wenn der/die Kanzler/in gewählt wurde - dass wäre doch mal Demokratie zum Anfassen! Und dann die Begrüßung vom Balkon herunter...
Gut, das Parlamentsgebäude hat gar keinen Balkon, aber hey: Steuergelder wurden schon sinnloser verschwendet! So ein Milliönchen könnte man für den Bau eines staatstragenden Balkons dann auch sicher erübrigen.

Aber weg, von der schnöden Politik und zurück zum Papst:
Der soll ja ziemlich cool sein. Benutzte öffentliche Verkehrsmittel (!!!) und kocht auch gerne mal selbst (!!!).
Wer da nicht an den heiligen Franz von Assisi denkt, der ...
Auf jeden Fall heißt der Papst jetzt Franziskus I.

Dies allerdings bereitet mir dann doch ein wenig Sorge. Wenn Gottes Stellvertreter auf Erden sich nun den Armen verschreibt - wie mögen da die Börsen reagieren? Wenn der Papst es doof finden sollte, dass die  Armen ausgebeutet werden, dann wäre das aber ein ganz schlechter Impuls für die Weltwirtschaft!

Wir haben ja so schon Probleme genug, in der EU! Die Menschen gingen ja bereits ohne päpstlichen Beistand auf die Straße, weil deren Existenz bedroht ist. Was, wenn der Papst sich mit denen noch solidarisieren sollte? Wahrlich kein gutes Signal für die Märkte und die Wirtschaftsstandorte! Da kann einem schon mal Angst und Bange werden!

Einen Papst, der sich mit den Armen, Ausgebeuteten solidarisiert, kann die Weltkonjunktur aber so was von gar nicht brauchen!

Aber, ich will hier keine Panik verbreiten. Die Tempel (Bankgebäude) des Kapitalismus ragen weiter hinauf in den Himmel als jede Kirche.
Sie werden schließlich vom Volksvermögen finanziert, gestützt und gerettet.

Macht Euch also mal keine Sorgen!

Alles bleibt so, wie es ist.
Oder wird höchstens noch schlimmer.


Montag, 11. März 2013

Die alte/neue Keule 'Linksextrem'

Abteilung: Deine Mutter klaut bei KIK, Du Linksextremer!

'Linksextrem', was ist das eigentlich?
Ehemals als konserativer, politischer Kampfbegriff eingeführt, wird es immer mehr auch von emanzipatorischen, oppositionellen Kräften (sic!) benutzt, um sich gegen andere Denkrichtungen abzugrenzen.

Es ist ein starkes, diffamierendes Wort, ähnlich dem Faschismus-Verdict, oft sogar erschreckend synonym verwendet. Wer dieses Wort verwendet, dies ist eine These von mir, verlässt das argumentative Streiten um Richtig oder Falsch, sondern bedient sich meist einer Rabulistik um den Gegner anzugreifen.
Dieser ist dann in der Situation, sich dieser Zuschreibung verwehren zu müssen, und verliert damit - wie beabsichtigt - die Möglichkeit, weiter seine Argumente emotionsfrei anführen zu können.

Es mag einige geben, auf die diese Zuordnung zutreffen mag. Die RAF war es sicherlich. Auch die, die vorgegeben sich den Weg zu ihren Idealen freizubomben, oder Andersdenkende an den berühmten Laternenmast aufknüpfen zu wollen. Der Personenkreis, gegen die diese Anfeindung ausgesprochen wird, ist aber ungleich größer.

Allein der Anspruch, dieses menschenverachtende und marktradikale System überwinden zu wollen reicht oft schon aus, als Linksextremer ettiketiert zu werden  - wohlgemerkt AUCH von denen, die sich als Links bezeichnen!
Da wird dann auch schon mal die Gleichung aufgemacht, dass linksextrem irgendwie ja auch faschistisch ist.

Selbstverständlich wird dieser sogenannte 'Linksextremismus' dann aber auch nicht näher definiert, obwohl die Zuweisung dem Faschismus gleichgesetzt wird.

Es wird zuvor (was die Fairness gebieten müsste) keine Grenze gezogen, die man als 'Linksextremer' zu überschreiten bereit sein soll.

Folgende Fragen würde ich gerne beantwortet wissen, beziehungsweise die Diskussion darüber eröffnen:

Ist Linksextremismus eine Frage der Ziele, oder eine Frage der Mittel deren man sich für die Erreichung dieser bedient?

Welche Zielsetzungen sind als linksextrem einzuordnen und welche Mittel?

Genauer:
  • Ist es linksextrem, wenn man den Kapitalismus überwinden will? Den Zins? Besitzverhältnisse, die leistungslos über das Erbrecht angeeignet werden?
  • Ist es linksextrem, dass existenzielle Güter, wie z.B. Wasser in öffentliche und nicht private Hände gehören?
  • Ist es linksextrem, Kreditinstitute, die 'too big to fail' sind, verstaatlichen zu wollen?
  • Ist es linksextrem, wenn man die Wohlstandsverteilung, die entsprechend dem Armuts- und Reichtumsbericht von unten nach oben fließt, umkehren zu wollen?
  • Ist es linksextrem, wenn man ein Problem damit hat, dass leistungslose Einkünfte durch Kapitalvermögen geringer besteuert werden, als die Einkünfte aus eigener Hände Arbeit?
  • Ist es linksextrem, dass man ökologische Nachhaltigkeit, die über die Zukunft der Menschheit entscheiden wird, Marktgesetzen unterwirft?
  • Ist ziviler Ungehorsam linksextrem? 
Unzählige Fragen könnte ich hier noch anführen. Die Kommentatoren sind eingeladen, dies zu tun.

Niemand, in den Foren, von denen diese Etikettierung ausgesprochen wird, hat sich auch nur ansatzweise bemüht, diese und ähnliche Fragen zu beantworten.

Oft ist Linksextremismus einfach nur ein Etikett, welches denen aufgestülpt wird, die sich Dogmen und systemimmanenten Verhaltens- und Denkanweisungen widersetzen.

Oft ist es nur schwarze Rhetorik von denen, der das (zugegebener weise oft anstrengende) argumentative Ringen um Erkenntnis zu unbequem ist.
Meistens, und noch viel schlimmer, weil die Argumente fehlen.

Die inflationäre Etikettierung des Linksextremismus sollte nicht unhinterfragt bleiben. Statt sich dieses Vorwurfes zu erwehren, sollte man zuerst einfordern, diesen Begriff zu definieren.

Der Rest erübrigt sich dann wohl meist....

P.S.: Na, Herr Karl, ist da was 'zitierwürdiges' dabei?

Freitag, 8. März 2013

Wir linken Systembewahrer

Abteilung: Ehrenamtliches Engagement linker Kräfte zum Systemerhalt
Eine Streitschrift

Mal angenommen, unsere Regierung, und die ganze restliche Bagage, die sich parlamentarische und außerparlamentarische Opposition nennt (die LINKE sei hier in Teilen, mal teilweise ausgenommen) könnte sich wünschen, wie sich oppositionelle, progressive, reformistische (im wahren Sinne des Wortes) Kräfte in ihrem Sinne aufführen sollten.

Was würde sie sich wohl wünschen?

  • Dass die viel zu wenigen, sich gegenseitig verbal und argumentativ die Köppe einschlagen?
  • Dass diese ihren Fokus untereinander auf das Trennende richten, statt auf das Verbindende?
  • Dass diese auf die Masse, die es gilt zu sensibilisieren und zu überzeugen, den (nicht unberechtigten) Eindruck hinterlassen, dass mit dem zerstrittenen Haufen eh 'kein Staat' zu machen ist?
  • Dass diese, die Alle bestehende Zustände überwinden wollen, ihre Kräfte vergeuden, als Einzelkämpfer Demarkationslinien zu ziehen?
  • Dass jeder von ihnen glaubt, dass sie im Besitz des Grals der Erkenntnis sind, keinen Jota kompromissbereit, und schon bspw. die Frage, ob man als wahrer Linker Fleisch essen darf, unüberwindbare Gräben in's reformistische Lager fräst?
  • Dass die Aggressionen sich ausschließlich innerhalb dieses Lagers entladen, statt sich gegen die zu bündeln, die uns Tag für Tag verarschen, die Armut und Hunger immer unverfrorener etablieren, um Reichtum bei wenigen zu erhalten und auszubauen?
Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. All diese Wünsche erfüllen wir - ehrenamtlich selbstverständlich.

Wir könnten nicht besser funktionieren, im Sinne derer, die diesen ganzen menschenverachtenden Schwachsinn aufrecht erhalten, ja ausbauen wollen.
Wir lassen uns als Weltverbesserer beschimpfen, weil wir die Welt verbessern wollen. Wir lassen uns das als Makel verkaufen.
Wir klagen lieber darüber, dass wir rechtlos sind, anstatt bestehende(!) Rechte wahrzunehmen oder einzufordern.
Wir lassen uns als naiv beschimpfen, weil wir nicht an ewiges Wachstum, an eine marktkonforme Demokratie, an das Wohl unregulierter Märkte glauben.

Es gäbe genug Gründe und genug Ziele sich deshalb zu solidarisieren.
Es gäbe genügend Gründe den Feind ausserhalb(!) unserer Gemeinschaft (sic) auszumachen und zu bekämpfen.
Wir aber streiten uns darüber, ob man wählen sollte, oder nicht. Ob man demonstrieren sollte, oder nicht.
Dies oder Jenes. Nichts könnte zu blöde oder zu nichtig sein, um uns deshalb zu entzweien und aufzuspalten.

Wir beschimpfen uns als Faschisten, Sexisten, Antisemiten, Marxisten, Kommunisten, Trotzkisten, Stalinisten,....

Jeder für sich, ist der wirklich wahre Linke, weil er ne Jute-Tasche benutzt und nicht bei Amazon kauft (beliebig austauschbar). Anderen sprechen wir das 'wahre Links-sein' ab, sind Richter und gleichsam verbale Henker. 

Einen tollen Haufen geben wir ab - nicht wahr?
Die da oben brauchen nicht mal mehr zu teilen und zu herrschen. Das Teilen übernehmen wir narzisstisch selbst und lassen uns so willfährig beherrschen.

Die Systemprofiteure hingegen stehen Seit' an Seit'!
Sie verbindet das Bewusstsein über uns zu stehen und uns ausbeuten zu dürfen, um ihren Reichtum zu mehren. Sie verbindet die Erkenntnis, dass wir so blöde sind, dieses Spiel mitzuspielen. Ihre Regeln anzuerkennen und befolgen.
Ihr Reichtum auf Kosten unserer Armut ist ihr naturgegebenes Recht, die Ausbeutung der dummen Masse ein unanfechtbares Privileg. Besitzverhältnisse alternativlos. 
Es besteht ein breiter Konsens da oben. Die haben ein gemeinsames Ziel und sie haben es nicht nötig, sich gegenseitig zu zerfleischen. Sie alle leben ziemlich gut in diesen System der Verteilung von unten nach oben.

Die Ausgebeuteten (selbst wenn sie ihren Status erkennen) zerfleischen sich derweilen selbst und spielen somit den bestehenden Verhältnissen in die Hände.

Armselige Freak-Show und absurdes Theater, welches wir sog. Linken performen!

So wird das nix mit dem Erstreiten einer besseren, gerechteren Welt...
Nicht mal im Ansatz! 




Donnerstag, 7. März 2013

Dieter, spiel uns einen!

Abteilung: Coole Säue sterben immer zu früh



Mensch, Dieter! Gehst einfach so weg, ohne Ankündigung!
Hast durch Dein Schauspiel mein Herz erfreut. Der Blick Deiner Augen haben Deinen schweren Körper immer mehr als aufgewogen. Du hast den Blick auf die Abgehängten nicht verloren.
Hattest eine soziale Ader.
Warst authentisch - einfach ein Typ.

Ich trauere um Dich aus tiefem Herzen! Dein so ehrlich gespielter Bloch wird mir fehlen. Aber noch mehr fehlt mir der Mensch. Gerade das, machte Dein Schauspiel so wertvoll, dass Du Dein Mensch-Sein in Deine Rollen hast einfliessen lassen (können).

Ich kenne Dich nur über die 'Glastitte' (TV), aber ich müsste mich doch sehr täuschen, wenn da nicht ein wertvoller Mensch durch den 'Feuerring' gegangen wäre...

Du fehlst mir - jetzt schon!



Dienstag, 5. März 2013

Ein überflüssiges und fiktives Interview mit dem Duderich

Abteilung: Keinen interessiert es - ich antworte!

Hallo Duderich!

Nenn mich Dude...

Okay, Duderi...., Dude. Sie betreiben einen Blog, ohne nennenswerte Besucherzahlen. Was versprechen sie sich davon?

Nun, dies ist eine einfache und gleichsam komplizierte Frage. Man könnte diese Fragerichtung auch noch konkreter machen, und mich fragen, was ich mir vom Leben, von meiner Existenz verspreche. Macht es letztendlich, unter dem Strich, einen Unterschied, ob ich nun existiere oder nicht? Wäre unter dieser Fragestellung letztendlich der Freitod nicht überfällig?
Das Penizillin, beispielsweise wurde bereits erfunden, dafür bin ich also zu spät dran. Und um ein Mittel gegen Krebs zu erfinden, bin ich schlicht und ergreifend zu blöde.
Weder mein Leben, noch der Blog, den ich betreibe, hat pragmatisch gesehen, eine Existenzberechtigung.
Ich verspreche mir, um auf die Frage zurückzukommen, also weder etwas verifizierbares von meiner Existenz, noch von diesem Blog. Beide SIND einfach, ohne den Anspruch auf Sinnhaftigkeit.
Aber genau dieser Anspruch würde uns lähmen. Würden wir unsere sämtlichen Handlungen erst dann ausführen, wenn deren Sinnhaftigkeit zumindest wahrscheinlich wäre, würden alle Menschen vermutlich in Stasis verfallen...

Das klingt ziemlich verschroben...

Ich danke für dieses Kompliment! Langsam scheinen sie zu begreifen, was ich ausdrücken will! Stellen sie sich vor, jeder Regentropfen würde sich fragen, ob es wirklich Sinn macht, dass er auf die Erde fällt! Dieser einzelne Regentropfen verändert doch nichts! Aber ohne diese unzähligen einzelnen Regentropfen gäbe es keine Flüsse, keine Seen, keine Meere. Nicht einmal ein gut gezapftes Bier! Vom Wein ganz zu schweigen....
Scheiße, diese Regentropfen-Metapher beginnt mir zu gefallen!
Ihnen auch?

Nun, da bin ich mir noch unklar. Die Antwort auf die Frage, warum sie diesen Blog betreiben, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen.

Aus dem selben Grund, aus welchem ich mir den Arsch kratze, wenn er mich juckt.

Herr Duderi..., Dude!

Ja, ja. Okay. Mein Blog ist der Ausdruck einer Unzufriedenheit, meine Reaktion auf meine Umwelt. Wenn mich was juckt, kratze ich mich. Ich denke dann nicht darüber nach, ob mein Kratzen einen übergeordneten Wert hat. Es ist schlicht und ergreifend die Reaktion auf den Juckreiz. Um mal von meinen knackigen Hintern  wegzukommen: Wenn mich was ärgert, dann reagiere ich darauf. Ohne mich vorher zu fragen, ob dies der Weltrettung dient.
Denn, wenn ich dies tuen würde, gäbe es diesen Blog nicht. Er ist schlicht irrelevant.
Letztendlich, dient mein Blog, am meisten mir selbst. Die Menschheit werde ich nicht retten können, aber vielleicht mich selbst.
Ich bin ein unwürdiger Sünder, der gerne mal bei Mc Donald's frühstückt aber gegen den Kapitalismus anstinkt. Metzle auch gerne mal Pixelhaufen auf der Konsole.
Ich empfinde mich selbst nicht als schlechten Menschen, aber auch nicht als guten; ich versündige mich jeden Tag.
Sicher, ich  würde auf viele Annehmlichkeiten gerne verzichten wollen, um in einer gerechteren Welt zu leben.  Eigentlich müsste ich es mir jeden Abend mit der Siebenschwänzigen geben, und mich selbst kasteien, weil ich, der linke Duderich, durch sein Konsumverhalten mit dem Kapitalismus am Laufen hält.
Aber, Mann, wenn wir Sünder dieses System nicht scheiße finden dürfen, wer denn dann?
Wer bleibt denn übrig?

Ich habe nicht den Anspruch der Wahrheit, oder Deutungshoheit formuliert; denn es widerspricht meinem Wesen, ich würde dies nicht wollen.
Sicherlich, ich möchte gerne Impulse setzen, Anregungen, wenn man so will.
Die 'Wahrheit', die jeder für sich selbst finden muss, ist immer subjektiv (und soll es auch sein).
Wer vorgibt, die Wahrheit zu verkünden, der lügt zwangsläufig. Es geht lediglich um die Interpretation der Wahrnehmung. Nichts anderes tue ich. Das hat nichts glorreiches oder glänzendes. Die kritsche Auseinanderstetzung mit der eigenen Wahrheit, ist, wie ich finde, das beste Mittel gegen Faschismus oder anderen Totalitäten. Der Kant'sche Mut sich seines eigenen Verstandes zu bedienen - und sich dessen Manipulation bewusst zu werden, dass ist der einzige Weg in eine emanzipierte und selbstgestaltete Zukunft.
Ich formuliere lediglich meine eigene Meinung. Diese ist streitbar.
Es fehlt mir, dass muss ich mal betonen, an konstruktiver Kritik in den Reaktionen. Ich erreiche eigentlich nur die, die meine Meinung teilen.
Ich sollte hier vielleicht mal Titten-Bilder reinstellen, um der BILD-Zeitung Leser abzuwerben....

Hmm. 
Ihre, entschuldige, Deine Prognose für die Zukunft, Dude?

Mannmannmann. Du kannst vielleicht Fragen stellen! Wo lernt man sowas? Auf der Arschloch-Universität der Journalisten-Akademie?

Sollte ich darauf wetten, hat die Menschheit verkackt! Oft denke ich dann, dass es auch besser so ist. Die Menschheit wurde als Alleinstellungsmerkmal mit der Intelligenz ausgestattet. Diese sogenannte Intelligenz und Vernunft (sic!) entzieht uns unsere Lebensgrundlage. Das geht in unserer Wahrnehmung in Ordnung, da der ökologische Zusammenbruch außerhalb unserer Lebensspanne liegt. Was interessiert es irgendeinen Zeitgenossen, wenn die Welt - sagenwirmal- im Jahre 2050 unlebbar sein wird? Wir denken in Wahlperioden und höchstens in Lebensspannen. Ich fürchte - und jetzt werde ich wieder politisch - dass der Kapitalismus uns letztendlich unsere Lebensgrundlage entziehen wird. Unabhängig von der Verteilungsfrage und der sozialen Gerechtigkeit, wird der Kapitalismus uns unsere Lebensgrundlage entziehen - in seiner Konsequenz.
Das Wohl der Menschheit, wird von einer noch zu konstruierenden Exit-Strategie abhängen.

Ob die Machtstrukturen dies zulassen....
Da bin ich eher pessimistisch.

Sekt oder Selters.

Aber wie der Volksmund sagt: 'Die Hoffnung stirbt zuletzt!'

Dude, ich danke für das Gespräch

Ja, Du mich auch!





Sonntag, 3. März 2013

'Weltrevolution in der Szenenkneipe'

Abteilung: Deprimierende Wahrheiten

Der Duderich möchte seine geneigten Leser zu diesem Interview einladen. Habe selten etwas gelesen, was einerseits so viel Zustimmung in der Beschreibung momentaner Verhältnisse auslöste, und andererseits so erhellend war.
Auszug:
"Ich fasse einmal zusammen: die meisten linken Gruppierungen sind Wahlfamilien, die ihre Differenzen zu politischen Nachbarn maßlos überhöhen, um ihre Identitätsbaracken nicht verlassen und in einen solidarischen Klassenkampf ziehen zu müssen – der freilich auch andere, ganz und gar nicht psychologische Nachteile bedeutete. Die Rationalisierung dieser Nesthockerei funktioniert immer nach demselben Muster. Ich zitiere: „Nein, das sind Rassisten / Antisemiten / Sexisten / Feministen / Leninisten / Trotzkisten / Bellizisten / die haben ‚Das Kapital‘ nicht systematisch / nicht historisch / rein akademisch / unakademisch interpretiert / die haben eine autoritäre Diskussionskultur / die pinkeln im Stehen / die mögen keine Zwölftonmusik / die halten Denundden für ein Genie / einen Volltrottel / die interessieren sich nicht für Ökologie / sind Ökofaschisten / essen Fleisch / sind vegane Spinner / haben das Widerstandpotential der Popmusik nicht erfasst / die sehen sich Pornos an / sehen sich keine an / die beziehen sich auf Bücher aus dem Verlag X, obwohl das derselbe Verlag ist, der vor zehn Jahren in einem Sammelband einmal eine Rede von Y abgedruckt hat, der ja erwiesenermaßen ein Rassist / Antisemit / Sexist / Trotzkist / Bellizist / Stehpinkler ist, was man in unserer Clubgazette Z nachlesen kann. Die verstehen also nicht ansatzweise, worum es in dieser ganzen Scheiße eigentlich geht! Was zu tun ist und so. Deshalb kann man mit denen nicht reden oder zusammenarbeiten. Jeder Kompromiss mit denen wäre reaktionär / faschistoid / antisemitisch / rassistisch / sexistisch / trotzkistisch / bellizistisch / wie wenn man erst Fleisch isst und danach im Stehen pinkelt etc. und damit unvertretbar. Das sind Leute, die bekämpft werden müssen!“ Dieses Muster beinhaltet eine vielleicht nicht bewusst, aber akzeptiert unrealistische Forderung nach Reinheit der Lehre, die als Ausrede für mangelnde Praxisorientierung benutzt wird. Nur wenn alle den von der eigenen Gruppe mehr oder weniger einheitlich erreichten Grad an Erkenntnis und dogmatischer Reinheit erreicht haben, kann man erst beginnen, gemeinsam – was in diesem Falle gar nicht mehr hieße ‚gemeinsam‘, sondern eben einfach ‚wie eine Person‘ – gegen den eigentlichen Gegner vorzugehen, nämlich den Kapitalismus, in dessen Analyse sich komischerweise viele unterschiedliche Gruppen in grundsätzlichen Punkten (Scheinpolitik, Krisenhaftigkeit, Verarmung, Umweltzerstörung, globale Ausbeutungszusammenhänge, ideologische Nebenwirkungen, Kriege usw.) einig sind. "

So sieht das dann in der 'Internet-Realität' aus:

Viel Spaß!

Hier noch ein paar sehr intelligente, erhellende Gedanken (allerdings innerhalb der Leitplanken der sogenannten Marktwirtschaft) von anderer Seite via YouTube.