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Montag, 25. November 2013

Die Geister, die man rief

Abteilung: Einblicke in das Verständnis der SPD-Führung zur Basisdemokratie

Sigmar Gabriel wurde in den Koalitionsverhandlungen wohl gebrieft einen Werbefeldzug für den Mitgliederentscheid der GroKo zu halten.

Ursprünglich wurde der Mitgliederentscheid als urdemokratisches Mittel der ach so fortschrittlichen SPD propagiert. Man wollte sich an den erstrittenen Ergebnissen messen lassen. So die offizielle Version um gestärkt in die Koalitonsverhandlungen gehen zu können.
Das Wahlergebnis war schlecht. Dies, so ist meine Interpretation, war eine Strategie, das schlechte Wahlergebnis in den Koalitionsverhandlungen kompensieren zu können. Kurzfristig mag dies sogar funktioniert haben.

Nun aber, wo als Ergebnis nur ein klein-klein herauskommt und die Zustimmung der Basis wegbricht - nun wird offen vom Parteivorsitzenden Druck auf die SPD-Mitglieder ausgeübt?
Wie geht das zusammen?

Entweder man lässt die SPD-Mitglieder (offen) über den Koalitionsvertrag entscheiden, oder eben nicht.

Der von Gabriel praktizierte Versuch ausgerechnet an die sozialdemokratische Seele zu appellieren kann ich nur als Treppenwitz der Parteigeschichte verstehen. (Link zu einem Artikel der taz)

Man wird am Abstimmungsergebnis sehen, was die Pointe dieses Treppenwitzes ist, und wer letztendlich darüber lachen kann.

Das Demokratieverständnis der SPD-Parteigranden drückt sich wohl ausschließlich darin aus, die Freiheit zu haben, der Parteiführung Recht zu geben.

Hier geht es nicht darum, Inhalte sprechen zu lassen und die Basis zu überzeugen. Hier wird an den Kadavergehorsam appelliert um den eigenen Weg zu den Machttrögen zu ebnen.
Es wäre ein Kanter-Sieg, den die SPD in der GroKo kurzfristig erringen würde. Der Preis dafür wäre langfristig (nächste Bundestagswahl) viel zu teuer.
Das ahnt die Basis, während die Parteiführung dies billigend in Kauf nimmt.

Deshalb haben Karrieristen, wie Gabriel solche Angst vor dem Abstimmungsergebnis. Steinmeier, der bislang jede Wahl verloren hat (bei seiner Kanzler-Kandidatur hat er kolossal verloren und ließ sich daraufhin feiern) winkt jetzt schon der Außenministerposten. Wie groß müssen die Niederlagen der SPD sein, um über einen Wechsel der Personalien nachzudenken?

Die SPD fühlt sich nicht dem Votum ihrer Mitglieder verpflichtet, sondern verpflichtet ihre Mitglieder zur zustimmenden Entscheidung.

Mit solch einem Demokratieverständnis sollte man keine Mitgliederbefragung durchführen...

Freitag, 22. November 2013

Mit der Gesamtsituation unzufrieden

Abteilung: Es lebe die Stagnation

Es ist ja schon ein wenig Scheiße, alles.
Naturkatastrophen, die alle paar Wochen hier und da einschlagen.
Fokushima brutzelt täglich vor sich hin und konterminiert Festland und Ozean.
Verreckende Hungerflüchtige im Mittelmeer.
Artensterben und Massentierhaltung.
Zunehmende soziale Spaltung, einhergehend mit dem Abbau sozialer Leistungen (und der Verfolgung und Diskriminierung der Empfänger).
Verfolgte Faktenverkünder und beklatschte Lügner und Betrüger (Snowden/Hoeneß).

Eine drohende große Koalition, mit keiner Vision der Gesellschaftsgestaltung, dafür aber mit ausgeklüngelten Kompromissen.
Kein Sekt und kein Selters: Apfelsaftschorle.

Wenn nicht die nächste Konsolengeneration zum Weihnachtsgeschäft winken würde, wenn die Smart-Phones und Tabletts nicht so cool und bunt wären - man würde fast verzweifeln.

So aber geht alles weiter. Alles doof irgendwie, aber man hat coole Apps zum herunterladen und das Fernsehen lässt einen abends auch nicht mit den eigenen Gedanken alleine.
Wir haben ja schließlich auch ein zwangsfinanziertes, öffentlich rechtliches Fernsehen, was ganz doll die Bevölkerung aufklärt, unabhängig ist und zur politischen Meinungsbildung beiträgt.

Alles suboptimal (danke Frau Schröder für diese Wortschöpfung) aber doch immer noch nicht schlimm genug um breiten Widerstand gegen bestehende Verhältnisse auszulösen.

Der alltägliche Wahnsinn ist eben durch seine Allgegenwärtigkeit, die Norm.
Dagegen aufzubegehren ist bestenfalls sinnlos, im schlechteren Fall zieht es geheimdienstliche oder sog. verfassungsschutzrechtliche Verfolgung nach sich.

Dies ist kein Gesellschaftssystem, welches Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Interesses dient. Macht und Reichtum beeinflussen die Gesellschaftsordnung - direkt und indirekt.

Noch ist es nicht schlimm genug, dieses System in seiner Dynamik grundlegend anzuzweifeln.

Irgendwann wird dieses System aber auch zu schlimm sein, um Kritik schadlos dagegen zu äußern (in vielen Teilen ist dies jetzt schon der Fall). Mitgelesen und gehört wird ja auch heute schon.

Gerade wir Deutschen sollten doch gegenüber der Problematik des Faschismus sensibilisiert sein.

Sind die Reichen und Mächtigen nicht die 'neuen Arier' und die abgehängten Sozialleistungsempfänger nicht die 'neuen Juden'?
Haben erste nicht zuviel Einfluss und müssen Letztgenannte nicht um grundgesetzlich garantierte Menschenrechte fürchten (gesellschaftliche Teilhabe, Berufsfreiheit, Informationsfreiheit, Vertragsfreiheit [Eingliederungsvereinbarung], ..)?

Die Karawane zieht weiter. Es gibt schließlich nichts zu sehen.

Wer die Umsetzung sozialer Gerechtigkeit (und entsprechender Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums) der SPD noch immer zutraut (egal ob in der großen Koalition, oder sonstwo), ist entweder uninformiert, naiv, oder erkenntnisresistent.

[... 'Die echten Sozialdemokraten haben alle bereits die Partei verlassen, die verbliebenen Mitglieder sind nur noch dem Namen nach Sozialdemokraten und genau genommen eine Art von Piraten: Sie haben das Flagschiff der deutschen Arbeiterbewegung übernommen und zu einem stinkenden Frachter des Manchesterkapitalismus, der sich heute Neoliberalismus nennt, gemacht! Wer heute auf die SPD baut, der baut auf Treibsand – und daran ändert auch nichts der Beschluss, zukünftig grundsätzlich auch mit der Linkspartei koalieren zu wollen: Damit wollen die nur ihre Verhandlungsposition gegenüber CDU und CSU stärken, denn solange sie ohne die keine theoretische andere Mehrheit schaffen können, ist die beim Postengeschacher um gut dotierte Positionen in der besseren Verhandlungsposition! Und schließlich müssen die Genossen in Sachen eigener sozialer Aufstieg, um was anderes geht es diesen Genossen doch gar nicht mehr, viele hochdotierte Jobs bekommen, damit sie ihre politischen Ziele, das Füllen der eigenen Taschen, erreicht werden kann. Und mit der Linkspartei werden die erst koalieren, wenn auch dort die neoliberalen Raffhälse die Partei übernommen haben; es wird genauso sein wie bei den Grünen: Erst als diese wesentliche Punkte ihrer Ziele (Friedenspolitik, soziale Verantwortung) über Bord geworfen haben, hat man mit ihnen gemeinsame Sache gemacht. Nur den Umweltschutz hat man angenommen, wer will schon sein zusammengerafften Reichtum auf einer Müllkippe genießen?' ...]
Quelle Freies in Wort und Schrift

Sollten in der sich anbahnenden Koalition die Reichen ärmer werden und die Armen reicher, so bin ich gerne bereit, meinen vollen Aschenbecher über mein Haupt zu entleeren.

... warten wir mal den nächsten Armut-Reichtums-Bericht ab!

Wie genau definiert sich eigentlich 'Sozialdemokratie' ?

Donnerstag, 21. November 2013

Dieter Hildebrandt has left the building

Abteilung: Die Besten sterben jung

Es ist heuer für einen Blogger fast eine Pflichtübung einen Nachruf für Dieter Hildebrandt zu verfassen. Nicht, dass es mir an Motivation fehlte - ich fühle mich schlicht überfordert, angemessene Worte zu seinem Ableben zu formulieren - und dabei Plattitüden zu vermeiden.

Die Nachricht seines Todes erwischte mich wie ein Eselhuf in die Magengrube.
Da starb kein 86-jähriger, kein Greis, sondern jemand, der voller Energie war, der immer noch viel zu sagen hatte - und dem dies auch, bis kurz vor seinem Tod, in unnachahmlicher Weise gelang.

Da starb kein alter Mensch; da starb ein junger und aktiver Geist. Vor allem ein kritische Geist, der die Perversionen seiner Umgebung benannte. Sein Schwert war das Wort und er vermochte es trefflich zu führen.
Es war kein herzliches Lachen, welches er einem entriss, sondern oft ein Lachen über traurige und unmenschliche Zu- und Umstände. Man lachte mit ihm, und diese Lachen machte einen stets ein wenig weiser und kritisch hinterfragender. Manchmal lachte man sich förmlich die Wut herbei.

Hildebrandt war der Godfather des deutschen politischen Kabaretts. Undenkbar, wo das politische Kabarett ohne ihn wäre. Ohne die Inspiration, seinem konventionen-sprengenden Mut, den er vorgelebt hat.

Nun, da er sich nicht mehr spitzzüngig wehren kann, wird er neben Menschen, denen man dies ohne Sodbrennen abnehmen kann, auch u.a. von Marionetten wie Gauck, Seehofer, Gabriel und Westerwelle posthum gelobhuddelt.
Die Replik gegen jene Nachrufer, deren Menschen- und Weltbild ihm zu seinem Schaffen antrieb, werden wir leider nicht mehr zu hören kriegen.
Eine schöne Vorstellung ist es allemal...

Ich hoffe, dass das von ihm mit-initiierte Projekt des Störsenders seinen Geist weiterlebt / überlebt. Denn wir brauchen jede Form von Gegenkultur.

Wir brauchen eine Kultur der Reflexion und des kritischen Hinterfragens bestehender und immer inhumaner und absurder werdenden Zustände.

Dies ist wohl das Erbe, was diese herausragende Persönlichkeit uns hinterlässt.

Nun werden wir, ohne Deinen in's Fleisch der Deutungshoheit getriebenen Stachel, auskommen müssen.
Ich hoffe, dass Deine Saat auch posthum noch Früchte tragen wird.

Wir bräuchten Dich - auch in zehn Jahren noch.
Aber irgendwann holt jeden der Schnitter.

Du aber hast Deine Fußabdrücke in unser Bewusstsein hinterlassen.

In größter Hochachtung und Respekt nehme ich von Dir Abschied.

Schöner Text zu dem Thema

und hier

Mittwoch, 20. November 2013

Paradoxien

Abteilung: Warum sind 'Gutmenschen' eigentlich immer links verortet?
Oder: Die demokratisch gewählte Abwicklung unserer Zukunft

Ich will die große Koalition nicht. Eine gesichtslose Masse, die sichere Verhältnisse anstrebte, wollte sie wohl.
Die, die das glaub(t)en:
Alles gut soweit; Veränderungen = Risiko = Bedrohung des Status Quo.

Seit der Agenda 2010 ist die Fallhöhe tief.
Da will man als 'Michel' keine Experimente wagen.

Aber, zumindest meine Wahrnehmung nach, war das gestern:

CDU Wähler (sprich: Konservative) sehen mittlerweile - medial befeuert - eine 'Sozialdemokratisierung' der CDU.  Die neoliberale Marktgläubigkeit wurde mit den sogenannten Liberalen (sic!) begraben. Sogar über einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn wird in den Koalitionsverhandlung debattiert!
Sozialistisches Teufelswerk, denen wahrlich Konservativen den Schwefelgeruch in die Nase treibt.
Die immanenten Kräfte des Marktes ausgehebelt durch die Gleichmacherei der Sozen?
Bei dem Wahlergebnis?

Aber, ich denke, Merkel selbst, hat in den letzten Wochen an ihrem Glanz verloren.
Von der Sprachmaschine Seibert abgesehen, haben Pofalla und Friedrich nicht wirklich einen guten Job abgeliefert.
Schließlich bedient(e) Merkel ja geschickt auch nationale Gefühle.
Letztendlich nehmen es auch CDU-Wähler ihr nicht (mehr) ab, dass sie gegen die USA (und deren Geheimdienste) letztendlich nicht doch einknickt. Ob nun ihr Handy abgehört wird, oder ihr privater Rückzugsraum verwanzt ist.
Der Nimbus der Weltenlenkerin leidet unter der Causa NSA.
Merkel als Marionette? Als nicht souverän, dies aber vortäuschend?
Wer glaubt denn (selbst unter den CDU-Wählern), dass Merkel, Friedrich, Pofalla in der USA-Administration ernst genommen wird?

Ich prognostiziere (man möge mich später daran messen....) das Merkel fallen wird.
Glaube nicht, dass sie die Legislaturperiode überstehen wird.

Wir werden sehen...


Die SPD-Mitglieder und -Wähler wollen natürlich auch keine große Koalition. Viel zu groß ist die Angst, als Partei marginalisiert zu werden. Schon jetzt ist die SPD keine Volkspartei mehr.
Die Zeiten unter Brandt werden herbeigesehnt, als die SPD noch für Visionen und Opposition einstand.

Heute hat die SPD Gabriel- und einen Steinbrück, von dem man nach dem gescheiterten Wahlkampf (Überraschung!) nichts mehr gehört hat.

Die SPD wickelt sich ab. Soziale Gerechtigkeit ..., deren Um- ja, Durchsetzung traut dieser Partei wohl noch die wenigsten zu. Diese Unfähigkeit kaschiert man dann gerne unter 'Wirtschaftskompetenz'.
In dieser Logik kann man dann auch feiern, den Niedriglohnsektor ausgebaut zu haben.
Einfach nur erbärmlich.
Selbst der ultra-konservativen und marktgläubigen CDU vermag es die SPD nicht mal eine Opposition entgegenzusetzen. Will es gar nicht - strebt es nicht mal an...

Welcher Sozialdemokrat im Herzen mag unter diesen Prämissen eine Koalition mit der CDU anstreben?


Als Alternative Schwarz-Grün?
Lediglich ein Eiertanz mit anders gefärbten Eiern (nicht gleichzusetzen mit Cochones). Ob schwarz-rot oder schwarz-grün: Nichts würde sich im Sinne der Bevölkerung ändern. Die selbe Verarsche unter anderem Etikett.


Am meisten aber habe ich Angst vor Rot, rot, grün (im Neumund R2G):
Ich will die Partei DIE LINKE als Opposition!
In einer korrumpierten Demokratie brauchen wir diese kläglichen Reste einer Opposition.
Ich (vielleicht auch Andere?) brauchen überhaupt eine Opposition!

Ich habe Angst, dass diese selbst korrumpiert wird (in einem dogmatischen Systemdeterminismus).
Denn auch die Linken sind nicht unkorrumpierbar.
Der Mensch ist Mensch.

Ich habe Angst, dass die einzige Opposition unter R2G vereinnahmt werden könnte.

Auch die Linken sind keine Heiligen, die unkorrumpierbar sind und ihre Existenz opfern würden, für die Sache.
Manche schon - aber die wenigsten.
Wer diesen dies vorwirft, sollte dann aber auch die Größe besitzen, dafür einzustehen moralisch weiter zu sein!
Unkorrumpierbar zu sein, und seine Existenz  für eigenen Werte bereit sein zu opfern.
(Bsp.: Snowden)

Ansonsten: Vielleicht einfach mal die (neoliberale medial-zugerichtete und markt-gläubige) Fresse halten!
Es vielleicht einfach mal unterlassen, seine eigen Feigheit als Mut einzupreisen...

Letztendlich läuft es darauf hinaus:

Marktgläubigkeit oder Humanismus?

Wer steht wofür ein - und wer hat letztendlich die besseren Argumente?

Und wer hat die Vernunft(!) auf seiner Seite?

Wer, also will (noch) eine große Koalition - und warum???

Wenn sie denn nun keiner (mehr) will; warum ist sie in unserem demokratischen Gefüge so unabwendbar - jenseits von Parteistrategie?

Montag, 18. November 2013

Armut - im Geiste, und in der Realität

Abteilung: Unreflektierte Gedanken

Die Erde.
Ja, sie lebt noch. Du Luft ist noch atembar.
Die meisten verhungern nicht.
Die Wenigsten fallen Naturkatastrophen zum Opfer.

Es gibt Reiche und Arme.
Das war schon immer so.
Und es soll auch so bleiben - um das Wertegefüge zu erhalten.

Die Wirtschaft muss wachsen.
Nicht wie die Natur - denn diese hat Grenzen.

Kein Baum, der nicht aufhört zu wachsen. Kein anderes Wesen.

Aber die Wirtschaft wird ewig wachsen.

Denn das brauchen wir, das wollen wir, und das glauben wir.

Reichtum wird wachsen, und naja, Armut auch.

Das ist nun mal so. Es ist alternativlos.

Hört nicht auf die naiven Spinner, die etwas anderes behaupten!

Akzeptiert dieses System, denn es gibt kein anderes.
Außerhalb dieser Logik ist alles Spinnerei.

Fügt Euch dieser Logik und versucht zu funktionieren.
Arbeitet und konsumiert von Eurem Lohn!

Ihr dürft alles tun, außer nachzudenken, kritisch zu reflektieren und dieses System in Frage zu stellen.

Das kann ja wohl nicht so schwer sein!

Vorausgegangene Generationen konnten doch auch wegschauen!
Ihr könnt das auch!
(Bitte weitergehen - es gibt nichts zu sehen)

Mittwoch, 13. November 2013

Der ganz normale Wahnsinn

Abteilung: Eine Kafkaeske, die sich Realität nennt

Wir werden unseren Lebtag darauf konditioniert, was normal und was nicht normal ist. Die Norm, das ist das, was wir alltäglich sehen, hören, lesen, ja sogar schmecken (man mag dafür die Liste der Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe prüfen).
Aber ist dies denn auch 'normal' im Sinne der Vernunft und des eigenen reflektierten Verstandes?

Wer die gelebte Norm kritisiert, der ist ein Spinner, ein Naiver, ein Gutmensch und Salon-Linker. Naiv sowieso, da die Sachzwänge nicht begriffen werden, die uns doch tagtäglich vermittelt werden.

Es ist auch normal, dass man im Alltagsleben kaum ein Sichtfeld hat (außer man geht in die Natur, was sowieso total out ist - womöglich leidet der Handy-Emfpang darunter) welches nicht von Werbung korrumpiert und perforiert ist. Der urbane öffentliche Raum ist eine Pin-Wand von Werbebotschaften des Konsumwahns.
Wir bekommen permanent oktroyiert, was wir wollen sollen.
Was wir anzustreben haben.
Wir werden täglich darauf zugerichtet nicht unser eigenes, individuelles Glück zu suchen, sondern funktionierender Teil eines Wirtschaftswachstums zu sein, welches anderen dient.

Stichwort Lifestyle:
In einer ansonsten beschissenen Welt, in der unästhetisch und unbemerkt täglich Menschen aufgrund ihrer Irrelevanz - sprich Armut sterben.

Ein alltägliches Beispiel:
Gestern war im staatlichen und zwangsfinanziertem Morgenmagazin Thomas Rath zu Gast. Unreflektiert wurde er vom Moderator (schick mit Sakko, inkl. Lederapplikationen) als Godfather des guten Geschmacks präsentiert.
Während meines morgendlichen Kaffees bekam ich einen Gecken präsentiert, ausstaffiert, wie jemand, der die alten Sachen von Elton John aufträgt.
Sicher, über Geschmack mag man sich streiten. Muss man nicht, kann man aber.
Aber dieser zog dann in einem Einspieler in eine Fußgängerpassage und sagte, was optisch geht - und was nicht.
Vermisst habe ich in der ganzen Chose eine relativierende Bemerkung des öffentlichen Fernsehens. Der Moderator war lediglich Stichwortgeber dafür, was Man(n) zu tragen hat, was Mode ist. Maniküre und Pediküre inklusive. Man(n) ist gepflegt, modisch und auf der Zeit.

Schlimm genug, dass Frauen dem Modediktat hinterhereilen - jetzt muss auch der Mann ran. Denn der gepflegte, modebewusste (kurz: moderne) Mann birgt auch Absatzpotential an Textilien und Kosmetika. Neue Märkte wollen erschlossen werden.

Mir persönlich würde es am eigenen Knackarsch vorbeigehen, wenn irgend ein selbsternannter Modezar mir seinen, mir nicht zugänglichen Geschmack, aufdrücken wollte. Mir erzählen wollte, was 'in' und 'out' ist.

Eigener Geschmack ist 'das neue Schwarz'!

Der wirkliche 'Lifestyle' ist der eigene Ausdruck, wie Ihr Euer Leben lebt! Jenseits irgendwelcher (gar medial vorgegebener) Konventionen!

Das hat nicht mit den Sachen zu tun, die ihr tragt, hat nichts damit zu tun, welchen Duft ihr habt und welchen Joghurt Ihr esst.

Lasst Euch Eure Meinung nicht von irgendwelchen Konzernen korrumpieren!
Drückt Euch nicht über irgendwelche hippen Marken aus - sondern über Eure Haltung!

Betrachtet Werbung (aber auch öffentlich-rechtliche Sendungen - siehe Beispiel) als Gehirnwäsche, Eure Wünsche und Sehnsüchte kommerziell auszubeuten!

Auch wenn es permanent auf Euch einrauscht:
Das Glück liegt im Blick, im Händedruck und im Kuss. Im speziellen Moment.

Dafür braucht es nicht, die Tipps eines selbsternannten Geschmacksdiktartors, keinen speziellen Rassierwassers, keiner neu patentierten Rasierklinge und keines Shampoos.

Das Glück, was wir alle anstreben, lässt sich nicht erkaufen!

Wir werden täglich verführt, dies zu glauben. Dies aber dient ausschließlich dem Kommerz.

Wahre Gefühle sind nicht abhängig davon, welches Produkt man benutzt, oder besitzt..

(...)

Und, um auf die Meta-Ebene hinaufzuschwingen:

Die CDU steht nicht für Sicherheit, und die große Koalition auch nicht.
Beide werden unten nehmen und oben geben.
Aber das ist ein anderes Thema.

Vielleicht ist es das eigentliche Thema...

Vielleicht ist beides, kommerzielle Werbung und Parteigebahren, der manipulative Missbrauch an Sehnsüchten und Wünschen...

Dienstag, 5. November 2013

Parteispenden Klatten, Quandt & Co.

Abteilung: Die beste Politik, die man sich kaufen kann

Parteienspenden über 50.000 € - 2013 (Quelle: Bunderstag.de) 
(frühere Jahre können auf der verlinkten Seite eingesehen werden)

Sonntag, 3. November 2013

Snowden: Freund und Feind

Abteilung: Fakten vs. politisch freigegebene 'Wahrheit'

Ströbele hat einen Coup gelandet. Hat es sogar in die amerikanischen Medien geschafft, in denen er als deutscher Außenminister tituliert wird. Selbst sein Name wurde falsch wiedergegeben.
Haben die kein Google?

Egal. Snowden hat also bekundet, dass er Fragen der deutschen Ausspähung beantworten will, wenn er vor amerikanischer Verfolgung geschützt wird.

Es wird nicht soweit kommen. Auf deutschem Grund wird Snowden nicht die Sicherheit erwarten, die ihm der Systemfeind Russland garantiert und gewährt.

Denn wir sind seit dem verlorenen zweiten Weltkrieg eine Konklave der USA. Auch wenn sich unsere politischen (und demokratisch legitmierten) Volksvertreter, insbesondere deren Oberhaupt, nicht zu schade sind, einen (Mein-)Eid darauf zu schwören, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, so werden die Interessen des deutschen Volkes stets denen der USA untergeordnet.

Die (gespielte) Empörung der Merkel, wird niemals in die Konsequenz münden, dem, der die Gründe diese Empörung erst offen gelegt hat, Asyl zu gewähren.
Hier genau, wird die gesamte Charade der momentanen und zukünftigen Fadenscheinigkeit der Empörung konkret und durchschaubar:

Die Informationen, die durch den Whistleblower Snowden erst bekannt wurden - und der kolportieren Empörung dienen, münden nicht in der Konsequenz, Snowden Asyl zu gewähren.
Reichen nicht mal dazu, Snowden durch die Kanzlerin zu loben. Diese echauffiert sich, über die Erkenntnisse, die durch diesen zugänglich geworden sind. Dies aber hat nicht mal zur Konsequenz, den Staatsfeind Nummer eins der USA (Bin Laden wurde ja liquidiert) auch nur namentlich zu erwähnen.

Dies, so nehme ich es zumindest wahr, ist Ausdruck einer Feigheit gegenüber der USA.

Man (be-)nutzt die Wahrheit, solidarisiert sich aber nicht mit deren Überbringer.

Dies alles lässt der Hoffnung wenig Raum, dass die kommende Regierung Rückrat beweisen wird und für des Volkes Wohl eintritt.

Meine Prognose ist, dass der Sozialstaat weiter geschleift werden wird. Dass die SPD weiterhin (verdientermaßen) an Zustimmung verliert.

In meinen kühnsten Träumen mag eine APO dieser erdrückenden (und absehbaren) Regierungsformation Einhalt gebieten.
Optimistisch bin ich nicht. Ich glaube daran, dass sich die soziale Schere noch weiter öffnen wird.
So lange, bis ein den Elementarbedürfnissen geschuldeter Widerstand unvermeidlich sein wird.

'Erst kommt das Fressen, dann die Moral.'
Dreigroschenoper - Berthold Brecht

Mal schauen, wohin die Reise hingehen wird.
Ob jene, die die Wahrheit offen legen, Freunde oder Feinde sind.
Ob die Wahrheit uns verkündet wird - oder ob wir uns sie selbst ergründen wollen.

Was ist die Wahrheit?
Wer ist Freund und wer ist Feind?

Jeder sollte seine eigene Wahrheit suchen!
Jeder sollte schmackhaft präsentierte Wahrheiten kritisch hinterfragen!

Um es mit Kant zu sagen:
"Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

Diesen Mut hatte (meiner eigenen Interpretation nach) Edward Snowden.
Uns bleibt es vorbehalten, was wir mit diesen Informationen anfangen.

Es ist unsere eigene Verantwortung, wie wir darauf reagieren, dass wir verdachtsunabhängig ausgespäht werden.

Jeder sollte sich fragen, welche Handlungen ein Einreise in die USA verhindern.

Man sollte sich fragen, ob die USA für Meinungsfreiheit steht.
Aber man sollte sich auch fragen ob die BRD dies tut.

Man sollte sich fragen, ob die Weltgemeinschaft grundsätzlich demokratischen Prinzipien den Bedürfnissen der Weltgemeinschaft folgt - oder stattdessen der Gewinnsteigerung weniger Privilegierten.

Ihr zahlt für deren Reichtum!
Diese Erkenntnis mag nichts Neues sein.

Dagegen aufzubegehren möglicherweise schon....