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Dienstag, 31. Dezember 2013

Steffen Seibert und Michael Schumacher

Abteilung: Die Wertigkeit der öffentlich/rechtlichen Berichterstattung

Ich freue mich nicht darüber, dass Michael Schumacher verunglückt ist. Das tut mir leid, um ihn und seine Frau - und um seine zwei Kinder.

Michael Schumacher ist jemand, der bisher sehr erfolgreich war. Dieser Erfolg wurde ihm sicherlich nicht in den Schoss gelegt - er war hart erkämpft.
Sportlich ist er ähnlich unangefochten, wie Bayern München.
Diese Laufbahn ist vorbei. War sie vor diesem Unfall schon.
Sympathisch war er mir nie.
Spätestens seit ich erfahren habe, dass er seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt hat, um Steuern zu sparen, war er für mich kein Deutscher mehr - und unabhängig davon, kein Sympathieträger.

Mich störte der Umstand, dass er für Deutschland angetreten ist, aber in der Schweiz lebte und dort seine (verringerten) Steuern zahlte. Ich hätte sehr, sehr gut, mit einem schweizerischen Weltmeister leben können.
Als schweizer Staatsbürger wäre er mir egal gewesen, als Deutscher ärgerte er mich.

Nun denn, weder Schumacher noch Hoeneß, gönne ich ein Hirn-Traumata wegen Geiz im Reichtum. Ich lehne die Todesstrafe konsequent ab (die staatlich verordnete, wie auch die natürliche, oder schicksalsgegebene -übrigens ohne religiös zu sein), obwohl sich eben beide der Solidarität entzogen.

Es mag pietätlos sein, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern.
Ich will damit nur begründen, warum mir der Tod eines Mandela näher ging, als es der Tod eines Schumachers gehen würde.

Der Tod ist immer traurig - egal wie gut oder schlecht ein Mensch gewesen ist.
Grundsätzlich gehöre ich nicht zu den Jubelnden, wenn ein böser Mensch stirbt. Die Exekution von Hussein beispielsweise, habe ich abgelehnt. Er hätte bis zu seinem Lebensende in einer Zelle schmoren sollen um über seine Missetaten nachdenken zu können. Auch für Hitler hätte ich das gewünscht.

Selbstverständlich möchte ich Schumacher nicht in den Zusammenhang mit den beiden bringen!

Schumacher ist nicht böse, oder schlecht. Schumacher ist ein Gewinner, dem es zu teilen schwer fällt.
Dafür wünsche ich ihm selbstverständlich nicht seinen Tod - sondern im Gegenteil baldige Genesung!

Aber für andere schlägt mein Herz hält mehr. Und für jene, trauere ich auch mehr.
Das ist natürlich eine rein subjektive Haltung.
Natürlich stehen einem persönlich Menschen näher, als andere. Und natürlich bedauert man das Ableben von Näherstehenden mehr, als das von Anderen.

Ich hoffe ausdrücklich, dass M. Schumacher wieder gesund wird!

Aber warum Steffen Seibert als Regierungssprecher auf Platz eins in 'heute' über Schumacher gesendet wird, lässt mich dann doch - wieder einmal - verstört zurück.

Es gibt Wichtigeres, Schlimmeres zu berichten!
Todesopfer gibt es zu beklagen - zahllose(!), überall auf der Welt.
An Hunger, Attentaten, Naturkatastrophen, Todesopfern bei Demonstrationen, oder was auch immer für einen verdammten Scheiß!

WER bestimmt die Wertigkeit - und, WIE wird diese bestimmt?

Immer noch verstört...
Euer Duderich

Heise hierzu:
Klaus Baum hierzu:

Da ich morgen nicht mehr zum Schreiben komme:
Ich wünsche Euch einen Guten Rutsch, in das hoffentlich bessere Jahr 2014!
Obwohl ich da ja eher pessimistisch bin...


Sonntag, 29. Dezember 2013

Über den beschissenen Alltag

Abteilung: Hirnkrampf

Weihnachten ist (endlich) vorbei; damit auch die Pflichtübung der Blogger, ein wenig Konsumkritik zu üben.
Möglicherweise ist es noch zu früh, sich gegen die Silvester-Böllerei auszulassen.
Das staatlich tolerierte Knallen-Lassen, was sonst die Ordnungsmacht wegen Ruhestörung auffahren lassen würde.
Kein interessanter Gedanke, aber trotzdem:


Wo steht (in welchem Gesetz?) eigentlich geschrieben, dass an Silvester die Nachtruhe aufgehoben ist?
Und, darf man in der Weiberfastnacht Krawatten abschneiden?
Ist das gelebte Anarchie?
Gelebtes, geduldetes Brauchtum, innerhalb eines rechtsstaatlichen Graubereichs?

Ist das so?
Nirgendwo steht geschrieben (zumindest nicht, dass ich es wüsste), dass an Silvester die Nachtruhe ausgesetzt ist.
Wenn ich also laut sein darf, und alkoholisiert - darf ich dann auch kiffen?
Natürlich nicht! Dies widerspricht dem Betäubungsmittelgesetz, und dieses gilt jeden verdammten Tag in jedem verdammten Jahr.

Es bleibt festzuhalten:
An Karneval ist sexuelle Belästigung (im Extremfall) ein Karnevals Kavaliersdelikt.
Die Benutzung öffentlicher Infrastruktur ist an Karneval nicht einklagbar (Rosenmontagszüge)?
An Silvester, wird mich niemand erst nehmen, wenn ich nach 0:00h Nachtruhe einfordere.

Dieser Staat, toleriert dies alles, aber will mir verbieten den Rauch diverser Pflanzen einzuatmen?
Noch nicht mal an Silvester oder Karneval?
Wo sonst, so ziemlich alles erlaubt ist?

Was soll dieser Text, mögt ihr Euch fragen:
Geht es um die Hinterfragung der Legislative und Judikative?
Bingo! Richtig!

Aber geht es auch vielleicht um die Legalisierung illegaler Pflanzen? Oder überhaupt um die Frage, ob Pflanzen illegal sein können?
Mmh. Möglicherweise.

Geht es in diesem Text vielleicht darum, dass Recht und Gerechtigkeit höchst subjektiv sind?
Darum, dass nicht nur das individuelle Gerechtigkeitsgefühl, sondern auch dass das staatlich sanktionierte gleichsam sehr subjektiv ist?

Vielleicht!

Argumentiert, liebe Leser, ob, und möglicherweise welchen Sinn dieser Text hat!
Ich möchte Euch keine Meinung liefern, die ihr zu verdauen habt.

Ich überbringe Euch nicht mal eine Information, die ihr selbst nicht wisst.
Nichts, was ich geschrieben  habe, wird irgendjemanden neu sein,

Ihr könnt  mich gerne an mir abarbeiten - aber die Intension dieser Zeilen ist die Auseinandersetzung mit Euch selbst.

Lebt ihr, was ihr glaubt?
Glaubt ihr, was ihr lebt?

Grüße von einem verstörtem Dude
und, wie ich hoffe,
auch einem verstörendem Dude.

P.S.:
Liebe Leser:
Fühlt Euch nicht angegriffen!
Mich selbst greife ich an!

Grüße,
Dude

Dienstag, 24. Dezember 2013

Santa Duderich feiert - das Ende des Konsumrausches

Abteilung: Konsum - im Gedenken an Jesus Geburt.

Auf glitzernde Weihnachtsbäume stehe ich ja nun gar nicht. Sowieso ein heidnischer Brauch, den ich, obwohl ich Atheistin bin, nicht folge.

Jesus, als historische Figur, würde wohl im Strahl kotzen, wenn er erfahren würde, welchen Konsumrausch seine Geburt, kapitalistisch interpretiert, auslösen wird.

Ich selbst feiere Weihnachten, weil danach Menschen wie ich nicht mehr mit Weihnachtsmusik penetriert werden. Weil ich keine, mit Einkaufstüten beladende, gehetzte Menschen mehr sehen muss.
Ich wähnte mich in der Hölle, während ich in der Vorweihnachtszeit meine Einkäufe tätigte.

Glitzer und Konsum.

Was genau hat das mit dem Christentum zu tun?

Was hat das mit dem zu tun, was Jesus predigte?

Ich bin ungläubig, ein Heide gar. Habe nie die Bibel gelesen - erfahre aber tagtäglich, wofür jene eintreten, die sich Christen nennen.
Es gibt sogar eine Partei, die das Attribut 'christlich' in ihrem Namen führt.
Diese Partei fühlt sich der Wirtschaft verpflichtet.
Dem Wirtschaftswachstum.
Keine Solidarität mit den Armen und Abgehängten ist von denen zu spüren.

Ich selbst bin Atheist, aber ein spiritueller Mensch - der sich fragt, was Weihnachten in der heutigen Zeit noch mit christlichen Werten zu tun hat.

An alle Christen und Nichtchristen möchte ich die Frage richten:
Dient Weihnachten mehr dem Konsum - der Absatzraten, oder doch der Vergegenwärtigung humanistischer Werte?

Ist Weihnachten in unserem Kulturkreis gar ein kapitalistisches Fest?

Was hat in unserer Gesellschaft die relevantere Bedeutung:
Der Konsum, oder doch die Besinnung auf Bescheidenheit, auf Besinnlichkeit, .... auf Menschlichkeit?

Wie auch immer die Antwort ausfallen mag:

Santa Duderich wünscht Euch ein fröhliches Weihnachtsfest.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Zitat des Tages

 Abteilung: Leichenfledderei

Anne Will:
"Heute wäre Willi Brandt 100 Jahre alt geworden; aber eins ist sicher: Er wäre stolz auf seine Enkel gewesen!"

(Anmoderation in der Sendung 'Anne Will')

Sonntag, 15. Dezember 2013

Vier Jahre Muppets-Show

Abteilung: Hand- und Sprechpuppen

Die Verwaltung 'alternativloser' Verteilung des gesellschaftlichen Vermögens zu den Vermögenden kann also weitergehen. Weitere Ungerechtigkeiten und Unzumutbarkeiten sind für die CDU noch besser zu verkaufen, wenn sie von den sog. Sozialdemokraten mitgetragen werden. Die SPD verkauft diese Regierungsbeteiligung als staatstragend und vernünftig. Aber sie verwaltet (mit) die 'Vernunft des Marktes'. Dafür aber braucht man diese Partei nicht - dafür hätte man die FDP über die 5%-Hürde wählen können.

Sicherlich hätte ein negatives Votum der SPD erst einmal geschadet. Der Sozialdemokratie (und auch der Demokratie an sich) hätte es genutzt. Auch die CDU wäre in der Klemme gewesen. Der einzige denkbare Koalitionspartner wären die Grünen gewesen, die aber bereits zuvor schon ziemlich deutlich ihren Unwillen bekundet haben, sich in den Schwitzkasten der CDU zu begeben.

Es wäre bei einem abschlägigem Votum der SPD-Mitglieder vermutlich auf Neuwahlen hinausgelaufen. Möglicherweise hätte die AfD oder/und die FDP dann Fraktionsstärke erlangen können. So schlimm fände ich dies gar nicht - sollen sie sich doch blamieren!

So aber haben die SPD-Mitglieder den Weg für die weitere Selbstdemontage ihrer Partei freigegeben. Wenn die SPD unter 20% rutschen wird - vielleicht ist das dann endlich Anlass für personellen und inhaltlichen Wechsel. Sicher bin ich mir nicht - die Erkenntnisresistenz der modernen SPD sollte man nicht unterschätzen...

Uns erwartet ein absurdes Theater mit Hand- und Sprechpuppen.
Meine Rolle als Blogger in den nächsten vier Jahren wird wohl sein, in dieser Muppet-Show vom Balkon aus hinunterzublöcken.

'Hehehehehe!'

Samstag, 14. Dezember 2013

Kein Land in Sicht

Abteilung: Die demokratisch legitimierte immer weiter aufgehende Schere

Es wird wohl die selbsterfüllende Prophezeiung werden. Die SPD-Mitgliederabstimmung wird ergeben, dass eine große Koalition den Weg gebahnt wird.
Erhellend wäre, zu fragen, WARUM  genau, die SPD-Mitglieder wohl mehrheitlich mit 'Ja' abgestimmt haben.

Weil sie eine große Koalition wollen? Mäh!

Weil sie den Koalitionsvertrag für sozialdemokratisch empfinden? Mäh!

Weil sie ihre Partei retten wollen, vor dem Loch, in der diese Partei sonst fallen würde?
Mmh, das klingt dann doch wahrscheinlicher.

(....)

Ich habe nie aufgehört, ein Sozialdemokrat zu sein. Seit Schröder - und seiner unsäglichen Agenda 2010 - ist die SPD nicht mehr die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Die SPD steht nicht mehr authentisch dafür ein, überbordenden Reichtum auf Kosten der Unterprivilegierten entgegenwirken zu wollen. Schröder prahlte damit, den Niedriglohnsektor ausgebaut zu haben. Löhne von denen keiner leben kann. Niedriglöhne, die von Steuergeldern subventioniert werden, damit diese über die Runden kommen.

Die Vermögensteuer ist niedriger als unter Kohl. Reiche, Privilegierte werden immer weniger belastet, und Abgehängte suchen in Mülltonnen nach Pfandflaschen, damit sie irgendwie über den Monat kommen.

Mit keinem Wort steht eine stärkere Beteiligung von den wirklich Reichen am Gemeinwohl im Koalitionsvertrag. Die Profiteure dieses System bleiben weiterhin unangetastet.
Warum ist das so?
Blöde Frage, ich weiß es ja: Weil sie die wirkliche Macht haben - unabhängig von irgendwelchen Wahlergebnissen.
Verschwörungstheorie? Kann sein.
Eine größere Verschwörungstheorie ist in meiner Wahrnehmung aber, dass durch diese Demokratie dass Gemeinwohl Ziel politischen Handelns ist.

(...)

Ich selbst würde mich freuen, wenn das Ergebnis der Mitgliederbefragung 'negativ' ausfallen würde.

Denn das genau, wäre die Chance sich als Partei, die sich sozialdemokratisch nennt, neu zu formieren.

Die SPD ist seit Schröder schon lange in einer Identitätskrise. Solange sie nicht muss, wird sie sich nicht ändern. Solange sie nicht authentisch für die Interessen der Arbeitnehmer eintritt, wird sie - und das soll auch so sein - weiterhin an Zustimmung verlieren.

Sicherlich wäre ein Votum der SPD-Mitglieder GEGEN die Koalition ein Super-GAU für die Parteiführung.

Aber dieses braucht wohl die SPD um sich neu zu formieren und sich der Linke zu nähern. Es braucht ein Personalwechsel, es braucht eine Distanzierung zur Agenda 2010.

Momentan ist diese Partei in der Beliebigkeit angekommen. Man traut ihr jeden Kniefall gegenüber neoliberaler Marktgläubigkeit zu.

Die meisten SPD-Mitglieder werden wohl versuchen, eine momentane Schmach ihrer Partei abzuwenden - und deshalb dem Koalitionsvertrag, zustimmen.

Damit werden sie aber letztendlich das Grab ihrer Partei schaufeln, welche sie doch retten wollen.

Vielleicht ist das auch gut so.
Man mag mir entgegensetzen, dass es eine sozialdemokratische Partei braucht.

Ich selbst vertrete die Meinung, dass das 1.) richtig ist, aber 2.) die SPD keine sozialdemokratische Partei mehr ist. Genau sowenig, wie die CDU christliche Werte umsetzen will.

Letztendlich, wird den Reichen gegeben und den Armen genommen.

War schon immer so.

Relativ neu ist, dass dies demokratisch verpackt wird.

Uns wird vorgegaukelt, dass wir das ja alle so wollen.

Und, dass ist das traurige, die meisten glauben dies auch noch!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Ein nervendes, rosa Tutu

Abteilung: Alles so schön rosa hier!



Werbung soll Emotionen wecken. Und ich gebe auch zu, dass bei mir das anfänglich verfangen hat. Ich fand den Spirit des Spots anfänglich sympathisch. War einfach ein Gefühl, das nicht kritisch hinterfragt wurde.

Werbung wirkt ja bei jedem, außer bei einem selbst, weil man selbst ja viel zu schlau ist, um sich, auch von gut gemachten Spots, manipulieren zu lassen.

Mittlerweile bin ich dermaßen genervt von diesem Spot! Keine Werbepause scheint ohne diesen auszukommen. Ein medialer Presslufthammerangriff auf mein Gehirn, bzw. meine Gefühle. Selbst unter der Annahme, dass es (zumindest kurzzeitig) inspirierend, gar progressiv, sein könnte, einen dickbäuchigen Mann im rosa Tutu zu sehen, so reichen meine bislang erworbenen visuellen Eindrücke diesbezüglich, mittlerweile für gefühlte ca. 396 Existenzen.

Zum Inhalt dieses Spots:
Plot: Liebender Mann erfährt von nicht näher erläuterter Diagnose seiner Frau und kompensiert das, indem er sich in verschiedenen Posen, lediglich bekleidet mit einem rosa Tutu, photographieren lässt.
Stellt dies in's Netz (dank der Möglichkeiten, die Telekom gewährleistet).
Alle finden das cool, eine riesige Solidarisierungswelle entsteht daraus.
So weit, so gut, so Telekom.
  • Wenn man ein gefühlloses Arschloch wäre, könnte man sich fragen, ob diese, durch die Telekom möglich gemachte, Solidarität, die Genesungschancen seiner Frau verbesserte. 
  • Wenn man ein gefühlloses Arschloch wäre, dann könnte man sich fragen, ob eine Solidaritätswelle vielmehr eine Verbesserung des Gesundheitssystems (und damit die Heilungschancen) bewirken würde. Reicht es, Telekom-Kunde zu sein - oder sollte man sich doch besser mal informieren, wofür die Partei eintritt, die man alle vier Jahre wählen darf?
  • Wenn man ein gefühlloses Arschloch wäre, könnte man auch mal hinterfragen, ob dieses Szenario am Reißbrett entworfen wurde, um auch bei denen Gefühle zu entwickeln, die sich selbst abseits vom Mainstream sehen. (Update: Rolle rückwärts: Dies Szenario ist wohl authentisch. Seine Frau hat Brustkrebs. Diese Erkenntnis aber, schockiert mich mehr, als sie mich befriedigt.)
  • Wenn man ein gefühlloses Arschloch wäre, dann käme man wohl zu dem Schluss, dass versucht wird, mit unseren humanistischen, solidarischen Gefühlen schlichtweg Kohle und Rendite zu machen.
  • Wenn man ein gefühlloses Arschloch wäre, dann würde man sich wohl nicht heimlich die Rührtränen aus den Augenwinkel wischen, sondern sich fragen, ob der Spot humanistische oder profitable Intensionen hat.
Letztendlich muss man sich (als gefühlloses Arschloch) doch die Frage stellen, ob das okay geht, zumindest mal zu versuchen, humanistische Werte über dem Umweg des Unterbewusstseins, für Gewinnsteigerungsraten zu korrumpieren.

Ich, als gefühlloses Arschloch, finde mitfühlende Ehepartner im rosa Tutu total scheiße (soweit dies inszeniert ist). Und ich finde die Telekom scheiße, dass sie mit dem Leid von Ehepartnern (mit entsprechender Diagnose des Partners/Partnerin) wirbt.

Auf dem ersten Blick mag dieser Spot humanistisch und progressiv sein.
Letztendlich ist er im hohen Maße menschenverachtend!

Dieser Spot ist nur ein Beispiel unter vielen, dafür, dass Werbung nicht mit Argumenten überzeugen will, sondern mit Gefühlen und Sehnsüchten (und zwar möglichst un[ter]bewusst).

Dies wird weitgehend toleriert ('that's capitalism, stupid!').

Ich nehme das zur Kenntnis, nachvollziehen kann ich es nicht.

Euer gefühlloses Arschloch mit rosa Tutu-Allergie
Duderich

Weiterführendes: Werbung wirkt immer weniger

Sonntag, 8. Dezember 2013

Das Weihnachtsfest

Abteilung: Süßer die Kassen nie klingen!

Oh, Du besinnliche Weihnachtszeit.

Ich selbst bekomme von dieser wenig mit. Sehe nur gestresste Menschen mit vollen Einkaufstüten. Weihnachten ist eine feste Größe der Konjunktur.
Man schenkt, und die Geschenke werden gekauft.
Man feiert das Fest von Jesu Geburt, der im Stall geboren - unter ärmlichsten Verhältnissen.
Ich selbst kann der christlichen Religion wenig abgewinnen. Der Kirche noch weniger.
Was mich aber jedes Jahr auf's Neue ankotzt, ist der kommerzielle Wahn, den dieses Ereignis auslöst.

Weihnachten ist ein Geschäft - eine feste Größe der konsumistischen Nachfrage.
Wir feiern die Geburt Jesus durch eine Orgie des Konsums.

Es ist meiner Meinung nach bezeichnend, dass das Christentum diesen Tag feiert, in dem es gekaufte Produkte verschenkt. Weihnachten ist ein Riesen-Geschäft. Die Register-Kassen klingeln süß!

Weihnachts'märkte' überall.

Man kauft(!) Geschenke, um die Geburt Jesus im Stall zu feiern.

Und der Coca-Cola-Truck zieht weiter...

Eine 'besinnliche' Weihnachtszeit
wünscht
der Dude


Freitag, 6. Dezember 2013

Altruismus - ein Mythos

Abteilung: Auch Jesus wollte sich verwirklichen

Altruismus ist Mythos. Es geschehen und geschahen viele selbstaufopfernde (sic) Handlungen, die Gutes bewirken wollten und oft auch nach sich zogen. Meiner Meinung nach tut man Gutes, weil es einem selbst gut tut.
Der Euro in den Hut eines Obdachlosen, die Spende an die Opfer von Naturkatastrophen. Es tut einem gut, Gutes zu bewirken - man macht es nicht wirklich selbstlos, man 'profitiert' (schlimmes Wort, ich weiß) davon.

Hätte Jesus sich bereitwillig kreuzigen lassen (vorausgesetzt, er war eine historische Person), wenn er nicht einem Wertekodex folgte, auf der seine Selbstverwirklichung beruhte?

Unzählige Personen haben Gutes bewirkt. Aber eben nicht durch selbstloses Handeln, sondern durch selbstbestimmtes Handeln. Denn es braucht das Selbst um überhaupt Stellung beziehen zu können.

Die Beschäftigung mit der eigenen Existenz gerät schnell in die Ecke der Selbstbezogenheit (Egoismus, Narzimus, Utilitarismus, ...)
Für mich ist dies eine Verleugnung des Wesens der Menschen.

Letztendlich wurden ausnahmslos gute Taten vollbracht, weil diese dem Initiator eine positive Rückkopplung des eigenen Selbst bewirkten. Stichwort: Selbstverwirklichung.

Es gibt keine selbstlosen Taten, weil die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst erst diese möglich machen.

Kritik und Gegenwehr kann nur erwachsen, aus jemanden der SELBST (auch solidarisch) betroffen ist.
Ich selbst bin bspw. kein Hartz IV-Empfänger - aber es betrifft mich!

Nicht aus altruistischen Gründen: ICH fühle mich schlecht in einer Gesellschaft, in der die Opfer zu Tätern stilisiert werden.

Ich bin nicht altruistisch, weil es MIR besser gehen würde, wenn dies anders wäre.

Frage an meine Leser:
Gibt es wirklich 'selbstloses Handeln'?


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Slomka, die 'Vierte Gewalt' und die Eigendynamik von Blogs, wie diesem

Abteilung: Der Herzschlag der Blogger

Erstmal die Meta Ebene, oder ein Vorwort:

Dieser Blog ist ein Hobby von mir. Ich verdiene keinen Cent damit - und das will ich auch gar nicht. Meine Währung ist auch nicht Lob, oder Bestätigung.
Er ist schlicht mein Mittel meine Wut in die Welt hinauszuschreien. Dieser Blog ist eine Art Therapie - ich profitiere davon.
Ich schreibe, wenn die Eiterblase der Wut platzt. Letztendlich sind meine Beiträge ein Selbstzweck. Sicherlich würde ich - wenn ich es denn könnte - eine bessere Welt herbeischreiben. Selbstlos wäre auch das nicht - denn wer wollte denn nicht in einer 'besseren Welt' leben?

Ich schreibe also darüber, was mich gerade umtreibt; plärre es in das Internet. Manche Beiträge lösen kaum Resonanz aus (was total in Ordnung geht) und manche entwickeln eine eigene Dynamik.

Und auch dieser Umstand ist Teil der Motivation, diesen Blog zu betreiben. Ich habe nun einige Erfahrungen als Blogger gesammelt, aber immer noch nicht kann ich nur ansatzweise vorausahnen, welche Dynamik ein Text entfaltet.
Vielleicht ist dies genau der Kick, der Blogger antreibt. Zumindest bei mir ist es so.

Bei meinem Beitrag 'Mit der Gesamtsituation unzufrieden' sprach ich mit keinem Wort das Slomka-Gabriel-Interview an. Aber genau dieses bestimmte die Kommentare darauf.
Dies genau ist der Grund, warum ich diesen Beitrag überhaupt schreibe - obwohl mich dieses Interview nicht wirklich umtreibt:

Nun zum eigentlichen Thema:

Slomka wirkte erst ein mal sympathisch, nein, besser ausgedrückt: Sie hat ihren Job als Journalistin gemacht, und nachgefragt. Hat sich nicht mit Allgemeinplätzen zufrieden gegeben, sondern auf eine Antwort auf ihre Frage beharrt.
Es wäre zu schön, wenn dies gut gemacht gewesen wäre. Die Aufgabe der Vierten Gewalt ist es ja schließlich Politik und Machtverhältnisse (in Zeiten wirtschaftlichem Machteinflusses, respektive Lobbyismus, nicht wirklich das selbe) kritisch zu hinterfragen. Man mag sicherlich auch argumentative Gründe anführen können, die dem Mitgliederentscheid der SPD widersprechen. Die Verfassung dafür bemühen zu müssen ist aus meiner Sicht aber schlicht albern und ausgesprochen schlecht recherchiert (zumal die Deutschen gar keine Verfassung haben - diese Chance wurde bei der Wiederveinigung unreflektiert verpasst).
Es gäbe unzählige Gründe, Gesetzesinitiativen über die Konformität mit dem Grundgesetz(!) kritisch zu hinterfragen. Gerade von journalistischer Seite.
Die Frage drängt sich aber (zumindest für mich) auf, ob der Mitgliederentscheid der SPD zu dem Koalitionsvertrag (der nicht rechtlich bindend ist) das Kernthema eines kritisch hinterfragenden Journalismus sein sollte.
Keine Auseinandersetzung mit den Inhalten des Koalitonsvertrges (der weichgespülter kaum sein könnte). Es gäbe genug Gründe, Gabriel und seine Partei kritisch zu hinterfragen.
Man hätte Gabriel ziemlich alt aussehen lassen können. So aber ging er letztendlich als Sieger hervor.

Keine streitbare Journalistin hat dieses Interview geführt, sondern einfach eine emotional geleitete, uninformierte Person, die nicht begriffen hat, welche (wirklich relevanten) Fragen zu stellen sind; und auch gegen wen.
Oder dies nicht will, oder sich dies nicht traut.

Denn: Kann sich irgendjemand von meinen Lesern vorstellen, dass ähnlich mit Frau Bundeskanzlerin Doktor Merkel umgegangen wird???!
Kann sich heute irgendjemand vorstellen, dass die Regierenden und Machthabenden in ähnlicher Form von öffentlich-rechtlichen Sendern hinterfragt werden?
Wie unabhängig ist denn dieses 'unabhängige' (sic!), zwangsfinanzierte Fernsehen?


Ich bin beileibe kein Freund der SPD. Diese in Schutz zu nehmen ist nicht die Intension dieses Textes.

Aber, ich muss zugeben, dass Gabriel hier die besseren Argumente hatte.

Es ist traurig wahrzunehmen, dass die öffentlich-rechtliche Journaille trotz unzähliger möglicher Angriffspunkte versagt. Letztendlich empfinde ich diesen Vorstoß als gescheitertes Beispiel eines kritisch hinterfragenden Journalismus. Um so ärgerlicher, als das wir diesen gerade in heutigen Zeiten doch so nötig hätten.

So aber, werden wir von einer Kanzlerin regiert, die medial unangefochten, durchregiert.

Meine persönliche Meinung:
Wenn nur die, die Merkel (die CDU) wählen würden, weil sie deren Interessen vertritt, dann würde die CDU wohl an der 5%-Hürde scheitern.
Dies gilt übrigens (leider, leider, leider) auch für die SPD.

Ich schreibe hier nicht in erster Linie gegen die Legislative und die Presse an.
Ich schreibe gegen die an, die unreflektiert deren propagandistische Manipulation annehmen.

Nochmal Kant: 'Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!'