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Donnerstag, 19. Juni 2014

The Pope vs. the Gauck

Abteilung: Celebrity deathmatch

"Weiter führte der Papst aus, das derzeitige Wirtschaftssystem brauche ähnlich wie alle großen Reiche der Geschichte zum Überleben die Kriege. Da ein Weltkrieg unmöglich sei, führe man regionale Kriege. Durch die Produktion und die Herstellung von Waffen sanierten sich die großen Volkswirtschaften und opferten so Menschenleben zu Füßen des Götzen Geld."(Tagesspiegel)


Unser Bundespfaffe ist da ganz anderer Meinung.
So hört sich das an, wenn man aus 'humanistischen Gründen' zum Krieg ruft:

 "Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen", sagte der Bundespräsident weiter. "So wie wir eine Polizei haben und nicht nur Richter und Lehrer, so brauchen wir international auch Kräfte, die Verbrechen oder Despoten, die gegen andere mörderisch vorgehen, stoppen." Für eine solche aktivere Außenpolitik sei in Deutschland ein Mentalitätswechsel nötig, argumentierte Gauck. "Ich habe das Gefühl, dass unser Land eine Zurückhaltung, die in vergangenen Jahrzehnten geboten war, vielleicht ablegen sollte zugunsten einer größeren Wahrnehmung von Verantwortung." Deutschland könne sich auf eine solche Rolle einlassen, weil es inzwischen eine "verlässliche Demokratie" sei."
(Tagesspiegel)

[Hervorhebungen vom Duderich]

Dienstag, 17. Juni 2014

Der Wert eines Menschenlebens

Abteilung: Moralische Dilemmata

Johannes Westhauser. Eine Name, der für eine Person steht. Unbekannt, auch jetzt, wo täglich Meldungen über seine Bergung gesendet werden.

Die Meldungen setzen sich ausschließlich mit der logistischen Herausforderungen der Bergung auseinander. Der überwundenen und zu überwindenden Hindernissen. Man ahnt, wie viel Planung, Man-/Woman-Power, Material, und - vor allem Einsatzbereitschaft und Mut diese Bergung fordert.
Kurz: Das kostet!
Ich nehme mit Genugtuung war, dass die kapitalistische Logik noch nicht in die Riesending-Höhle eingezogen ist. Es wird nicht aufgerechnet und abgewogen.
Ein ganz normaler Mensch (ohne wie immer gearteten Promi/VIP-Status) wird gerettet, koste es was es wolle.
Ich weiß nicht, wer letztendlich die Zeche bezahlt - und das interessiert mich auch nicht. Gerne von meinen Steuergeldern.

Aber trotzdem bleibe ich verwirrt zurück:
Warum wird sich in den Meldungen ausschließlich auf die Bergung konzentriert, und der Mensch Johannes Westhauser bekommt nicht mal eine Statistenrolle?
Erfahrener Höhlenforscher, beruflicher Status, Schädel-Hirntrauma, ähm...
Wurde jemals mehr über ihn geschrieben?
Hätte man mehr über ihn schreiben sollen? Dem Bergungsopfer ein Gesicht geben?
Hat, oder braucht es mich zu interessieren, welche Person denn da genau gerettet wird?
Ganz ehrlich - ich weiß es nicht!

Und weitere Fragen tuen sich da auf, die ich alle nicht beantworten kann:
Was wäre, wenn er ein Kinderschänder wäre, Mörder, Massenmörder, gar Hedgefont-Manager?
Würde ich diesen Aufwand für ebenso gerechtfertigt halten?

Wie viele Menschenleben, in bspw. Somalia, könnten mit dem Kostenaufwand der Bergung gerettet werden?

Und genau hier kommt die kapitalistische Logik um die Ecke:
Alles einpreisen, vergleichen.
Kosten und Nutzen abwägen.

Die ökonomische Vernunft sagt:
Mit möglichst geringem Einsatz, den höchst möglichen Gewinn erzielen.

Angenommen, der Gewinn wäre, Menschenleben zu retten, dann ist die Bergung Westhausers ökonomisch total unvernünftig.
'Ökonomischer' wäre die Rettung hunderter, vielleicht tausender Menschenleben für den Aufwand der Rettung eines Einzelnen.
Fängt Euer moralischer Kompass jetzt auch an zu rotieren?

Und wer seilt sich im Zweifelsfalle ab, um Johannes Westhauser zu verkünden, dass seine Bergung doch zu teuer wäre - im Verhältnis zu einem einzigen Menschenleben. Dass so viele andere viel preiswerter gerettet werden könnten?

Typische loose-loose Situation.

Die Welt scheint mir viel davon...


Mittwoch, 4. Juni 2014

Die Naivität des Optimismus

Abteilung:  'Die Menschheit hatte von Anfang an nicht das Zeug dazu.' (Bukowski)

Alles weiter wie gehabt. Wird schon gut gehen.
Die wenigsten machen es sich bewusst, aber man kann wohl unwidersprochen konstatieren, das gesellschaftliche Interessen, denen des Kapitals geopfert werden.
Hört sich an, wie eine steile These, oder wie eine Binse - je nach Standpunkt.

Der interessierte Mensch, wird täglich informiert über irreversiblen Raubbau an der Natur - unserer Lebensgrundlage.
Man nimmt überbordenden Reichtum wahr - und auf der anderen Seite himmelschreiende Armut, bis zum Hungertod.

Ist es da so naiv, nach Ausgleich zu fragen? 

Ist man dann 'Gutmensch'?
Kommunist?
Sozialist?
Staatsfeind?

Aber ja!

Die Besitzverhältnisse sind zementiert.

In diesem System werden Reiche reicher und Arme ärmer. Das geht gar nicht anders!

Und das hat dann auch eine natürliche Grenze.
Aber bis dahin werden natürliche Ressourcen im gigantischen Ausmaß Kapitalinteressen geopfert worden sein.

Wäre schön, wenn ich glauben könnte, dass die Vernunft rechtzeitig genug siegen möge.

Ich glaube nicht, dass wir, die Menschheit, noch mal die Kurve kriegen.

Ich gebe der Menschheit noch 100 - 300 Jahre.

Danach wird sich dieser Planet erholen.

Und, wie damals die ausgestorbenen Dinosaurier, werden auch wir Platz machen, für eine nachfolgende (intelligentere?) Spezies.

Viel dümmer können die sich ja auch nicht anstellen...