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Samstag, 31. Dezember 2016

Guten Rutsch mit Rainald Grebe

Abteilung: Amüsemang

Ich liebe und vermisse das im besten Sinne schlechtgelaunte und hochpulsige Programm von Georg Schramm. Auch liebe ich Hagen Rether's Art sein Programm sitzend und sinnierend zu absolvieren. Beide könnten nicht unterschiedlicher performen. Und für beide habe ich auch keine passende Kategorie. Kaberitist? Satiriker? Komiker? Alles und nichts davon.
Andere finde ich einfach Nuhr zum Kotzen. Kennste, Kennste?
Was ich auch nicht mag, sind Auftritte von sogenannten Kleinkünstlern am Klavier. Musikalisch haut mich das selten vom Sofa, und witzig und intelligent ist das meist auch nicht wirklich.
Es ist sicher Geschmackssache, aber Rainald Grebe ist da für mich die Ausnahme. Intelligente, oft ins Absurde abtriftende Texte - und singen kann er auch. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Das Video habe ich vor Jahren schon einmal gepostet, aber zur Feier des Tages, sozusagen, habe ich es noch einmal hervorgekramt.

Viel Spaß damit und guten Rutsch!


Freitag, 23. Dezember 2016

Süßer die Kassen nicht klingeln

Abteilung: Das Feiern der Geburt eines Revoluzzers in kapitalistischen Zeiten

Ich selbst bin Atheist. Bin insofern ein Außenstehender, der für den 'Geist der Weihnacht' möglicherweise dadurch immunisiert ist.
Die vorweihnachtliche Weihnachtszeit nehme ich insofern war, als dass ich ästhetisch fragwürdige (und nebenbei stromfressende) Beleuchtungsorgien konstatiere. Außerdem werden die Schlangen vor den Kassen länger und länger.

Nicht Karneval ist für mich die 'fünfte Jahreszeit', sondern Weihnachten.
Die 'fünfte Jahreszeit' des Einzelhandels.

Wenn man im Sinne des Verfassers (der Bibel) die Geburt Jesus feiern wollte, dann wäre Bescheidenheit, Demut und die Abkehr allen materiellen Reichtums angesagt.
Stattdessen ist es ein Rausch des Konsums.
Man schenkt um nicht zu enttäuschen. Man schenkt, in der Erwartung selbst beschenkt zu werden.
Wessen Kind ab 4+x wäre nicht maßlos enttäuscht, etwas selbstgemachtes geschenkt zu bekommen?
Von der Pubertät ganz zu schweigen! Da muss es dann schon ein I-Phone sein, inklusive Flatrate, die den eigen Nachwuchs dann zu einem bildschirmstierenden Zombie macht.

Was feiern wir denn hier?
Die Geburt eines Revoluzzers, der Bescheidenheit und Armut predigte, oder den Konsum/den Kapitalismus?
Ich, wohlgemerkt als Atheist, frage mich, welche religiösen Werte den zur Weihnachtszeit gefeiert werden - und vor allem wie?

Ich selbt, als unreligiöser Tropf, freue mich immer, wenn Weihnachten vorbei ist.

Ich freue mich darüber, dass nach Weihnachten die Fußgängerzonen wieder einigermaßen passierbar sind. Dass die Autoschlangen abnehmen. Und die Schlangen vor den Kassen.
Dass der christliche Taumel, die Geburt Jesus zu feiern, sich nicht mehr im Konsumrausch Bahn bricht.

Dass sich alles dann wieder normalisiert, und lediglich der gewöhnliche Wahnsinn übrig bleibt.

Denn der ist schließlich auch schon genug.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Warum ich kein 'wahrer' Linker bin

Abteilung: Bin wohl doch kein Gutmensch

Ich trage Leder. 
Lederjacken (eher selten), Gürtel aus Leder (immer) und Schuhe aus Leder (auch immer, meistens aber mit Gummisohlen).

Ich habe 'Das Kapital' nicht gelesen. 

Hab so grob mitbekommen, warum es darin geht. Eigentumsverhältnisse der Produktionsmittel und so. Herrschafts-/Klassenverhältnisse.
Ich glaube ihn verstanden zu haben, ohne ihn jemals gelesen zu haben. Schlimm das, ich weiß.

Ich esse Fleisch.
Ich trage nicht nur die Haut von toten Tieren, nein, ich esse auch ihr Fleisch. Ich weiß dann auch oft nicht, woher das Fleisch stammt. Massentierproduktion? Scheiße, ja. Wahrscheinlich. Ich mache mich da ganz klar schuldig! Geht gar nicht, sagt mein Gewissen. Aber zu fragen, ob das Fleisch der Wurst auf einer Grillfete auch wirklich von einem Tier stammt, das lachend in die Kreissäge gesprungen ist (nach einem glücklichen Leben auf der Weide), ist mir dann auch zu albern.
Auf Fleisch verzichten vermag ich bislang nicht. Wider besseren Wissens. Aber eine vegane Wurst werde ich nie essen. Dann doch lieber Salat bis zu meinem Lebensende.

Ich spiele Shooter.
Momentan Battlefield 1. Das Szenario ist der 1. Weltkrieg. Macht mir Spaß, wenn mein Team gewinnt. Verabrede mich mit Kumpels, und stürme gegnerische Fronten. Trotzdem bin ich Pazifist. Huch, jetzt habt ihr mich bei einem Widerspruch erwischt!

Ich folge nicht den 'aufrechten Linken'.
Baut so viele Hürden auf, wie immer ihr wollt. Ich will nicht mal versuchen, darüber zu springen. Ich laufe einfach durch sie. Eure Hürden bedeuten mir nichts - sind lediglich Hinweis auf Eure erbärmliche Intolleranz. Ihr seid schnell mit dem Vorwurf des Spalters, aber selbst seid ihr des Teufels Advokaten. Ich bin zu links, als dass ihr mich mit Eurem Gehabe von meiner Haltung abschrecken würdet. Aber ganz, ganz viele schreckt Euer ausgrenzendes, selbstgerechtes, elitäres Gehabe einfach nur ab. Und die wählen dann die AfD.

Links-Sein ist für mich die Solidarität mit Schwächeren. Mit den Abgehängten.
Das wäre eigentlich eine stabile Basis um Gegenwehr zu organisieren.
Ihr aber streitet darum, wer denn der wahrhafteste Linke ist. Und baut dabei einen moralischen Hindernisparcour auf. Und da bleiben dann noch eine Handvoll übrig, die alle Hürden bewältigt haben. Mit denen wollt ihr dann die Revolution starten?
Wer ist denn hier der Dumme?
Wer hat die unzähligen (sic!) Bücher denn nicht begriffen, die er gelesen hat?
Zum Beispiel Marx?
Eure herbeiphantasierte Revolution langweilt mich schon jetzt. Sie wird nie stattfinden, sondern in Gesprächs-, Arbeits- und Aktionskreisen verhallen.

Wo bleibt eigentlich die Solidarität mit der marxschen Arbeiterklasse? Bleibt wohl keine Zeit mehr dafür, im intellektuellen Klein-Klein.

Samstag, 3. Dezember 2016

Verfrühte Neujahrsansprache des Tages

Abteilung: Doctor's Gedanken


Der Joker

Abteilung: Wer ist der Psychopath?

Ich bin ein Comic-Fan. Verschlung Spider-Man und Batman-Comics. DC und Marvel.

Und der Joker (DC) war immer die Projektionsfläche für die, die für die Anarchie eine gewisse Sympathie hegen. Für die, die dieses gesamte System ficken (Entschuldigung) wollten.

Der Joker ist weder xenophob, noch homophob, noch antisemitisch. Sein Hass richtet sich nicht gegen die Ausgegrenzten, nicht gegen Minoritäten.

Sein  Hass richtet sich gegen die, die davon profitieren, dass das herrschaftliche System von unten nach oben verteilt.
Der Joker ist ein Anarchist, der bestehende Zustände hinterfragt.
Total polistisch inkorrekt. Seine Ambivalenz, seine Mißachtung von Dogmen machte ihn zum Super-Schurken.

Der Joker steht für die Überwindung des aktuellen Systems.
Die AfD steht hingegen für die Manifestierung der Gewinnverteilung unter nationalistischer Ausgrenzung.

Leute, wenn ihr das System ficken wollt, dann wählt nicht die AfD, sondern den Joker.
Wählt DIE LINKE, oder die PARTEI.

Außer ihr habt ein Problem mit Überfremdung und mit Juden.

In diesem Fall bestellt Euch bei Amazon eine Zeitmaschiene, reist 80 Jahre zurück und wählt die NSDAP.

Lieber den Joker, als Hitler.

Lieber Anarchie, als Merkel-Mutti oder den feisten Gabriel.

Humanität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.
Da ist mir der Joker (als Kunstfigur) näher, als alles, was mir für das kommende Jahr als Kanzlerkandidat versprochen wird.

Wenn schon unter gehen, dann zumindest mit ehrlicher(!) Menschenverachtung.

Montag, 21. November 2016

BGH-Urteil des Tages

Abteilung: Kann denn Wahrheit Sünde sein?

Auf der Schrottpresse folgte ich einen Link von @Waswegmuss zu diesem ARTIKEL.
Danke dafür!

Snowden darf also zum Untersuchungsausschuss geladen werden!
Ätsch, Merkel!
Übrigens: Dem SPIEGEL ist das laut meiner Suchanfrage keine Meldung wert. Wen wunderts?

Weiß noch gar nicht, wie ich das verpacken soll.
Hab beispielsweise ein wenig (paranoide?) Angst, dass die neuen beiden Busenkumpel einen Deal aushandeln, der sich als Kaninchenfalle für Snowden manifestieren könnte.

Snowden übrigens, das soll in dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, ist für mich der größte Held der Jetztzeit. Besonders, weil er so wenig Gewese um sich macht. Er tritt zur Seite und will, dass der Inhalt seiner Enthüllungen Aufmerksamkeit erfährt - nicht seiner Person.

Oliver Stones Film 'Snowden' habe ich noch nicht gesehen.
Ich kann Euch aber wärmstens den Doku-Film 'Citzenfour' empfehlen!


Samstag, 19. November 2016

Die Erosion der Demokratie

Abteilung: Schlächter wählen

Die Demokratie wird solange hochgehalten, so lange sie bestehende Zustände legitimiert. Die Dogmen lassen nur ein 'Weiter so!' zu.
Beim Brexit haben die Wähler in dieser Hinsicht versagt, und jüngst bei Trump.
Aber, was sagt uns das?
Gut, der Brexit ist mir relativ wumpe. Wenn dadurch die nationale Wirtschaftsleistung geschmälert wird, kann ich da gut mit leben. Wenn es der umfallende Mikado-Stein ist, der letztendlich die EU sprengt, auch.

Aber man beschwört den Zusammenhalt. Die Loyalität zu Deutschland. Die Loyalität zur EU. Die Loyalität zur NATO.
Aber die Loyalität zur Weltengemeinschaft wird kaum beschwört. Nicht von den Qualitätsmedien (Gegenbeweise? Immer her damit!), sondern höchstens in hinteren linken Nischen linker Blogger.

Der rechten Opposition ist die Weltgemeinschaft egal. Da zählt nur das Nationale.

Krieg, Hunger, Armut sind solange irrelevant, solange wir deren Folgen nicht direkt zu spüren bekommen.

Solange die Menschen dort verrecken, wo wir aufgrund ökonomischer oder strategischer Gründe intervenieren, ist alles gut.
Solange nicht in gelesenen Publikationen der Medien-Platzhirsche darüber berichtet wird, bleibt es unter der Aufmerksamkeitsschwelle.
Erst, wenn sie es über das Mittelmeer schaffen, rückt ihr Schicksal (im besten Falle) in unsere Wahrnehmung.
Da werden Börsenentwicklungen schnell wichtiger als Hungertote und Kollateralschäden.
Dem DAX gilt unsere mediale Aufmerksamkeit mehr als humanitäre Katastrophen.
Die volkswirtschaftliche Denke bestimmt unser Handeln mehr, als globale Solidarität.
Und, wo ist eigentlich der Anspruch auf Humanität (Aufklärung) geblieben?

Stattdessen wird der Konkurrenz (der Transmissionsriemen der Neoliberalen) alles untergeordnet, auf dem Altar der 'Freien Märkte'.

Wirtschaftswachstum ist der Fetisch.
Global und national.
Damit wird letztendlich alles begründet und entschuldigt.
Der Mensch fällt da leicht durch die groben Maschen des Zeitgeistes.

Der Kapitalismus saugt und saugt und saugt.
Und steuert damit seinem Ende zu.

Ich reibe mir als Linker dabei nicht die Hände.
Sollte diese Entwicklung ungebremst so weiter gehen, ist dies das Schlimmste was passieren kann.

Das tiefe Problem (oder letztendlich die Lösung?) der heutigen Demokratie sind die Desillusionierten.
Wer nichts mehr zu verlieren hat, wählt einen Wechsel. Egal, ob die Argumente stimmen und ob das Versprechen für eine bessere Zukunft eingelöst wird.
Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, dann ist das Versprechen auf Veränderung immer eine Verheißung.

Grundsätzlich ist es ja zu begrüßen, dass die Masse aufbegehrt.

Blöd nur, dass die Linke in der Mobilisierung der Abgehängten den Rechten offensichtlich hinterher läuft.

Warum wählen die Abgehängten Trump, der ihre wirtschaftliche Situation ganz sicher nicht verbessern wird?
Anwort: Weil sie unter Clinton auch nicht mehr an der Reichtumsentwicklung partizipieren könnten.

Warum werden die Abgehängten nächstes Jahr die AfD wählen, statt die LINKE?
Da habe ich keine Antwort drauf.


Irgendwas läuft kolossal falsch.


Dass die Politik (und die dabei flankierenden Medien) in der Interpretation des Zeitgeschehens kolossal falsch liegen, ist eine Binse.
Verleugnung. Pfeifen im Walde. Umdeutung des eigenen Versagens und der Realitäten.

Wie aber (und das ist die Frage an meine Leser) kann die Linke (oder die APO) dieses Protestpotential bündeln?

Die Mehrheit der Abgehängten wählen gar nicht. Und wenn sie wählen, dann wohl in der Mehrheit die AfD. Warum nicht die LINKE, die ja auch Opposition ist?

Pragmatische Gründe scheiden wohl aus, wenn man sich mit der 'Sozialpoltik' der AfD ein wenig auseinandersetzt.

Die Abgehängten fühlen sich anscheinend eher im rechten Millieu zuhause.

Warum ist das so? 

Ich selbst habe darauf keine abschließende Antwort...

Aber die Frage halte ich für wichtig.



Donnerstag, 17. November 2016

Gabriels Arithmetik

Abteilung: 2 x 3 macht 4 - Widdewiddewitt und Drei macht Neune

"Deutschland werde "nicht nach außen und nach innen gekennzeichnet durch eine wachsende Radikalisierung", sagte der SPD-Politiker auf dem Deutschen Arbeitgebertag.
In Deutschland hätten soziale Verantwortung und sozialer Ausgleich immer einen hohen Rang gehabt, und das sei eines der ganz großen deutschen Erfolgsgeheimnisse. Darauf könne Deutschland stolz sein. "Immer wieder schafft es Deutschland, diese Balance zu finden", sagte der Vizekanzler."

(Sigmar Gabriel)
 Quelle: Zeit 

Dazu eine andere Meinung (Auszug aus einem Interview mit Jürgen Borchart):

Warum sagt kein führender Politiker, was sie gerade (zur Rentenpolitik) ausgeführt haben?

Weil es eine heikle politische Botschaft ist, den Leuten zu sagen, ihr seid seit 30, 40 Jahren belogen worden. Man darf aber auch nicht die politische Gefahr unterschätzen, die darin liegt, was die RV jetzt aufbeschwört. Wenn wir uns überlegen, dass der Sozialstaat und die Demokratie siamesische Zwillinge sind, und wenn wir uns überlegen, was es bedeutet, dass immer mehr Menschen bei steigenden Beiträgen sehen, dass ihre Renten unter Grundsicherungsniveau landen, dann wissen wir, was die Stunde für die Demokratie geschlagen hat. Vor allem weil die Alten die Wählergruppe sind, die dominant ist.

Und welche Stunde hat geschlagen?

Die Stunde, in der die Demokratie wirklich wackelt. Die Menschen haben auf breiter Front Existenzängste. Und Existenzängste führen immer zu Extremismus-Reaktionen. Die Leute radikalisieren sich. Man konnte in den 1930er Jahren wunderbar beobachten, was in Deutschland los war, als die breite Masse Existenzangst kriegte. Da waren Möglichkeiten für radikale Parteien fürs Abfischen gegeben. Und etwas ähnliches erleben wir jetzt – vor allen Dingen mit Nachholeffekt – in Deutschland."
Qielle: Freitag
Lesetipp! 


Dienstag, 15. November 2016

Man wird ja wohl noch lachen dürfen!

Abteilung: Korrektes Lachen für Anfänger

Was bisher geschah:
In meinem letzten Post habe ich ein Video verlinkt.
Dort versucht Jemand, mindestens(!) sterngranatenvoll, sich im Supermarkt noch ein paar Abkackerbierchen zu besorgen.
Untermalt sind die stummen Bilder von Mendelssohn.
Musste ich Tränen drüber lachen.

Ich möchte die darauf folgenden Kommentare hier nicht großräumig 1:1 zitieren.
Kurz zusammengefasst ist mein Humor (über Schwächere zu lachen) "menschenverachtend", "erbärmlich" und "widerlich".

Seitdem versuche ich das irgendwie auf die Kette zu kriegen.
Einzuordnen.
Nachzuvollziehen.

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht:
Es war für mich nie die Frage, ob es ein Fehler war, das Video zu posten.
Weil ich mich in der Kritik einfach nicht wieder erkenne.

Menschenverachtend?
Erbärmlich?
Widerlich?
Über Schwache lachen?

Ich bin sicher alles andere als tadellos, aber das?

Aber vielleicht bin ich einfach zu entspannt?
Vielleicht reflektiere ich nicht genug, bevor ich lache?


Wenn ich über Veganer-Witze lache, bin ich dann ein Spalter?

Schwulenwitze?
Homophob, alles klar.
Judenwitze?
Antisemit!
undsoweiterundsofort.

Ich hab einen für Euch:
Wie nennt man einen schwulen, jüdischen, farbigen Flugzeugführer?
(Auflösung im ersten Kommentar)



Wer diesen Blog verfolgt (und mich nicht ausschließlich über ein verlinktes Video be-, bzw. verurteilt), der weiß, dass ich mich mit Schwachen solidarisch fühle.
Mit den Abgehängten.

Der weiß (oder ahnt zumindest), dass ich genauso wenig Charlie Chaplin mit meinem Lachen herabwürdige, wie eben diesen späten Gast im Supermarkt.
Da hätte ich mir dann in den Reaktionen schon ein bisschen mehr Kontextwissen erhofft.

Und, nebenbei, dass ist das Dilemma der linken, außerparlamentarischen Opposition:
Ganz schnell dabei sein, andere auszugrenzen.
Ganz schnell mal ein Urteil über Jemaden fällen, den man anscheinend ÜBERHAUPT nicht kennt.
Möglichst moralinsauer.
Und, immer druff!
Und keine Gefangenen!
Menschenverachtend! Erbärmlich! Widerlich!

Mann, fingerzeigende Selbstgerechtigkeit. Da stehe ich total drauf!
Damit zieht ihr mich bestimmt auf Eure Seite! 

Und dann schäumen, wenn die AfD gewinnt (gewinnen wird).
Sich wundern, dass sich so wenige solidarisieren. Dass die linke Gegenbewegung so ausgedünnt ist.

Make it so!
Von mir aus.
Schönen Tag, noch!



Nachtrag für Diejenigen, die immer noch mitlesen:

Ich respektiere diesen Kerl, über den ich Tränen lachte. Ich lachte über ihn, während ich mit ihm bangte. Ich hoffte, dass er das schafft - irgendwie.
Ich lachte, weil die Untermalung mit Mendelssohn, dies eine fast shakespearhafte Dramaturgie verlieh.
Ich lachte über den verzweifelten Versuch, Gleichgewichtssinn durch Willenskraft zu ersetzen.
Für mich ist der Typ ein (Anti-) Held!

Also, entspannt euch mal!
Vielleicht bei 'ner Klangschalentherapie, oder so.
Oder was man sonst unter politisch Korrekten so macht. Ich bin da nicht auf dem neuesten Stand.

Und postet mir mal einen politisch korrekten Witz.
Möglichst vegan.

Samstag, 12. November 2016

Promille-Ballett

Abteilungen: Dursty Dude

Es mag einige verwundern, aber auch der Duderich kann lachen. Tränen.

HIER geht's zum Video

Der Wille und die Entschlossenheit, dieses jungen Mannes, der sich noch ein paar Dosen Absacker-Bier besorgen will, nötigt mir Respekt ab.
Nur angeschickert ins Bett zu gehen ist halt was für Weicheier!


Prost.

Freitag, 11. November 2016

Geht's nicht etwas kleiner, SPIEGEL?


Abteilung: Frauen, Kinder und Spiegel-Leser zuerst!


In eigener Sache: Blogroll

Abteilung: Sag mir wo die Links sind, wo sind sie gebliehieben?

Seit einiger Zeit wird in meiner Seite nicht mehr der Blogroll ('Das liest der Duderich') angezeigt.
Das ist in so fern um so dramatischer, als dass ich diese Seite nur betreibe, damit ich über meine Blogroll schnell Zugriff zu interessanten Seiten habe.
Scherz.
Nein, war keiner.
Doch.

Wie auch immer:
Mein in's Internetz geschriener Hilferuf, gilt all Jenen, die mir helfen können (Blogger.com-Blogger?) meinen respektierten Blogger-Kollegen wieder einen Platz auf meiner Seite bieten zu dürfen.

Im Voraus vielen Dank für Eure Hilfe!

Donnerstag, 10. November 2016

Trump, also

Abteilung: Küchentischgespräche

Wie beim Brexit lag ich auch mit meiner Prognose falsch, dass Clinton gewinnt - wie mein letzter Post dokumentiert.
Die Tatsache, dass Trump außerhalb einer Simpsons-Folge Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden konnte, musste erst einmal verarbeitet werden. Meine Prognose, dass Trump eine Legislaturperiode nicht überstehten würde, war rückwirkend betrachtet wohl eher ein Pfeifen im Walde.

 














Ich hatte auch nicht gehofft, dass Clinton Präsidentin wird.
Denn, wer hat denn lieber langen Durchfall als (kurzes?) Sodbrennen?
Eben.

Clinton war halt berechenbarer. Die Politik, für die sie stand konnte man schließlich in der Vergangenheit jahrelang beobachten. Genau dies war ihr Problem...

Ich habe alte Fotos und Videos von H.Clinton gesehen - als junge Studentin. Politisch engagiert, eher links als rechts. Feministisch.
Sympathisch, eigentlich. Fast ein bisschen Hippie.
Ich würde gerne den fiktiven Dialog der jungen und heutigen Clinton mitverfolgen. Am Küchentisch.
Bei dieser Phantasie übrigens fällt mir gerade Joschka Fischer ein. Der steinewerfende Joschka am Küchentisch mit dem heutigen Außenminister a. D. Herrn Fischer.
"Verdammt, schlag mich nicht! Ich könnte Dein Vater sein, wenn ich nicht Du wäre!"
Herrlich!

Aber zurück zu Trump:
Wie gesagt, unberechenbar.

Im Wahlkampfmodus übelst rabulistische Entgleisungen gegen Obama und Clinton (auch gegen Merkel, übrigens) und nach der gewonnenen Wahl lammfromm und diplomatisch.
Er dachte sich wohl: "Ich habe die Stimmen, ich muss nicht mehr populistisch sein."

Was ich nicht so ganz verpacken kann:
Dies ist ein rationaler Gedanke und die Dankesrede ist eine konsequente Umsetzung dieses Gedankens.
Und genau in diesem Punkt habe ich den Charakter D. Trumpf falsch gedeutet.
Der narzistisch gestörte Trump wird zum (offiziell!) mächtigsten Mann der Welt gekürt und gibt eine diplomatische, versöhnliche Dankesrede ab, statt masturbierend und schmutzige Lieder singend, mit 24 Edelnutten seinen Sieg zu feiern?


Es bleibt ein tiefes Loch.
Ach, nicht in der Demokratie.
So pathetisch, wie die Qualitätsmedien bin ich nicht.
Wäre ja auch unprofessionell.

Nein, ich meine das Loch in meinen Gewissheiten.

Ich dachte, Trump ist dumm, rassistisch, sexistisch, narzistisch. Küchentisch.
Einer, der seine Emotionen nicht im Griff hat.
Vermutlich alles.
Bei letzterem bin ich mir nicht mehr so sicher.
Bin ich auf eine Rolle reingefallen?

Keine Ahnung.

Wir?/Ich betreten da ein Niemandsland.

Wer eine Prognose wagt, wie Trumpf regieren wird (und der Rest der Welt darauf reagieren wird):
Nur zu! In meiner Kommentarspalte ist viel Platz!

;-)

Mittwoch, 9. November 2016

Unausgegorene Gedanken in der Wahlnacht

Abteilung: Lieber kurzes Sodbrennen als langer Durchfall

Längerfristig betrachtet wäre es wohl besser, wenn Trump gewinnt.
Das klingt bescheuert, und ist es vielleicht auch.

ABER: Wenn man das Szenario durchspielt (Clinton gewinnt), dann - da bin ich mir sicher - wird Trump diese Wahl anfechten. Das KANN eine Eigendynamik entwickeln, MUSS es aber nicht.
Gehen wir also von dem optimistischeren Szenario aus, dass der Aufschrei der Trump-Fans einigermaßen folgenlos verebbt:
Was folgt dann?
Eine Präsidentschaft einer Frau von merkelschem Machtstreben, Härte und inhumanen Pragmatismus (ist unter Männer natürlich noch zahlreicher vertreten).
Außenpolitisch ist sie ein 'Falcon', also Jemand, der für militärische Interventionen nicht allzu überbordende Gewissensnöte überwinden müsste.
Als Außenministerin war sie bereits Teil einer wirtschaftsstrategisch-motivierten imperialistischen Politik.
Dagegen ist Obama ja ein Nobelpreisträger!

satirischer Einschub: 
Upps, ist er ja! 
Merkel wurde ja auch schon als Aspirantin gehandelt. 
Ja, und Schäuble for Bundespräsident
Der würde die korrupte, neoliberale, marktgetriebene Politik der künftigen Regierung ganz sicher kritisch hinterfragen!
Und sowieso: Allein die ganzen Rampen und Treppenlifte, die im Schloß Bellevue installiert werden müssten, ... was das alles kosten würde! 
Den Steuerzahler!!!

Ein schrankenloses Schloß Bellevue?
Großprojekt! 
Elbphillaphonie, gut und schön. 
Aber dann bitte erstmal BER und Stuttgart 21 fertigstellen!

Dann lieber Steinmeier!
Helge Schneider will ja nicht. Oder war es Lammert?



Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass die Leute jeden Scheißdreck wählen (würden), der außerhalb des überbreiten politischen Mainstreams ist.
Einfach nur, um Demokratie zu fühlen!
Um der Illusion zu entfliehen, dass Demokratie etwas anderes ist, als die obligatorische Legitimation des Bestehenden.
Um das Gefühl zu haben, nicht nur ein "weiter so, und mehr davon!" wählen zu können. Um eine Alternative wählen zu können. Da geht es - so empfinde ich das - in erster Linie nicht um politische Interessen (welche Partei setzt die eigenen am ehesten um?), sondern in erster Linie um ein "Nein! " zu bestehenden Verhältnissen und Machtgefügen.

Grundsätzlich ist dies ja urdemokratisch.

Nur, was wird uns aber als 'Alternative' verkauft?
Beispielsweise die Alternative für Deutschland (AfD).
Der 'alternative' Gegenentwurf:
- Mehr Nationalismus (gerne auch: Rassismus)
- Mehr Entlastung der Starken. Mehr Belastung der Schwachen (neoliberaler als die FDP).
- Mehr, also von dem, was man eigentlich abwählen w/sollte.

Trump ist überall (AfD). Aber auch Clinton (CDU, SPD, Die Grünen, FDP).
Populismus ist überall, und das 'weiter so, und mehr davon!' auch.

Unsere Staatsform ist die parlamentarische Demokratie.
Hört sich ja erstmal gut an, und muss auch nicht zwingend verkehrt sein.

Diskussionswürdig wäre, wie man diese besser organisieren könnte.
Auch in den USA.
Überall, wo vorhanden.

Denn weder mit Clinton noch mit Trump wird jemand gewählt werden, der die systemimmanenten Ungerechtigkeiten beseitigen wird - oder auch nur will. Auch unter Clinton bleiben die Abgehängten abgehängt, und die Armen arm. Und Trump gibt ebenfalls einen Scheißdreck auf die Bedürfnisse der Verlierer bestehender Verhältnisse.
Letztendlich wird zumindest innen-/sozialpolitisch alles beim alten bleiben.
Umverteilung von unten nach oben.


Also,
- mehr Abgehängte,
- mehr überbordender Reichtum und schreiende Armut,
- mehr Kriminalität ... und mehr Gefängnisse um die Symptomträger einer krankenden Gesellschaft wegzusperren,
- mehr tickender, sozialer Sprengstoff, der irgendwann explodieren muss.


Clinton könnte unter günstigen Umständen eine Legislaturperiode überstehen.
Der Swing während ihrer Amtszeit würde - so meine Prognose - aber sicher in Richtung der Republikaner gehen.


Trump hingegen würde, sehr schnell über sein Heißluftballon-großes Ego stolpern.

Und, wenn Sanders dann noch fit genug ist, dann könnte sich was bewegen..!?
Neuwahlen - mit anderen Kandidaten - dies ist meine Hoffnung.
Denn beide sind unwürdig für das Amt.

Also hoffe ich dann doch irgendwie, dass ein egomanisches, narzistisches, ausbeutereisches Arschloch zum Präsidenten der mächtigsten Nation gewählt wird.

Krank, ja ich weiß!
Aber ich bin ja auch nur das Symtom.


Meine Parole also:
Trump for President!

.... aber bitte, bitte, möglichst kurz!
Möglichst, bevor irgendein Staatsoberhaupt behauptet, Trump hätte zu kleine Hände.


Nachtrag:
Und in Deutschland?
Merkel gegen Gabriel gegen AfD.

Auf was soll man da noch hoffen?

Rot-Rot-Grün (Schwarz-Rot-Schwarz)?

Nee, Du. Lass mal!

Samstag, 3. September 2016

Verwirrung über neues EU-Leistungsschutzrecht

Abteilung: Die Nachdenkseiten, das deutsche Zitatrecht und der Entwurf der EU-Kommision

Nachfolgender Passage aus einem Interview lässt mich verwirrt zurück.

(...)
 SPIEGEL ONLINE: Gäbe es (lt. einem Entwurf zum Leistungsschutzrecht für Presseorgane) für normale Internetnutzer noch mehr Nachteile?

Reda: Auch eine Privatperson, die einen Link zu einem Nachrichtenartikel mit einem kurzen Auszug aus dem Text oder einem Bild postet, könnte nach den Regeln dieses Entwurfs verklagt werden.
 
SPIEGEL ONLINE: Ein Sprecher der Kommission betonte vergangene Woche, die neue Regelung würde es Nutzern weiter erlauben, Hyperlinks zu setzen. War das nur die halbe Wahrheit?
 
Reda: Gewissermaßen, ja. Natürlich kann man den nackten Link, den Buchstabensalat, noch verwenden. Aber in der Regel will man ja zum Beispiel mit einem Zitat aus dem Artikel auf den Link aufmerksam machen. Das deutsche Zitatrecht erlaubt Zitate aber nur, wenn sie sich in einem breiterem Kontext befinden, etwa in Form einer kritischen Auseinandersetzung. Eine Linkliste, die zu jedem Link einen kurzen Auszug aus dem Text bietet, würde da nicht drunterfallen. Und es gibt jede Menge Websites, die systematisch Artikel zu Nischenthemen sammeln. Auch Politiker haben auf ihren Websites Listen mit Links zu Berichten, in denen sie erwähnt werden, samt Ausschnitten.

SPIEGEL ONLINE: Es wären also nur noch Listen ohne Beschreibung möglich?

Reda: Ja, oder man müsste jeden Inhalt paraphrasieren. Wenn das einfache Copy-&-Paste von ein bis zwei Sätzen aus einem Artikel plus Link nicht möglich ist, schränkt das die Linkfreiheit meiner Meinung nach schon ein.
(Hervorhebungen durch Duderich)

 (...)
Quelle: SPON

Die Frage zur Legitimität von Hyperlinks bezieht sich auf den Entwurf der EU-Kommission, die Antwort hingegen bezieht sich auf (bereits geltendes?) deutsches Zitatrecht.
Ist das Zitieren mit Verlinkung bereits verboten (deutsches Zitatrecht) oder soll es nun entsprechend des Entwurfes verboten werden? Was denn nun?
Was genau ist unter einem "breiten Kontext" zu verstehen? Ab wann genügt man der "Form einer kritischen Auseinandersetzung"?
Fragen über Fragen, deren Antworten existenziell für Blogger sind und im SPON-Interview nicht beantwortet werden.

Ich kenne mich mit Medienrecht nicht wirklich aus, aber das hört sich nicht gut an.

Die Nachdenkseiten bspw. stellen in der Regel Auszüge von Texten mit anschließender Verlinkung ins Netz. Oft auch unkommentiert (also ohne 'kritische Auseinandersetzung').
Meiner Interpretation der Aussagen von Reda nach, wäre dies nach bereits geltendem 'deutschem Zitatrecht' (s.o.) bereits strafbar(?!). Oder könnte es werden?

Blogger, die sich im Medienrecht besser auskennen als ich, bitte ich, meine Verwirrung aufzulösen.

Samstag, 27. August 2016

Link des Tages: Sinn und Unsinn des Militär-Weißbuches 2016

Abteilung: Rechte vs. unveräußerlicher Rechte

Ich bin bei Telepolis über einen ziemlich langen Text (5 Teile) eines Artikels gestossen, welches sich mit den Inhalten des Militär-Weißbuches 2016 kritisch auseinandersetzt.

Ich halte den Text für äußerst(!) lesenswert.

Auszug:
"...  Im Wortlaut fehlt auch der entscheidende Satz aus der Präambel der UN-Charta ("die Menschheit von der Geißel des Krieges zu befreien"); die Vokabel "Angriffskrieg" kommt im ganzen Text ebenfalls nicht vor. Noch grundlegender ist deshalb: Die Weißbuch-Schreiber aus Hardthöhe bzw. Bendlerblock formulieren bzw. wiederholen über "Code-Wörter" wie selbstverständlich Planungsgesichtspunkte und Zielvorgaben für militärisches Agieren, die weder im Grundgesetz noch im Völkerrecht vorgesehen sind.

Anders als noch vor zehn Jahren glauben die Regierenden heute, man brauche das gar nicht mehr zu rechtfertigen und die Kritiker hätten längst kapituliert. Umso mehr müssen Verfassungspatrioten auf die verfassungs- und völkerrechtliche Debatte drängen, die in der breiten Öffentlichkeit nie stattgefunden hat. Langjährige Übungen von Ministerien schaffen noch kein "Gewohnheitsrecht": Militärdoktrinen zugunsten nationaler Macht- und Wirtschaftsinteressen sind ein Anschlag auf das Grundgesetz und lenken uns in eine düstere Zukunft..."
[Hervorhebung vom Duderich]

Welche Rechte sind unveräußerlich?
Mir scheint, dass der momentanen Politik unser Grundgesetz oder die UN-Charta ein zu enges Korsett ist.


Vielleicht hat sie die Macht einfach zu fett gemacht?

Und diese Macht, das sei angefügt, fusst auf dem Desinteresse der meisten Wähler. Auf deren Vergessen, auf deren Ohnmacht und deren Mangel an Solidarität.

Keine kommende Wahl wird daran etwas ändern.

Und wieder mal ist Kant unvermeintlich:

"Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!"


Mittwoch, 24. August 2016

Untergangsszenarien

Abteilung: Hamster, Handys und Handtücher

Ach ja, die Notsstandsverordnung. Man gerät in einen taumelnden Schauer.
Notstand. Ist jetzt die Apokalipse Now?
Wird 'Hamsterkäufe' das Unwort des Jahres 2016?

Es ist so albern, dass man wahlweise weinen vor lachen, oder lachen vor weinen muss.
Viel Wasser und Nudeln und/oder Reis kaufen... Nee, klar.
Das erinnert mich an Zeiten, in denen Schulkindern empfohlen wurde, bei einem Atomarschlag unter die Schulbank zu kriechen.

Wenn ich mich so umgucke, dann bedarf es keinen Atomarschlages, um diese Gesellschaft total zu bedrohen.
Meinem Gefühl nach würde bereits Panik ausbrechen, wenn Handys nicht mehr funktionieren würden.
Ausschließlich Handys.
Nicht mehr funktionieren.
Handys.

Denn wie sollte man die notstandsverordnenden Nudeln zubereiten, wenn man nicht mal mehr googeln kann, wie lange Nudeln kochen müssen, um 'al dente' zu sein?

Und warum überhaupt Nudeln kochen, wenn man nicht mal auf Facebook posten kann, dass man gerade Nudeln kocht?

Und dann die Geheimdienste.
Keine funktionierenden Handys, die man überwachen könnte.
Je weniger abgesaugte Informationen, umso größer die Paranoia...
Da wird schnell mal auf den roten Knopf gedrückt.
Trump. Atompilz. Nudelwasser aufsetzen.

Also, wenn morgen noch die Handys funktionieren, dann ist alles gut.

Und falls wir, wie Arthur Dent, einer interstellaren Autobahn weichen müssen:
Nehmt ein Handtuch mit!

Montag, 22. August 2016

Zitat des Tages: Jörg Friedrich von den Kolumnisten

Abteilung: Der tief sitzende Egoismus der Hartz-IV-Kritiker

"Nun kommen die Advokaten der Ärmsten sogleich mit der rhetorischen Frage, was denn aber mit den Hartz-4-Empfängern und den Rentnern sei, die sich die Einlagerung von Mineralwasser und Fischdosen nicht leisten können? Diese Frage offenbart den tief sitzenden Egoismus der Fragenden mehr, als denen lieb sein dürfte. Denn die einzige Antwort kann doch sein: Lagere selbst ein paar Liter Wasser mehr ein, denn in der Not wirst du doch wohl denen gern abgeben, die für sich selbst nicht sorgen konnten."

Während nachvollziehbarer weise die "Hamsterkaufverordnung" in den Blogs auf Häme bis Kritik stößt, zieht Herr Friedrich von den Kolumnisten aus, diesen Schwachsinn zu verteidigen.
Für ihn ist es dekadent(!), eben KEINE Vorräte anzulegen, da dies für ihn offensichtlich zwingend zuviel Vertrauen in die Notversorgung des Staates implizieren würde:
"Für unser Wohl in jeder Lage hat der Staat zu sorgen, wir selbst sind da nicht zuständig. Man könnte dieses Denken als dekadent bezeichnen."

Eingangs genanntes Zitat demaskiert den Autor jedoch entgültig.
Ein doppelter rhetorischer Rittberger par excellence:
Wenn man kritisiert, dass Hartz-IV-Sätze nicht mal zum Anlegen einer von der Regierung empfohlenen(!) Katastrophennotration (egal für wie sinnvoll man sie halten mag) die nötigen Mittel haben, ist man ein 'Advokat der Armen' (= Gutmensch?). Man offenbart damit, laut Friedrich, einen 'tief sitzenden Egoismus'.

Eine solche Argumentation ist ausgesprochen zynisch. Der Herr Friedrich hat offensichtlich kein Problem damit, dass Hartz-IV-Empfänger im Katastrophenfall aufgrund ihres zu niedrigen Hartz-IV-Satzes auf die Mildtätigkeit von anderen angewiesen sind.
Und jenen Kritikern unterstellt er dann noch en passant ein Mangel an Hilfsbereitschaft.

Für den Autor scheint die Kritik an zu niedrigen Hartz-IV Sätzen im Widerspruch zur Bereitschaft zu solidarischen Hilfsleistungen (der Hartz-IV Kritiker an Bedürftige) im Katastrophenfall zu stehen. Vor dieser absurden Argumentation kann offensichtlich nicht mal ein Philosophiestudium bewahren.

Anmerkung zum Schluss: Laut dort einzusehender Autorenbeschreibung ist Friedrich 'Master of Arts in Philosophie'. Aha.

Großes Kino

Mittwoch, 17. August 2016

Harald Lesch und die AfD oder: Die Psychologie des Hasses

Abteilung: Fakten, Fakten, Fakten

Ich mag die Art, wie Harald Lesch komplizierte (meist astronomische und/oder physikalische) Phänomene verständlich erklärt. Dies macht er auf elopuente Weise, mit verständlichen Beispielen, ohne seine Zuschauer/-hörerschaft mit unnötigen Fremdwörtern zu vergraulen.

Solche Typen, die einen bei der Hand nehmen und Interesse - mitunter sogar Begeisterung - vermitteln können, hätte ich mir damals in der Schule als Lehrer auch gewünscht.

Nun ja, nun hat sich Herr Lesch in einem Beitrag dem Klimawandel angenommen. Soweit, so belanglos.
Dies macht er aber, was dramaturgisch äußerst interessant ist, in dem er das AfD-Wahlprogramm bzgl. des Klimawandels mit Fakten abgleicht. Dies, mit der ihm so eigenen und sympathischen Unaufgeregtheit:


Dass eine gewisse 'Community' - verniedlichend ausgedrückt - eher säuerlich darauf reagiert, wenn Inhalte der AfD mit wissenschaftlichen Fakten widerlegt werden, wird die wenigsten überraschen.

Seine Reaktion auf den von ihm ausgelösten Shitstorm?
Nun, er verfasst - ebenfalls unaufgeregt - einen Beitrag mit dem Titel: "Die Psychologie des Hasses".




Soviel Unaufgeregtheit im Umgang mit Trollen und Hatern würde ich mir auch manchmal wünschen.
Besonders die Gabe, konsequent auf der Sachebene bleiben zu können, nötigt mir Bewunderung ab.

Wer mich länger liest, weiß vermutlich wovon ich spreche. :-)

Montag, 15. August 2016

Der "Diskurs der Macht"

Abteilung: "Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!"

Ich schrieb ja bereits, dass Kritik an Menschen wie Hinz oder Erdogan sich eigentlich innerhalb dogmatischer Denk- und Argumentationsleitplanken bewegen.
Denn nur eine (natürlich von den Mächtigen diskreditierte) >Fundamentalopposition<, die beispielsweise die Eigentumsfrage neu stellt, kann eine Gegenkraft bestehender Verhältnisse darstellen.

Eine linke Kritik muss sich einer Perspektive außerhalb(!) bestehender 'alternativloser' (sic?) Macht- und Reichtumsverhältnisse bedienen. Denn: Auch bspw. höhere Hartz-IV-Sätze ließen die Ausbeutungsverhältnisse grundsätzlich unangetastet. Es ist recht und billig, sich politisch für dieses Ziel einzusetzen. Dies ersetzt aber nicht die eigentliche linke Daseinsberechtigung, nämlich der, ein alternatives Gesellschaftsmodell zu entwickeln und zu bewerben. Oppositionelle Kritik im Detail lenkt von der allgemeinen etablierten Ungerechtigkeit ab, läuft sogar die Gefahr, sie stillschweigend zu legitimieren.

Sehr schön veranschautlicht dies auch dieser Text von Klaus-Jürgen Bruder, den auch der Blogger-Kollege Klaus Baum gepostet hat.


"Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der Dritte!"

Sonntag, 14. August 2016

Enttäuschte Rollenerwartungen am Beispiel des Christoph Hartling

Abteilung: Diskus-sion 

Entsprechend der Rollentheorie versuchen wir verschiedenen Erwartungshaltungen gerecht zu werden. Als Privatperson, als Arbeitnehmer, als Liebhaber, usw. Wir spielen die verschiedensten Rollen, je nach 'sozialer Kompetenz' (sic.) mehr oder weniger authentisch.

Je besser wir die Rolle übernehmen, bzw. der Erwartungshaltung entsprechen, desto unauffälliger sind wir, desto weniger Angriffsfläche bieten wir. Als soziales Wesen versuchen wir Ausgrenzung zu vermeiden - umso größer ist der (oft unbewusste) Antrieb den rollenspezifischen Erwartungen zu entsprechen.

Beispielsweise erwartet man von einem Fußballnationalspieler bei der Nationalhymnde mitzusingen.
Dies war früher anders, wo niemand mitsang, bisweilen dabei sogar Kaugummi kaute.

Nun hat da jemand eine Scheibe bei den olympischen Spielen weiter geworfen als alle anderen dort.
Dieser Jemand heißt Christoph Hartling - der Bruder des Gold-Gewinners der letzten olympischen Spiele.
Und dieser Jemand, entspricht so gar nicht den Rollenerwartungen, die man einen Gold-Gewinner bei den olympischen Spielen entgegenbringt:
Bescheidenheit, Kooperation mit der Presse, Demut.

Christoph Hartling entspricht diesen Anforderungen in geradezu provokanter Weise nicht.

Mir gefällt das. Es erfrischt mich, dass manche Sportler nicht 'funktionieren', nicht auf dem bequemen Sofa des Olympia-Studios Platz nehmen.

Und gerade weil es so unhöflich wäre, würde ich mich umso mehr freuen, wenn ein erfolgreicher Sportler den Handschlag mit Politkern eines Schlages von Merkel oder Gauck verweigern würde.

Denn auch Sport ist politisch - wie eigentlich alles.

Update: Stefan Rose's Gedanken zu diesem Thema findet ihr HIER

Dienstag, 9. August 2016

Systemimmanente Kritik

Abteilung: Hoeneß und andere Präsidenten

Ich habe gegen Erdogan gewettetert und auch gegen Frau Hinz.
Letztendlich sind beide natürlich ein willkommenes Ziel. Man lehnt sich ja nicht weit aus dem Fenster. Gerade aus dem linken Milieu heraus befürchtet man da keinen Shitstorm, der einen entgegenschlagen könnte. Man arbeitet sich an diesen Personen ab, in der Gewissheit, wahrliche ArschlöcherInnen vor sich zu haben.
Bloggerstandart. Man tut halt seinen Job.

Aber diese Kritik auf die dankbaren Ziele ist ebenso bequem wie letztlich angepasst.

Ich zeigte auf Erdogan, und prangerte an, wie undemokratisch er handelt.
Ich zeigte auf Hinz, und war empört, dass sie, bar jeder Schuldeingeständnisse, weiterhin öffentlich finanzierte Allimente kassiert. Für's Nichtstun. Nachdem sie überführt wurde.

Meine, und auch von anderen ausgesprochene Kritik mag berechtigt sein - zielführend ist sie nicht.

Denn die Kritik an beiden impliziert, dass sie Zustände anprangert, die Ausnahmen sind.
Aber dies sind sie nicht.

Ich fange mal mit Erdogan an:
Dieser flirtet mit dem Vorhaben, die Todesstrafe einzuführen.
Dieser setzt Menschenrechte außer Kraft.

Nun, in den USA hat die Todesstrafe in gewissen Staaten eine lange Tradition. Welche EU-Staaten kritisieren dies offen? Da wird auf Trump geschimpft (ein weiteres Arschloch), wie inhuman, undemokratisch er ist, aber über den rechtsfreien Raum in Guantanamo regt sich keiner mehr auf. Folter und inhumane Haftbedingungen ohne Rechtsbeistand sind allgemein tollerierter Standart.
Die untatstbare Würde des Menschen - wird diese auch von 'unseren Freunden' jenseits des Atlantik akzeptiert?

Obama ist ein sympatisches Gesicht hinter diesem System, in dem der Verdacht(!) des Terrorismus sämtliche Menschenrechte aufhebt. Aber wo genau ist da der Unterschied zu Erdogan?
Ist Snowden denn nicht der amerikanische Gülem? Hätte dieser denn eine fairere Reaktion zu erwarten, wenn er denn in die Fänge amerikanischer Rechtssprechung geriete?

Ach ja, und die Hinz.
Wieso muss man eigentlich seine Vita pimpern, um in der Arbeiterpartei (sic) SPD eine politische Karrirere zu erhoffen? Spricht es nicht vielmehr gegen die SPD, als gegen die Einzelperson Hinz, dass sie es für nötig hielt, einen akademischen Abschluss vorzutäuschen, um innerhalb der SPD eine politische Karriere möglich zu machen?
Wie elitär ist diese ehemalige Arbeiterpartei inzwischen?

Die Kritk gegen diese Einzelpersonen lenkt davon ab, dass dieses System gegen die Wand fährt - aber Hauptsache mit demokratischer Patina.

Nicht Erdogan und Hinz sind das Problem, sondern die marktgläubigen / neoliberalen Dogmen.

Nicht einzelne moralische Verfehlungen lassen unsere Gesellschaft kranken, sondern die Akzeptanz alltäglicher schreiender Ungerechtigkeiten in den eigenen Reihen.

Denn wenn man mal begriffen hat, dass dieses System der Ausbeutung der Arbeitskraft und der Manifestierung der Besitzstandsverhältnisse das eigentliche Problem ist, dass es zu bekämpfen gilt, dann lenkt die Kritik gegenüber Einzelpersonen nur ab.

Es liegt in der Natur des Menschen, Verantwortliche benennen zu wollen. Schuldige zu finden.

Aber die Nutznießer bestehender Zustände sind zu zahlreich um sie einzeln zu benennen und anzuprangern.

Einzig eine allgemeine Kritik bestehender Macht- und Reichtumsverhältnisse ist zielführend.

Aber selbst die Oppositon argumentiet lediglich innerhalb bestehender Denkgebote.

Es braucht wohl erst einen wirtschaftlichen Totalkollaps, damit Alternativen zum bestehenden neoliberalen System in der breiten Bevölkerung diskutiert werden. Bis dahin fabuliert auch die sog. Linke über Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum.

Freitag, 5. August 2016

Art & Don: Ein exemplarischer Verlauf einer gestörten Kommunikation

Abteilung: Querfront

Für mich gehört es zu den guten Momenten, wenn zwei Kommentatoren sich argumentativ duellieren. Aber wie bei jedem Duell kann dies nur zielführend sein, wenn sich an gewisse Regeln gehalten werden.
Ich schreibe dies nicht als jemand, der von sich behauptet, nicht in Debatten unfaire Mittel benutzt zu haben. Alles was ich hier exemplarisch anführe habe ich in ähnlicher Form selbst schon so gemacht.

In einer Debatte fließt halt viel Herzblut (der eigenen Überzeugungen) mit ein.
Und das eigene Ego. Man will recht behalten. Das ist fast schon ein unüberwindbarer Instinkt.
Man sucht die Gegen-Argumente nicht nach Stärken ab (um sich damit offenherzig auseinander zu setzen) sondern nach Schwächen (als Angriffspunkt für eine Replik).
Wer mag sich davon freisprechen?
Ich selbst bin ein armer Sünder.

Wer sich also für Prozesse interessiert, die gerade im linken Lager, Meinungsaustausche meistens gegen die Wand fahren lässt, der muss das mal mit verfolgen.
Exemplarisch im Disput von Art vs. Don.

Dieser Disput ist in den Kommentaren zu diesem Beitrag zu verfolgen.

Man mag sich auf die Argumentation von Art oder Don schlagen.
Ich selbst stehe argumentativ einer Seite näher - aber darum geht es hier nicht.

"ein schönes beispiel dafür, dass man in diskussionen nicht hoffen darf, einen menschen mit PEGIDA-argumenten vom gegenteil zu überzeugen. es geht immer nur um die wirkung auf die, die zuhören bzw. mitlesen. nur von außen kann man argumente beurteilen und vernünftig bewerten."

Don, ich wage mal zu behaupten, das Art linker Gesinnung ist. Wenn Du da grundsätzlich anderer Meinung bist, dann können wir gerne in den Kommentaren darüber diskutieren. Und Art mit.
Ich schätze Dich Don, dass weisst Du. Aber unter Freunden und Gesinnungsgenossen sei mir diese Kritk erlaubt:
Du spielst da über Bande, schreibst nicht direkt an ihn, sondern über ihn (habe ich auch schon oft genug gemacht - ich bin da keinen Deut besser).
Aber dieser Querfront-Vorwurf durch Verweis auf PEGIDA geht gar nicht! Das hat Art einfach nicht verdient.
Wenn man mir, so einen Bezug herbeikonstruieren würde, dann spätestens, würde ich mich nur dagegen wehren wollen - und das ursprüngliche Thema aus den Augen verlieren.

Entsprechend die Reaktion, die auch ich (unter Einfluß von Adrenalin) so verfasst haben könnte:

"Pegida? Hast du was getrunken?
Bei allen Meinungsverschiedenheiten: Bisher dachte ich noch , mit dir einen vor mir zu haben , der selbstständig denkt und dann eben zu teils ganz anderen Schlüssen kommt.
Da kann es dann auch mal richtig krachen , danach wischt man sich den Mund ab und macht weiter , die nächste Debatte läuft dann vielleicht anders.
Wenn du aber zu jenen gehörst , die jeden als rechts , pegida oder irgendsowas ähnliches bezeichnen , der anderer Meinung ist als sie selber , dann ist meine Kritik am Stil womöglich zutreffender als ich es selber gedacht hätte.
Schade. Pegida , naja , das lassen wir mal so stehen , es spricht für sich selber."


Wir (da schließe ich mich auch selbst mit ein) sollten einfach mal akzeptieren, dass Linke jeweils eine individuelle Ausrichtung haben, die aber eines vereint:

Eine gerechte Reichtumgsverteilung.
Global.
Für alle Nationen, Ethnien, Religionen und Geschlechter.
Unter der Anerkennung allgemeiner Menschenrechte, die bspw. in Somalia ebenso eingefordert werden müssen wie hier.
Eine Weltordnung, in der jeder Mensch, egal welcher Herkunft, die gleichen Menschenrechte hat.
Und ja, auch Massenmörder/"Terroristen" haben das Recht auf Leben.
Auf Grundrechte.
So weh das manchmal tun mag.

Habe ich damit eine Schnittmenge von Art & Don beschrieben?

Ich gehe davon aus.
Eine Diskussion im Bewußtsein gemeinsamer, verbindender Werte, mag vielleicht zielführender sein.
Sich der Gemeinsamkeiten bewußt sein, und über das Trennende diskutieren.
Das wäre schön.

@Don:
Dies ist kein Angriff auf Dich. Nichts, was ich kritisch anmerkte, habe ich selbst nicht schon getan. 

Mittwoch, 3. August 2016

SPD-Mitglied des Tages: Petra Hinz

Abteilung: Hinz & Kunz

Da hat doch tatsächlich eine SPD-Abgeordnete ihren Lebenslauf gefälscht!
Potzblitz!
Holla die Waldfee ...
... ist dann eher nicht die Reaktion eines typischen Nachrichtenkonsumenten.
Vielmehr denkt man, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist.
Ach, das oberste Eiskristall!
Ich zumindest denke so, ich alter Verschwörungstheoretiker und Gutmensch.

Soll ich mich jetzt aufregen, wegen einer Hinterbänklerin, die bereit ist für ihre Karriere die Wahrheit zu beugen?
Und jetzt ist sie überführt, bricht ihr Versprechen ihr Mandat abzugeben und taucht erstmal unter.
Ein Parteiausschlussverfahren ist schwierig und vor allem langwierig. Da kann man schon mal die Bezüge weiter abschöpfen. Reue oder ein Minimum an kritischer Eigenwahrnehmung kann ich da nicht erkennen.
Aber es ist eben keine große Überraschung, dass ein SPD-Mitglied so tickt. Da kenne ich ganz andere, viel relevantere.
Aber die werden von der Presse anders reflektiert, werden sogar als Kanzlerkandidat gehandelt. Hartz-IV-Propagandisten. Die sich immer noch nicht davon distanzieren können, nein wollen!
Wo ist da die Reue und kritische Eigenwahrnehmung (zumal in Betracht der Mitglieder- und Wählerentwicklung)?

Aber bei Fr. Kunz Hinz, kann es ultimativ nicht schnell genug gehen, dass sie keine Mandate mehr verfolgt/ kein Mitglied mehr ist. Welchen Ruf will die SPD denn da retten, mit bspw. Edathy und Sarazzin als Mitglieder?
Ohne Frau Khinz in Schutz nehmen zu wollen:
Sie ist eine Schmarotzerin unserer Ausgestaltung einer parlamentarischen Demokratie. Und gibt sich dabei sozialdemokratisch (muss man einem SPD-Mitglied ja unterstellen können).

Keine Aufregung deshalb von meiner Seite.
Ist Alltag, stupid!

UPDATE:
Frau Hinz und deren weitere Alimentierung durch den Steuerzahler

Samstag, 30. Juli 2016

TINA

Abteilung:  Wo das Kreuzchen machen?

Nun, wir leben in einer Welt, in der Arme immer ärmer werden, und Reiche immer reicher. Dass Reiche reicher werden kriegt man nicht so mit. Denn der Reichtumszuwachs hat niemals ne Meldung.
Wer ist die reichste Privatperson (und somit vermutlich mächtigste) der Welt?
Weiß das Jemand?
Die Forbes-Liste?

Da bereits stößt die Demokratie an ihre Grenzen.

Ich selbst habe für mich klar konstatiert, dass hier, und anderswo, nicht Politik für die Mehrheit der Bevölkerung (Wähler) gemacht wird, sondern vielmehr für Wirtschaftsinteressen.

Wo kann ich mein Kreuz machen, um damit Wirtschaftsliberalen entgegenzutreten?

Wo ist das Quadrat auf dem Wahlzettel um diesen ganzen Wahnsinn abzuwählen?

AfD?
Die neoliberalste, konserativste Scheiße, die man sich ausdenken kann.
Die sind noch neoliberaler als die FDP.
Der Ausgebeutete wird sie wählen. Die Vertreter seiner Ausbeuter.
Auch das ist Demokratie.

DIE LINKE?
Wähle ich ja andauernd. Aber auch nur für die Opposition. Ich möchte nicht, dass die LINKE die gleiche Entwicklung macht, wie die GRÜNEN.


Denn die GRÜNEN selbstverliebten Gutmenschen haben doch auch für die Agenda 2010 gestimmt, oder?

Wieviele Grüne habe sich denn von den Sozialkürzungen in Ihrer Regierungskoalition distanziert?

Rot-Rosa-Grün?

Rot ist eigentlich schwarz und grün auch.

Wer von beiden, spielt den Wirtschaftsinteressen nicht in die Hände?
Man hat sein Image, aber man funktioniert doch.

Gerade wird gegen Wagenknecht geschossen.
Die 'wahren Linken', die eine Verbesserung der Reichtumsverteilung erkämpfen wollen, dreschen auf Wagenknecht ein?

Wo, so muss man mal deutlich fragen, ist der Gegner, den es per Wahlauftrag zu bekämpfen gilt? Innerhalb der Partei, oder ausserhalb?
Wo ist die Kritk über jene, die den Neoliberalismus abwickeln?

Die Kritik an Wagenknecht mag zwar der eigenen parteipolitischen Karriere förderlich sein.
Aber alle Kritiker an Wagenknecht vergessen, oder verleugnen, dass sie damit der neoliberalen Sache dienen. Ihr wahres Ziel aus den Augen verlieren, und sich dann noch als links bezeichnen.

Worüber freuen sich denn die Systemnützer mehr, als dass sich Linke/Oppositionelle untereinander bekämpfen?


Mit dieser unorganisierten Gegenwehr geht's ganz schnell in Richtung Wirtschaftsfaschismus.

Unser Grundgesetz wird bereits torpediert. Das Bundesverfassungsgericht hat schon oft genug die gelbe Karte gezückt.

Politk für die Wirtschaft und gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung.

Wie nennt man das?
Parlarmentarische Demokratie (sic!)

Samstag, 23. Juli 2016

Nachtrag zu einem Zitat von mir

Abteilung: "Gastfreundschaft"

Ich schrieb:
"Und sorry, bei all den freundschaftlichen Gefühlen zu unseren türkisch-stämmigen Mitbürgern:
Wer sich damit solidarisiert, dem bringe ich keine Gastfreundschaft gegenüber.
Wer auch jetzt noch hinter Erdogan steht, der soll in die Türkei zurück und dann konsequenter Weise auf Oppositionelle einprügeln!
Aber dann auch in dieser Gesellschaft weiterhin leben, die er willfährig herbeigeprügelt hat."

Ich hab das später noch ein paar mal gelesen, und dachte/fühlte dabei, dass diese Worte mich nicht spiegeln. Dass meine Haltung zu Mitbürgern anderer Herkunft in diesen Worten ergänzungswürdig ist...

Erstmal:
Unsere anderstämmigen Mitbürger benötigen nicht meine Gastfreundschaft. Sie sind keine Gäste, sie sind Mitbürger, Kollegen, Nachbarn und ... ja auch Freunde.


Und für mich ist es keine Frage der 'Integration', der 'Anpassung', oder gar der 'Assimilation'.
Baut Moscheen, tragt Schleier. Kein Problem.
Aber wenn ihr keinen Respekt vor Menschenrechten habt, dann habt ihr bei mir persönlich verschissen. Da ist die Grenze. Und da ziehe ich auch genau so die Grenze bei Pegida- und AfD-Anhängern. Die Mißachtung der Menschenwürde, und anderer elementaren Rechte, kann mit Dummheit alleine nicht zu entschuldigen sein. Hinter diesem Geist kann nur ein mieser Charakter wohnen.

Unabhänig von der ethnischen und kulturellen Herkunft!

Freitag, 22. Juli 2016

Ich muss nicht alles verstehen...

Abteilung: Menschenrechte und Demokratie: Schöne Wörter

Heute hatte ich (bis jetzt) 387 Seitenaufrufe.
Gestern 67.
???
Ich habe lange nichts mehr gebloggt, und dann fragt man sich als Blogger dann schon, woher diese Interessenerruption denn kommen mag.

Die Seitenaufrufe verteilen sich wie folgt:
Russland: 327 (!)
Deutschland: 54
Vereinigte Staaten: 4
Österreich, China, Spanien und Frankreich: jeweils 1

Diese Daten beziehe ich durch blogger.com. Keine Ahnung, wie sie erhoben werden.
Trotz allem frage ich mich, was wohl von gestern auf heute passiert sein mag.
Bin ich jetzt offizieller Putin-Versteher?

Aber:
Ich muss nicht alles verstehen.

Genauso wenig verstehe ich Typen wie Erdogan.

Man mag mich naiv schimpfen, weil ich diesen grenzenlosen Machthunger nicht nachvollziehen kann.

Aber, wie pathologisch muss man denn veranlagt sein, in dem Streben immer mehr Macht über immer mehr Menschen zu erlangen?
Der Vergleich zu Hitler ist immer sehr gefährlich, aber ich sehe immer mehr Parallelen in autokratischen Ambitionen.
Wie krank muss man sein, jeden verfolgen zu wollen, der anderer Meinung ist, als man selbst?
Anhänger der eigenen Meinung auf die Strasse zu schicken, um sie zu missbrauchen die eigenen Finger nicht blutig-dreckig zu machen?
Eine neue Reichskristallnacht?

Und sorry, bei all den freundschaftlichen Gefühlen zu unseren türkisch-stämmigen Mitbürgern:
Wer sich damit solidarisiert, dem bringe ich keine Gastfreundschaft gegenüber.
Wer auch jetzt noch hinter Erdogan steht, der soll in die Türkei zurück und dann konsequenter Weise auf Oppositionelle einprügeln!
Aber dann auch in dieser Gesellschaft weiterhin leben, die er willfährig herbeigeprügelt hat.

Von unserer Regierung erwarte ich nicht viel.
Solange das eigene politische Überleben, davon abhängt (Merkel) Erdogan nicht nachvollziehbar und klar zu kritisieren,  solange nehme ich dieses Schmierentheater nicht ernst. Kann ich es nicht ernst nehmen.
Der Flüchtlingsdeal ist spätestens jetzt geplatzt.
Muss die EU jetzt erstmal erkennen und dann damit klar kommen.
Kann sie nicht?
Dann halt schüß, EU.
Dann müssen sich die europäischen Nationen halt neu organisieren.
Schade, aber unvermeidbar.
Vielleicht besser so.

Und Merkel?
Kein klares Statement - eigentlich überhaupt kein Statement.
Solange es die eigene Macht erhält, werden Prinzipien, für die man normalerweise reflexhaft eintritt, über Bord geworfen.
Prinzipien, die man nicht verinnerlicht hat, sondern nur in unhinterfragten Interviews feilhält.
Es ist ja nicht mal naiv, zu glauben, dass sie damit durchkommt.

Dies ist der Lackmus-Test der Merkel-Regierung.
Wenn sie denn politsche Gegner hätte, die ihre Kanzlerkandidatur in Frage stellen, wäre das wohl ihr politisches Ende.
Gabriel?
lol

Nein,
per Mehrheitswillen wird auf ein neues in demokratischen Wahlen legitimiert werden, dass Reiche weiterhin reicher werden und Arme ärmer.
Es werden Partein gewählt werden, für die die Menschenwürde und in der Geschichte erkämpfte Menschenrechte relativierbar sind, wenn geostrategische oder wirtschaftliche Interessen vorliegen.

Und die AfD wird weiter gewinnen. Die ach so progressive Partei, die neoliberaler ist, als die FDP es jemals war.
Von abgehängten, frustierten Wählern emporgehoben, die am meisten unter deren Politik leiden werden.

Aber, ich muss ja nicht alles verstehen...

Sonntag, 12. Juni 2016

Bescheuerter Gedanke des Tages

Abteilung: Nur Florida

Gerade habe ich die Schlagzeilen von SPON überflogen.
Dabei stolperte ich über folgende Meldung: Schüsse im Nachtclub - etwa 20 Tote.

Und ich dachte mir spontan: 'Zum Glück ist das nicht in Frankreich passiert' - und schämte mich sogleich für diesen Gedanken.
Denn 20 Tote in Frankreich hätten einem ja die Europameisterschaft verleiden können.
So aber ist es nur eine Meldung unter vielen.
Vermutlich sind auch heute mehr Menschen im Mittelmeer ersoffen - an Hunger gestorben, allemal.

Hauptsache in Frankreich kommt niemand zu Schaden (Terror). Dort herrscht zum Glück ja noch lediglich der fortwährende Ausnahmezustand.

Update: Mittlerweile ist die Zahl der Opfer leider auf 50 angewachsen. Aufgrund der hohen Durchschlagskraft der militärischen Waffe haben aber auch einige Überlebende den Verlust von Gliedmaßen zu beklagen...

Sonntag, 29. Mai 2016

Gabriels dicke Backen

Abteilung: Ein Freier ohne Blumen

Ach, es gibt so vieles was schiefläuft. Als Blogger möchte man gegen jeden einzelnen Missstand aufbegehren. Das kann man aber leider als Lohnabhängiger mit 39h/Woche-Arbeitsverhältnis schon aus Zeitgründen nicht.

So ist es auch oberflächlich eine Lappalie, dass sich Gabriel an der AfD abarbeitet, anstatt selbst das einzulösen, was er einfordert.

Nichts liegt mir ferner, als diese xenophobe und nationalistische AfD.
Aber der AfD vorwerfen, sich nicht mit den wirklich Mächtigen anzulegen???
Hallo?
WER ist denn in der Regierung?
Und wer knickt vor Lobbyisten ein, um dann TTIP zu propagieren?

Es ist wirklich absurdes Theater, diese erkenntnisresistente Demontage einer ehemals sozialdemokratischen Partei, die ihre Kernwählerschaft, nämlich die Lohnabhängigen, dumm-dreist verraten hat.
Und jetzt (in Anbetracht der herannahenden Bundestagswahlen) mal wieder anfängt, pflichtschuldig nach links zu blinken - um nach den Wahlen rechts abzubiegen - so rechts wie es nur sein muss, um als Steigbügelhalter Minister- und MdB-Posten zu erhalten. Nütz aber nix (danke für den Link, Doc).
Es ist schon ein Wunder, das knapp 20% der Wähler, diesen Ringelpitz ohne Anfassen noch mitmachen.
Ich freue mich nicht über den Niedergang dieser Partei. Keine Häme treibt mich an.
Es ist die Trauer darüber, dass mittelständische Lohnabhängige, außerhalb der LINKEN, kein politisches Zuhause mehr haben.
Und die Abgehängten, außerhalb sicherer Arbeitsverhältnisse, schon gar nicht (Beispiel: Alleinerziehende ALG II-EmpfängerInnen).

Man möchte schon Blumen geschickt bekommen, bevor man gefickt wird.
Auf Schröder bin ich damals hereingefallen, als er einen sozialdemokratischen Wahlkampf geführt hat, um in der Regierungsverantwortung Unternehmerinteressen durchzusetzen
(Agenda 2010).

Aber wer, bitteschön, fällt denn noch auf Gabriel rein???

P.S.: Sehr interessant sind die Kommentare des Artikels.
Nach dem 13. Kommentar habe ich aufgegeben nach einem Pro-Gabriel-Kommentar zu suchen.

Fleißige Leser mögen mir die Nummer des Kommentars hier posten, in dem die Politik Gabriels/ der SPD verteidigt wird.



Donnerstag, 26. Mai 2016

Werbung an alle Nikotinjunkies

Abteilung: Product Placement.

Ich mach Werbung. Wäre möglicherweise gesamtwirtschaftlich verwertbar, wenn mich nur mehr fehlgeileite Seelen lesen würden.

Ich rauche neuerdings E-Zigaretten.
Einweg.
Irgendwann fangen sie an zu blinken, und dann wirfst Du sie halt weg.
Ohne zuvor deine Lunge mit Kondensaten, oder was weiß ich denn, penetriert zu haben.

Nikotien-Junkies, wie ich, probiert es!
Wenn ihr wieder Treppen hochlaufen wollt. Wenn ihr wieder riechen wollt.

Danft - raucht nicht mehr! Schont dabei eure Lunge!

Und auf E-Zigaretten werdem sobald keine Lungenkrebs-Bilder auftauchen.

Zeigt der Tabakindustrie den Mittelfinger, und Eurer Lunge den gereckten Daumen.

Dampfen, nicht rauchen!

LG
Dude





Samstag, 14. Mai 2016

Lustiges AfD-Sympatisanten-Video des Tages

Abteilung: Virusinfektion

Gerade eben erst habe ich mir die Lachtränen aus den Augen gewischt und schon treibt es mich an die Tastatur, um dieses Video weiter zu verbreiten.

Ich war nämlich gerade zu Besuch beim geschätzen Blogger-Kollegen, Stefan Rose. Dort ist das Video verlinkt und er hat es wiederum von jemand anderen empfohlen bekommen. Virale Verbreitung nennt man das wohl heutzutage.

Das Ziel meines Lachens ist zugegeben eher ein trauriges, aber gerade da kann man oft am schallensten Lachen. Besonders, wenn einem Kalkofe dabei hilft.

Lieblingszitat: "Egal wie viel Scheiße jemand aus dem Gehirn schwappen lässt - wenn die Fontäne nur groß genug ist, wird irgendwer es immer für ein Schokoladen-Fondue halten."  (Kalkofe)


Freitag, 13. Mai 2016

Böhmermann zielt nicht dort hin, wo's weh tut

Abteilung: RTL ist scheiße, Monsanto auch?

Der Coup den Böhmermann jüngst nach seiner medialen Auszeit geleistet hat, ist eigentlich keiner, wird aber von der Presse und dem Internetvolk dazu gemacht.

RTL schummelt, das ist die präsentierte Erkenntnis, die jeder zuvor schon hatte, wenn er nicht realitätsverleugnend durch's Leben geht, bzw. Realitäten wahrnehmen und interpretieren kann.
Die etablierten Medien hätten momentan sowieso nicht die Traute etwas anderes zu tun, als Böhmi Beifall zu klatschen. Warum das so ist, ist zu naheliegend, um es noch ausführen zu müssen.

RTL ist ein Scheißverein. Deren Programm ist Müll und die Eigenproduktionen zielen auf die niedrigsten Instinkte. Menschen werden manipuliert und vorgeführt, begafft von einem zahlreichen Publikum, welches den Dreisatz nicht beherrscht und die Legislaturperiode für ein Frauenproblem hält. Die vermeintlich Dümmeren als man selbst, kriegt man von RTL serviert. Da kann man dann drüber ablachen, weil man sich als Hirnentkernter immer noch über andere erheben kann, weil man nicht den ganzen Tag in Gummistiefeln rumläuft und Kühe beim Namen kennt.

Genau so funktioniert übrigens Rassismus:
Man kann ohne Kompass kein Loch in den Schnee pinkeln, aber man ist wenigstens Doitscher und kann auf alle anderen Ethnien herabblicken.

Man kann RTL die Schuld geben, für diesen menschenverachtenden, in den Äther geschickten Schund.

Aber genau da, greift Böhmermann meiner Meinung nach zu kurz.
Viel mutiger (und zielführender) wäre es gewesen, eine gesellschaftliche Debatte anzustoßen, als die anzuprangern, die unsere niederen Bedürfnisse befriedigen.

Denn IN UNS liegt das Problem.
Die Demokratie verspricht, dass der Volkeswille umgesetzt wird. Unser aller Wohl.
Wir haben also die Wahl, dafür einzutreten, was wir wollen, oder?
In diesem Zusammenhang muss man nicht mal zur Urne laufen. Es reicht ein Fingerzeig auf der Fernbedienung um Ungeliebtes abzuwählen.

Der Neoliberalismus, den man als schlecht, aber schulterzuckend als alternativlos aushält, bricht sich halt in sämtlichen Sphären nieder. Dass kommerzielle, gewinnorientierte Sender dazu gehören, ist kein neuer Erkenntnisgewinn. Wirklich nicht.

Resumee:
Es trifft keinen Falschen, wenn Böhmermann auf RTL zeigt.

Eigentlich aber, hätte er in die Kamera zeigen müssen, und sagen:
"Ihr da, die ihr bequem auf eurem Sofa sitzt und von mir unterhalten werden wollt.
IHR seid es, die RTL Einschaltquaten beschert!
IHR seid es, die entweder nicht wählen geht, oder durch Euer Votum Eure Ausbeuter an der Macht erhalten.
IHR seid es, die politisch nicht interessiert seid und sämtliche Ungerechtigkeiten nicht wahrnehmt, solange ihr nicht unmittelbar betroffen seid (zu oft auch dann nicht).

Unsere Unzulänglichkeiten bewahren Vera Int Veen davor, Pfandflaschen sammeln zu müssen.

Nicht RTL oder diese Person ist das Problem, sonder WIR.


Insofern war Böhmermann's letzte Sendung einfach nur gefälliger Mainstream, die von der eigenen Unzulänglichkeit, der eigenen Verantwortung ablenkt.


Samstag, 16. April 2016

Die Gewaltenteilung als argumentative Nebelkerze

Abteilung: Unterlassungssünden

Zum Fall Böhmermann hat jeder eine Meinung - und wenn es die ist, man solle es jetzt mal gut sein lassen und sich bspw. den Panama-Papers widmen.

Die große Mehrheit in- und mittlerweile auch ausländischer Journalisten kritisiert die Ermächtigung der Bundesregierung zur Strafverfolgung gem. § 103 StGB. Gerade Merkel spielt hier eine besondere Rolle, da die Voten unentschieden waren (2:2) und Merkel die Abstimmung aufgrund ihrer Richtlinienkompetenz für sich entscheiden konnte. Sie hat diese Entscheidung also im besonderen Maße zu verantworten.

Nun gab es aber auch einige Stimmen, die diese Entscheidung verteidigten.
Siehe z.B. HIER, HIER und HIER

Was auffallend ist: Jede Quelle argumentiert damit, dass die Ermächtigung richtig ist, da sich die Politik nicht in die Justiz einmischen, deren Entscheidung also nicht vorwegnehmen solle.
Was in diesem Zusammenhang aber NIE erwähnt wird:
Erdogan hat ebenfalls (zusätzlich zu § 103 StGB) nach § 185 StGB Strafanzeige erstattet.
Also UNABHÄNGIG von der Ermächtigung zur Anwendung von § 103 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung! Ganz ohne Einmischung durch die Politik!
Diese Argumentation ist also schlichtweg nicht zutreffend.
IMMER, wenn argumentiert wird, dass die Justiz und nicht die Regierung über die Richtigkeit entscheiden soll, wird diese Tatsache verschwiegen.
Ob diese Unterlassung beabsichtigt oder durch Unkenntnis begründet ist, mag von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Schmeichelhaft für die Urheber sind aber beide Varianten nicht.

Außerdem hört und liest man öfter, dass der $ 103 StGB nun mal aktuell existiert und deswegen angewendet werden müsse.
Dies aber ist ebenso falsch, weil es eben auch den § 104 a StGB gibt, der aus gutem Grund der verschärften Strafverfolgung nach § 103 eine besondere Hürde vorschaltet: Der Ermächtigung durch die Bundesregierung.
Also auch nach BESTEHENDER Gesetzeslage hätte gegen Böhmermann nicht entsprechend des § 103 ermittelt werden müssen.
Die Bundeskanzlerin ermöglicht also aktiv und ohne Not eine Strafverfolgung nach einem Paragraphen, den sie erklärtermaßen für überholt hält und ihn abschaffen will!
Darüber hinaus noch zu Gunsten von Jemanden, der die Presse- und Satirefreiheit aktiv bekämpft und dabei sogar vor Kindern nicht Halt macht.

Alle Argumente PRO Entscheidung der Kanzlerin betrachte ich hiermit als widerlegt.
Irgendwelche Einwände?

Edit:
Sehr lesenswerter Text zu diesem Thema.
Danke, Klaus Baum für diesen Link!

Freitag, 15. April 2016

Heute gebraucht, morgen entbehrlich

Abteilung: Kanzlerinnendämmerung

Merkel, respektive die Bundesregierung ermächtigt (§ 104a StGB) einerseits zur Strafverfolgung gem. §103 StGB, will aber andererseits den Paragraphen bis 2018 abschaffen, weil er "für die Zukunft entbehrlich" sei.

Wie darf ich das verstehen? Genau jetzt, wenn es um Erdogan geht, braucht man den Paragraphen, und danach ist er entbehrlich?

Was für ein Eiertanz ist das denn?

Übrigens: Für die Beleidigung des Bundespräsidenten gibt es ebenfalls einen gesonderten Paragraphen.
Dieser scheint für die Zukunft aber wohl nicht entbehrlich zu sein.

"Despoten aller Länder, beeilt euch! Satire ab 2018 wieder erlaubt."
Matthias Höhn, Bundesgeschäftsführer der Linkspartei

Dienstag, 12. April 2016

Hate-iqette

Abteilung: Eine Gegenwehr

Das worldwideweb ist ein mannigfaltiger Ort in dem sich viele Kuriositäten finden lassen.
Unter anderem navigiert sich dort ein gewisser Charlie mit seinem 'Narrenschiff' von einer Untiefe zur nächsten.
Sein Avatar, die Piratenflagge, ist gar nicht mal so schlecht gewählt, denn sobald sein Ausguck ein vermeintliches Opfer ausgemacht hat, werden die Schmäh-Enterhaken klar gemacht, die Troll-Säbel gezückt und argumentativ die Segel ganz hart am Wind gesetzt.
Mit Freibeuter-Romantik hat dies allerdings leider wenig zu tun.

Charlie, der sich als Marxist begreift, ist lediglich ein Wüterich, der alles versucht sturmreif zu schießen, was nicht exakt Deckungsgleich mit seiner ausgrenzenden, verkorksten Vorstellung vom >wahren< Links-Sein im Einklang zu bringen ist.

Die Aggression, mit der die Angriffe geführt werden, sind in ihrer Motivation und Intensität für mich nicht nachvollziehbar. Jüngst hat er sich bspw. auf einen Veganer eingeschossen, dem dann mit abstruser Argumentation unterstellt wird, dass durch sein Anliegen eine notwendige Opposition gespalten wird (???). Auf die darauf folgende Antwort, wird dann so reagiert. Der geneigte Leser mag sich selbst ein Bild machen, wer argumentiert/widerlegt und wer lediglich rabulistisch mit Dreck um sich wirft.

Meine Interpretation:
Seine Argumentation fußt meist auf unterstellte Aussagen - die so nie getroffen wurden - um überhaupt eine Angriffsfläche zu haben, die sonst schlicht nicht existieren würde. Die Schlussfolgerungen sind hanebüchern und münden in Angriffen unter der Gürtellinie.

Ähnliche Erfahrungen habe ich selbst mit ihm gemacht.

Charlie geht es meinem Eindruck nach nicht um Austausch von Argumenten, nicht um einen möglicherweise sogar erkenntnisgewinnenden Diskurs. Die Texte zielen lediglich auf die Herabwürdigung und Beleidigung derer, die er aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen als Gegner ausmacht, die es zu bekämpfen und zu dissen gilt.

Was das ganze für mich aber so unerträglicher macht, ist diese schreiende Arroganz, die aus seinen Zeilen spricht. Charlie geriert sich als Jemand, der vorgibt, wie über etwas zu denken ist. Definiert das wahre Links-Sein, in dessen Mittelpunkt er sich wähnt. In seiner subjektiven Wahrnehmung ist man umso linker, umso revolutionärer, je näher man bei ihm ist und umso unwidersprochener man seiner abstrusen Argumention folgt.
Solch ein Charakter zieht natürlich ein gewisses Hater-Fangefolge an.
Hier eine kurze Auswahl:

frei-blog hat gesagt…
 @Charlie,
von ernstnehmen kann nicht die Rede sein, er ist nichts anderes, als ein Stiefellecker und Schwätzer. (...)

Anonym hat gesagt…
HdS ist in meinen Augen so etwas wie das Guantanamo von Kleinbloggersdorf. Das Ziel: Auslöschung von kritischen Identitäten bei gleichzeitiger Unterstützung und Akzeptanz von Schleimscheißern.

jakebaby hat gesagt…
Erstmal zur Eule. Stiefellecker und Schwätzer waere komplimentierend fuer jemanden, der ueber/durch den Schliessmuskel versucht die Hoden von innen zu lutschen. Der/Sowas sollte einem auch nicht im Geringsten auf den Senkel gehen, vor allem nicht, wenn man das doch aus Erfahrung voraussetzen muss. Der Schwaetzer geht zum Stiefellecken immer ueber Bord. Bin mir nicht ganz sicher was zwischen dem ewigen Dreck der Eule oder der jahrelangen Gewaehrleistung dessen auf HdS verschissener ist. ...
Zum Veganer. Derart Veganer sollten sich auf verhungern/dursten einstellen, da ja irgendwo in Zentral-China 'ne besoffene Kuh am Fluss umgefallen, ihren tierischen Speichel in den globalen Trinkwasserkreislauf gaafert und waehrenddessen noch an Alkoholvergiftung verstarb. ..... 


Man mag sich fragen, wessen Geiste diese Seite innewohnt, wenn solche Ausgüsse unmoderiert und unwidersprochen die Kommentarspalte 'zieren'. Charlie scheint keine besonderen Ansprüche an sein Gefolge zu haben, außer, dass sie ihm nicht widersprechen, sondern seine Angriffe auf niedrigsten Niveau, und bar jeder inhaltlichen Auseinandersetzung, bereitwillig sekundieren.
Spätestens an dieser Stelle sollte man sich als Blogbetreiber doch mal fragen, WER einem da folgt, und WARUM...


Abschließend sei angemerkt, dass ich im Vorangegangen lediglich meine persönliche Meinung und Interpretation zum Narrenschiff-Kaptäin zum Ausdruck bringe. Darüber kann man streiten, und diesem Streit stelle ich mich gerne.
Meine Motivation diesen Text zu schreiben, ist es, dem eine Opposition zu bieten, der sich selbst als Oppositioneller, ja als Marxisten begreift -  ohne erkennbare Tolleranz gegenüber auch nur marginal Andersdenkenden.
Und ich möchte zur Diskussion stellen, ob Jemand in den verlinkten Texten zu Charlie (oder sonstwo auf seiner Seite) die Hinterlassenschaft und den Geist von Marx wiedererkennt.

Solange sich die Kommentare lediglich gegen mich beziehen, werde ich auch so unterirdische Kommentare wie bspw. von @Jakebaby freischalten - in dem Wissen, dass deren argumentatives Niveau sich selbst demontieren.

Übrigens: Ich werde auf Charlies Seite gegen meinen mehrfach ausgesprochenen Willen mit "Aufzeichnungen eines Bildungsfernen" verlinkt.
Das ist wohl der Ausdruck dessen Humors (man möge mir die Pointe erklären), dessen Niveaus und seiner vorgeblich intellektuellen Überlegenheit...

Sonntag, 10. April 2016

Böhmermann rules!

Abteilung: Gammelfleisch-Döner

Ja, sie ist geschmacklos, niveaulos, diese Schmähkritik.
Sie ist ein Niveau-Limbo, wofür auch Böhmermann arg sein Kreuz durchbiegen musste.

Diese Posse, die er hinaus krakelte, zielte mit einem Stinkefinger in Richtung der Connection Deutschland-Türkei.
Und das Merkel war dann dumm genug, sich dafür bei Sultan Erdogan zu entschuldigen.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt, wurde dieses niveaulose Gedicht als spiegelnde Satire legitimiert.
Auch die vorauseilenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft krönen dieses Schmähgedicht.

Ich ziehe den Hut vor Böhmermann.
Er hat nicht nur Merkel vorgeführt, sondern dieses ganze heuschlerische Gehabe.
Er hat provoziert, dass sich unser Staatsoberhaupt für (bewusst schlecht gemachte) Satire entschuldigt. Presse- und Meinungsfreiheit wird nur da eingefordert, wo keine strategischen Erfordernisse vorliegen.
Denn, hätte sie das auch bei Putin getan???

Übrigens:
Erdogan hat einen kleinen Pimmel!

Weiter lesen:
Heribert Prantl in der Süddeutschen
Gabrielle Ritting (Anwältin der 'Titanic') im BR
Eine Einschätzung juristischer Konsequenzen von Markus Kompa
Eine weitere juristische Expertise von 'Gedankenprotokolle'

Weiter hören:
Martin Sonneborn (mein persönlicher Wunsch-Bundespräsi)

Update:
Sehr erhellender und lesenswerter Text zu dem Thema findet man HIER